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Gefahrenstelle am Zebrastreifen

Radler sollen auf der Ettlinger Rheinstraße bald wieder sicherer fahren

Wer zu Fuß in der Rheinstraße unterwegs ist, dürfte sich über den neuen Zebrastreifen freuen. Radfahrer sehen ihn allerdings kritisch. Mit der Verwaltung hat sich der ADFC nun auf einen Kompromiss geeinigt.

Angststelle für Radfahrer: Am neu angelegten Zebrastreifen in der Rheinstraße müssen sie auf die Fahrbahn in den fließenden Verkehr ausscheren. (Archivbild) Foto: Julia Trauden

Kommt bald eine Verbesserung für Radfahrer in der Ettlinger Rheinstraße? Ende 2020 hatte die Stadt dort auf Höhe der Daimlerstraße einen Zebrastreifen angelegt und damit einen lang gehegten Wunsch der Anlieger erfüllt.

Den Radfahrern, die stadtauswärts Richtung Ettlingen-West fahren, ist der Fußgängerüberweg allerdings ein Dorn im Auge. Er zwingt sie, auf die Fahrbahn auszuscheren, zwischen Autos und Schwerlaster, die dort mit bis zu 50 Stundenkilometern verkehren.

Die Stadt hat eine Gefahrenstelle geschaffen, mahnte der Ettlinger ADFC (Allgemeiner Deutsche Fahrradclub) und traf sich mit Vertretern der Verwaltung, um über eine bessere Lösung zu beraten.

Der Kompromiss, auf den sich die Planer von der Stadt und die Interessensvertretung der Radfahrer einigten, sieht so aus: Der Schutzstreifen für Radfahrer, der mit einer gestrichelten weißen Linie markiert ist, soll künftig schon fünfzig bis hundert Meter vor dem Zebrastreifen enden.

Eine schraffierte Sperrfläche wird die Radfahrer an der Gefahrenstelle vorbeiführen und Autofahrern von weitem signalisieren, dass sie mit ausweichenden Radlern zu rechnen haben, schreibt der ADFC in einer Pressemitteilung.

Bauliche Richtlinien machten Rampe erforderlich

Ein Rückbau der Rampe am Zebrastreifen ist nicht möglich. Sie ist erforderlich, um bauliche Richtlinien zu erfüllen: Zebrastreifen dürfen nämlich nur maximal 6,50 Meter Straßenbreite überbrücken, die Rheinstraße ist auf Höhe Daimlerstraße jedoch mehr als sieben Meter breit.

Um die Vorgabe zu erfüllen, ließ die Verwaltung die Straße mit der Rampe vor dem Bürgersteig verschmälern. Eine Alternativlösung in Form einer Mittelinsel auf der Fahrbahn hatte sich laut ADFC als ungeeignet erwiesen. Sie müsste selbst eine vorschriftsmäßige Mindestbreite haben und hätte die Straße unzulässig verengen können. Zudem wäre der Bau teuer und aufwendig gewesen.

Damit kann man leben, zumal sich kurzfristig keine andere Variante anbietet.
Klaus Wolfrum, ADFC Ettlingen

Klaus Wolfrum vom ADFC zeigte sich zufrieden mit dem Kompromiss, der nun gefunden wurde: „Damit kann man leben“, sagt er, „zumal sich kurzfristig keine andere Variante anbietet.“ Er hat der Verkehrsrunde vorgeschlagen, zusätzlich ein Verkehrszeichen „verengte Fahrbahn“ aufzustellen.

Wann die Veränderungen in der Rheinstraße kommen, steht allerdings noch nicht fest. „Die Stadt Ettlingen sollte schnell handeln, bevor ein Unfall geschieht“, betont der Sprecher des ADFC Ettlingen, Johannes Kloppenborg.

Stadtverwaltung plant „Ost-West-Route“

„Die Umsetzung der ergänzenden Markierung und die Verbesserung in der Beschilderung wird schnellstmöglich, aber natürlich abhängig von der Witterungslage, erfolgen“, teilte der Ettlinger Ordnungsamtsleiter Kristian Sitzler auf Nachfrage mit. Langfristig solle aber eine bessere Lösung her.

Im April oder Mai 2021 würden die ersten Planungen zu einer „Ost-West-Route“ voraussichtlich im Gemeinderat vorgestellt. „Anschließend wird die Feinplanung des Streckenabschnitts in der Rheinstraße inklusive Radverkehrsführung und Fußgängerquerung fertiggestellt. Eine Umsetzung ist dann in 2022 geplant.“

Reduktion auf Tempo 30

Außerdem könne die Höchstgeschwindigkeit im Abschnitt der Rheinstraße zwischen dem Kreisverkehr Dieselstraße und der Unterführung unter den Bahngleisen voraussichtlich im Juli 2021 von 50 auf 30 Stundenkilometer reduziert werden.

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