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Nach Stürmen und Regen

Waldspaziergänge in Ettlingen sind mit Vorsicht zu genießen

Nach dem Sturm kam der Regen – und er will einfach nicht enden: Die anhaltenden Niederschläge tun den durch zwei sehr trockene Sommer stark gebeutelten Wäldern an sich zwar gut. Sie stellen aber auch eine Gefahr dar. Denn durch die Nässe sind die Böden derart aufgeweicht, dass die Wurzeln der Bäume darin nicht mehr so viel Halt finden: Schon schwächere Windböen können sie zum Umstürzen bringen.

Nass und schlammig ist es in vielen Wäldern, wie hier in Ettlingen-Oberweier, nach den anhaltenden Regenfällen. Die nassen Böden geben den Bäumen nicht mehr so viel Halt, sie können leichter umstürzen. Foto: Werner Bentz

Nach dem Sturm kam der Regen – und er will einfach nicht enden: Die anhaltenden Niederschläge tun den durch zwei sehr trockene Sommer stark gebeutelten Wäldern an sich zwar gut. Sie stellen aber auch eine Gefahr dar. Denn durch die Nässe sind die Böden derart aufgeweicht, dass die Wurzeln der Bäume darin nicht mehr so viel Halt finden.

Schon schwächere Windböen können sie zum Umstürzen bringen. Hinzu kommt, dass das Wurzelwerk einiger Bäume durch Sturmtief Sabine und darauffolgende kleinere Stürme wie Diana ohnehin schon beschädigt ist. Forstbehörden raten deshalb weiterhin von einem Waldbesuch ab.

Mehr als doppelt so viel Regen wie üblich

131 Liter Regen pro Quadratmeter sind im Februar an der Wetterstation in Rheinstetten gemessen worden, berichtet der BNN-Wetterexperte Dominik Jung: „Das sind 217 Prozent des vieljährigen Mittelwerts.“ Letzterer liegt für Februar in Rheinstetten bei rund 60 Litern pro Quadratmeter und wurde laut Jung in der Referenzperiode zwischen 1961 und 1990 erhoben.

Hoffnung auf das Frühlingshoch

Im März seien pro Quadratmeter in der Region schon 35 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen – das sind bereits 60 Prozent des üblichen vieljährigen Mittelwerts für diesen Monat. Diese Woche verspricht in den Augen von Jung noch keine Besserung: „Es bleibt wechselhaft.“ In der kommenden Woche „könnte sich aber ein Frühlingshoch etablieren“, sagt er.

Man kann eigentlich jede
Woche von vorn anfangen.Forstbezirksleiter Tobias Volg zu den Aufräumarbeiten nach dem Sturm

Darauf dürften auch die Förster in Ettlingen und dem Umkreis hoffen. In der Dienststelle des Forstbezirks Westlicher Schwarzwald in Bad Herrenalb kommen Tobias Volg und seine Mitarbeiter mit der Arbeit kaum hinterher: „Wir haben das Problem, dass seit Sabine alle drei, vier Tage ein anderer, kleiner Sturm kam, der das Wurzelwerk beschädigt hat“, erzählt der Forstbezirksleiter.

Bis zu 15.000 Kubikmeter Sturmholz

Durch die Nässe stürzten auch bei kleineren Stürmen vereinzelt Bäume um. „Man kann eigentlich jede Woche von vorn anfangen“, berichtet Volg. Derzeit ist er mit 50 Forstmitarbeitern und externen Firmen dabei, das Sturmholz in dem 19.000 Hektar großen Waldgebiet, das er betreut, zu beseitigen. Bis zu 15.000 Kubikmeter Holz seien den starken Winden zum Opfer gefallen. Das Problem: Die Schäden sind nicht großflächig, die umgestürzten Bäume sind vereinzelt oder in kleineren Gruppen im Wald verstreut.

Man sollte auf den
Fahrtwegen bleiben.Tobias Volg

Fahrtwegen bleiben.

Auch in Ettlingen und Waldbronn wurde nach Angaben der Förster die Sicherheit auf den Waldwegen wieder hergestellt. Allerdings rät man auch dort zur Vorsicht wegen der anhaltenden Nässe und der Sturmgefahr. Dass der Wald die Feuchtigkeit dringend benötigt, betont der Leiter der Ettlinger Forstabteilung, Joachim Lauinger: „Allerdings wären wir erleichterter, wenn das Ganze gleichmäßig auf das Jahr verteilt wäre.“

Regenmenge macht Trockenperioden nicht wett

Die Regenmenge, die bis jetzt gefallen sei, mache die langen Trockenperioden der vergangenen Jahre natürlich lange nicht wett, erklärt der Waldbronner Förster Josef Mayer. Allerdings sei es gut, wenn der „größte Süßwasserspeicher der Welt“, wie er den Wald nennt, aufgefüllt werde.

Die negativen Begleiterscheinungen bleiben aber auch in Waldbronn nicht aus: Wegen der Nässe seien bei Stürmen immer wieder Bäume umgefallen. Mayer schätzt den Schaden auf 500 Festmeter – 300 davon gehen zurück auf Sabine, der Rest auf darauffolgende kleinere „Stürmle“.

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