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Bundestagswahlkampf in Karlsruhe

Grünen-Kandidatin in Karlsruhe: Zoe Mayer kämpft für Klima- und Tierschutz

Bei den Karlsruher Grünen startet Zoe Mayer mit jungen Jahren durch. Nun will die 26-jährige Fraktionschefin in den Bundestag einziehen.

Für die Grünen am Start: Zoe Mayer will im September in den Bundestag einziehen. Foto: Jörg Donecker

Listenplatz zwölf und zudem sehr gute Chancen auf das Direktmandat: Für politische Beobachter gilt es als gesetzt, dass Zoe Mayer im September für die Grünen ins Parlament einzieht. Auf Wohnungssuche ist die Karlsruherin in Berlin bisher aber nicht gegangen. „Es kann noch viel passieren“, wiegelt die 26-Jährige ab. Aber ja, sie habe richtig Lust, Karlsruhe im Bundestag zu vertreten und die Region zu stärken.

Seit 2014 sitzt die Grüne im Gemeinderat, steht inzwischen an der Spitze ihrer Fraktion. „Bei dieser Arbeit merkt man immer wieder, dass es ohne den Bund nicht geht.“ Tempo 30 sei so ein Punkt: Karlsruhe wolle mehr davon, „der Bund lässt uns nicht“. Und Klimaneutralität bis 2050 sei viel zu spät. Doch auch da gelte: Berlin setze den Rahmen.

Zoe Mayer ist sicher, dass in den nächsten vier Jahren entscheidende Weichen beim Klimaschutz gestellt werden. Also musste sie nicht lange überlegen, ob sie in Berlin mitwirken will. Die Chance kam: Die langjährige Karlsruher Grünen-Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl tritt nicht mehr an.

Von langer Hand geplant gewesen sei weder der Sprung in den Gemeinderat noch der in den Bundestag, sagt Zoe Mayer. Schon als Kind engagierte sie sich im Tierschutz. Als Sechstklässlerin organisierte sie eine Sammlung für das Tierheim, 1.000 Euro kamen zusammen. „Das war viel. Aber ich wollte mehr tun als Geld sammeln“, erinnert sie sich.

Sollte ich in den Bundestag einziehen, wird die Wissenschaft mein Hobby.
Zoe Mayer, grüne Bundestagskandidatin

Schritt Nummer zwei sollte eine Demo sein, was dann doch eine Hausnummer zu groß war. Im Internet suchte die Gymnasiastin nach Gleichgesinnten. Bei den Grünen wurde sie 2010 fündig, da war sie 14 Jahre alt. Nach zwei, drei Treffen war sie Sprecherin der Grünen Jugend. „Wenn man etwas freiwillig macht, hat man oft schnell ein Amt“, sagt die junge Frau und lacht.

Sie vertrat den Parteinachwuchs bei Podiumsdiskussionen und beschäftigte sich so mit der Energiewende – die neben dem Tierschutz zu ihrem zweiten großen Thema wurde. Politisch und beruflich: Zoe Mayer machte am KIT ihren Master als Wirtschaftsingenieurin. Seit knapp zwei Jahren arbeitet sie an ihrer Promotion zum Klimaschutz im Gebäudesektor. „Ich bin etwa zur Hälfte durch und habe vor, das fertig zu machen.“

Die junge Politikerin interessiert sich für Neurowissenschaften

Am Ende laufe es wohl auf einen Rollenwechsel hinaus: Aktuell sei sie beruflich in der Wissenschaft und 20 bis 25 Stunden als Stadträtin in der Politik tätig. „Sollte ich in den Bundestag einziehen, wird die Wissenschaft mein Hobby.“ Die ist es jetzt schon, aber auf einem anderen Feld: „Ich interessiere mich sehr für Neurologie und Gehirnforschung“, verrät die junge Politikerin.

Vor einigen Jahren habe sie chronische Schmerzen gehabt, die Ärzte fanden nichts. „Also musste ich mir helfen“, sagt Zoe Mayer. Sie habe sich die Schmerzen am Ende wegtrainiert. Greift sie zum Buch, bevorzugt sie Fachbücher. „Mit Romanen kann man mich jagen.“

Die 26-Jährige geht ins Fitnessstudio, joggen und fährt Inliner. „Manchmal mach ich abends einfach eine halbe Stunde den Fernseher an, dann darf es auch mal Trash sein.“ Kochen zählt ebenso zu ihren bevorzugten Freizeitbeschäftigungen, Zoe Mayer isst vegan. „Inzwischen bin ich aus Zeitgründen Expertin für Fünf-Minuten-Gerichte und esse oft Brezeln am Bahnhof.“

Karlsruhe will die junge Frau treu bleiben

Die Energiewende und der Tierschutz – „weg von der Massentierhaltung“ – sind Themen, denen sich Zoe Mayer gerne in Berlin widmen möchte. „Sozial- und Familienpolitik und eine humane Flüchtlingspolitik sind mir ebenso wichtig.“ Pläne für mögliche nächste Karriereschritte hat sie nicht. „Aber ich weiß, dass ich immer ein politischer Mensch sein werde. Auch als Wissenschaftlerin.“

Und Karlsruhe will sie treu bleiben, selbst wenn sie bald eine zusätzliche Wohnung in Berlin suchen muss. „Ich bin sehr heimatverbunden“, versichert die 26-Jährige.

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