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Methodisten-Gemeinschaft löst sich auf

Werden aus ehemaligen Gotteshaus in Ruit jetzt Vereinsräume?

Knapp ein Drittel der Brettener sind evangelisch, ein weiteres Drittel Katholiken, der Rest gehört laut Melderegister der Stadt einer anderen oder keiner Glaubensrichtung an. Welche Glaubensstätten es in der Melanchthonstadt gibt und welche Gotteshäuser es früher noch gab, wird in der BNN-Serie „Gotteshäuser in Bretten“ beleuchtet.

Neue Nutzung: Die ehemalige Methodistische Kirche am Ölgraben in Ruit soll ein Vereinslokal werden. Foto: Roland Albert

Von unserem Mitarbeiter Roland Albert

In der Serie „Gotteshäuser in Bretten” berichten die BNN auch über nicht mehr für kirchliche Zwecke genutzte Gebäude, wie zum Beispiel bisher über die alte ehemalige katholische Kirche in Büchig oder den Königreichssaal der Zeugen Jehovas in der Keplerstraße.

Vereinsräume im ehemaligen Gotteshaus?

Auch in Ruit wurde ein Gotteshaus umgewidmet. Es steht „Am Ölgraben“, einem Verbindungsweg zwischen „Knittlinger Straße“ und „An der Salzach“. Das schlicht und einfach ohne Turm gebaute einst von Methodisten genutzte Gebäude ist von außen kaum als Gotteshaus zu erkennen.

Methodisten unterscheiden sich von anderen protestantischen Kirchen weniger in der Lehre als durch die strengere Lebensführung nach biblischen Grundsätzen. So kann man es jedenfalls nachlesen. Mit der Landeskirche besteht eine Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft.

Richtschur ihres Glaubens sind nicht Meinungen und Lehre, sondern Gesinnung und Lebensführung. Wer sich für die methodistische Glaubensrichtung entschieden hat, ist aktiv dabei. Von den etwa 130 Mitgliedern im Bezirk Kraichgau besuchen fast alle regelmäßig die angebotenen Gottesdienste.

Im Gespräch erläutert Pastor Andreas Heeß Unterschiede an Beispielen der organisatorischen Struktur und des Zugangs zur Religionsgemeinschaft. Methodisten erhalten keine Kirchensteuer, sondern müssen sich selbst finanzieren; steuerlich gehören sie also zu den Freikirchen.

Vollwertiges Mitglied mit allen Rechten und Pflichten werden junge Leute erst, wenn sie religionsmündig sind und, vergleichbar der Firmung oder der Konfirmation in den großen christlichen Kirchen, in einer feierlichen Zeremonie, freiwillig darüber entschieden haben, ob sie Kirchglied, so werden die Mitglieder genannt, werden möchten.

Im Gesetz über die religiöse Kindererziehung ist geregelt, dass man ab 14 Jahren selbst über seine Konfessions- und Religionszugehörigkeit entscheiden kann. Eine durch die Eltern in Form der Kindstaufe bestimmte Zwangsmitgliedschaft gibt es also bei den Methodisten nicht.

Ruiter Methodisten-Gemeinschaft löst sich auf

Da diesen Weg immer weniger junge Leute gehen, haben auch die Methodisten Mitgliederschwund. Das führte letztlich zur Auflösung der Gemeinschaft in Ruit. Zum Gottesdienstbesuch fahren die Ruiter nach Kürnbach, Knittlingen oder Bauschlott.

Das Gebäude gehört jetzt der Stadt Bretten. Aktuell ist ein Teil als Wohnung vermietet. Während des Kindergartenumbaus in der Nachbarschaft werden Räume als Lagerraum genutzt. Ortsvorsteher Aaron Treut stellt sich vor, dass in dem ehemaligen Gotteshaus im Hinblick auf die innerörtliche Entwicklung künftig Gruppenräume für Vereine eingerichtet werden.

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