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Kontrollen auf der Postrstraße

Wie die Sperrung des Diedelsheimer Bahnübergangs den Verkehr um Bretten verändern könnte

Wie werden sich die Verkehrsströme rund um Bretten verändern, wenn ab 2. April der Diedelsheimer Bahnübergang für sieben Monate komplett gesperrt wird? Ein Gespräch mit den Verkehrsexperten der Stadt Bretten gibt Aufscshluss.

Über die Diedelsheimer Höhe fließt der meiste Verkehr nach Diedelsheim, wenn der Bahnübergang Anfang April komplett gesperrt wird. Foto: Rebel

Wie werden sich die Verkehrsströme rund um Bretten verändern, wenn ab 2. April der Diedelsheimer Bahnübergang für sieben Monate komplett gesperrt wird? Und wie stellen sich die Straßenverkehrsbehörde und die Polizei auf diese Situation ein? Ein Gespräch mit Brettens Bürgermeister Michael Nöltner und dem Leiter der städtischen Straßenverkehrsbehörde, Achim Kleinhans, gibt Aufschluss.

Klar ist, dass es mit der Sperrung des Bahnübergangs für Autofahrer, die von Bruchsal oder Karlsruhe auf der B 35 oder der B 293 her kommen, an der gewohnten Stelle keine direkte Zufahrt nach Diedelsheim mehr gibt.

Sie müssen auf der B 35 weiterfahren und können – weil es am Alexanderplatz keine Linksabbiegespur nach Diedelsheim gibt – erst am Abzweig bei der Firma ATU auf die Straße Diedelsheimer Höhe einbiegen und von dort in den Ort gelangen. So wird auch die künftige Umleitung nach Diedelsheim ausgeschildert.

Für den Verkehr, der aus Richtung Stuttgart kommt, bleibt das Meiste beim Alten. Er kann entweder über die Diedelsheimer Höhe in den Stadtteil gelangen oder am Alexanderplatz rechts abbiegen und über die Steinzeugstraße in den Ort fahren.

Die Diedelsheimer, die den Ort verlassen wollen, können dies über die Kreuzung Alexanderplatz tun und von dort aus in alle Richtungen weiterfahren.

Über den Verkehrsfluss und Schleichwege machen sich Bürgermeister Michael Nöltner und Verkehrsexperte Achim Kleinhans Gedanken. Foto: Ebert

„An der Ampelschaltung an dieser Kreuzung können wir nichts ändern, die Taktung ist ohnehin grenzwertig“, erklärt Bürgermeister Nöltner.

Pläne für eine Unterführung unter dem Alexanderplatz hindurch mit einem Kreisel darüber lägen seit mehr als zwölf Jahren in der Schublade. Doch der Brettener Wunsch werde wohl noch warten müssen, bis es eine Finanzierung dafür gibt.

Alte Poststraße in jedem Fall tabu

Welche Schleichwege kämen denn als Ausweichstrecken im Zuge der Sperrung in Frage? „Das dürfte vor allem die Verlängerung der Alten Poststraße in Diedelsheim sein, die als Rad- und Wirtschaftsweg zwischen Diedelsheim und Gondelsheim verläuft“, erklärt Achim Kleinhans.

Für den normalen Verkehr sei der schmale betonierte Feldweg ohnehin gesperrt. Lediglich Radfahrer sowie der landwirtschaftliche Verkehr und Zufahrtsberechtigte zur Gondelsheimer Obstbaumanlage und zum Gartenhausgebiet Seeberg dürften diesen Weg benutzen.

Überlegungen, den Weg zumindest in eine Richtung zu öffnen, habe man aus Sicherheitsgründen verworfen, sagt Nöltner. Wer den verlängerten Postweg trotzdem befährt, müsse mit einer gebührenpflichtigen Verwarnung rechnen, denn es werde Kontrollen geben.

Einbahnregelung wird aufgehoben

Wer von Gondelsheim-Ost, Neibsheim oder Büchig nach Diedelsheim gelangen will, müsse dies über die B 293 und die B 35 tun, bekundet der Bürgermeister weiter. Von Neibsheim nach Bruchsal stehe auch die Gemeindeverbindungsstraße zur L 618 nach Heidelsheim zur Verfügung.

Eine kleine Verbesserung soll es jedoch in Diedelsheim selbst geben. Dort will man die Straße am Eichholz in Verlängerung der Straße Diedelsheimer Höhe, die bislang nur in eine Richtung befahren werden kann, mit einer voll verkehrsabhängigen Ampelanlage in beide Richtungen befahrbar machen.

Und auch zumindest ein Wunsch des Diedelsheimer Ortsvorstehers Martin Kern soll erfüllt werden: Die Linksabbieger, die von der B 35 in die Diedelsheimer Höhe abbiegen möchten, bekommen eine längere Ampelphase, die allerdings nicht mit der Schaltung am Alexanderplatz getaktet ist.

Längere Ampelphase gewünscht

Bei einem zweiten Wunsch des Ortsvorstehers ist die Antwort noch offen. „Für die Autofahrer, die über die Steinzeugstraße am Alexanderplatz links abbiegen oder geradeaus nach Bretten fahren, gibt es zwei unterschiedlich lange Ampelphasen“, sagt Kern.

Eine kurze, bei der maximal vier Auto ausfahren können, und eine lange, die auch für längere Schlangen ausreiche. Die lange Phase greife allerdings nur, wenn gleichzeitig die Fußgängerampel angefordert wird. „Wir brauchen an dieser Stelle permanent die lange Schaltung, sonst staut sich in de Stoßzeiten der Verkehr bis in den Ort zurück“, unterstreicht Kern.

Beim Durchgangsverkehr erwarten Nöltner und Kleinhans keine allzugroßen Beeinträchtigungen. „Die Kreuzung Alexanderplatz wird den zusätzlichen Verkehr verkraften“, erklärt Kleinhans. Schwieriger werde es für die Gondelsheimer östlich der Bahntrasse und die Neibsheimer. Die müssten sieben Monate lang mit Umleitungen klarkommen.

Schlepper bremsen Verkehr aus

Probleme sieht der Diedelsheimer Ortsvorsteher beim landwirtschaftlichen Verkehr. „Die Wössinger Getreidelieferanten, die zur Gondelsheimer Mühle wollen, müssen über die B 35 auf die Diedelsheimer Höhe, dann durch den ganzen Ort und über den Postweg nach Gondelsheim“, berichtet er.

Und das könnten pro Getreideernte schon bis zu 250 Fahrten werden. Und so ein Schlepper könne auf der Bundesstraße nur mit maximal Tempo 40 fahren. „Das bremst den Verkehr schon aus“, meint Kern. Dass die Bahnschranken sich in Gondelsheim für die Erntefahrzeuge öffnen, wie manche hofften, glaubt er nicht.

Zuversichtlich stimmt ihn jedoch das versprechen des Brettener Oberbürgermeisters, dass man nachjustieren werde, wenn es zu Problemen komme. „Wir warten einmal die ersten ein, zwei Wochen ab, dann ziehen wir eine erste Verkehrsbilanz, und sehen dann, was läuft und was nicht“, erklärt dazu Bürgermeister Michael Nöltner.

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