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Erfassung, Bewertung und Patenschaften

Bad Schönborner Streuobstwiesen werden Forschungsobjekt

Eine neue Infotafel am Obst-Gen-Garten in Mingolsheim gibt Auskunft: Paten sollen Wiesen enkeltauglich machen und Drohnen helfen, den Bestand zu kartieren.

Steuobstwiesen prägen die Landschaft auch in Bad Schönborn. Ein Forschungsprojekt möchte für die Pflege und den Erhalt der Bestände sensibilisieren Foto: Petra Steinmann-Plücker (psp)

„Streuobst erfassen, bewerten und Patenschaften vermitteln“: Das ist auf der großen Tafel zu lesen, die seit wenigen Tagen am Rande des Bad Schönborner Obst-Gengartens in der verlängerten Kraichgaustraße steht. Der Text informiert über ein Forschungsprojekt, das bereits vor acht Jahren mit der Suche nach Projektpartnern begonnen hat, so Erwin Holzer, der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimat, Natur und Umwelt (AHNU).

Fündig geworden sei man unter anderem in Heidelberg, wo Alexander Siegmund, Professor der Abteilung Geographie an der Pädagogischen Hochschule (PH), dafür gewonnen werden konnte. Vor vier Jahren unterzeichneten dann der AHNU, die Gemeinde Bad Schönborn, die PH, der Landschaftserhaltungsverband (LEV) sowie das Landwirtschaftsamt des Landkreises und als Geldgeber die Audi-Stiftung für Umwelt einen Kooperationsvertrag.

Mit der Infotafel werde nun das Projekt sichtbar und öffentlich gemacht, sagte Thomas Kuppinger, Geschäftsführer des LEV, anlässlich der Aufstellung der Schilder.

In den vergangenen Jahren sei das gesamte Streuobstgebiet von Bad Schönborn mit einer Drohne beflogen und fotografisch erfasst worden, führte Alexander Siegmund aus und wies darauf hin: „So was gab’s bisher in dieser Form noch nicht.“

Patenschaften für den Erhalt der Streuobstwiesen

Jetzt werde mit Hochdruck daran gearbeitet, die Daten auszuwerten, so dass im Spätsommer die Ergebnisse unter anderem hinsichtlich Vitalitäts- und Pflegzustände der Streuobstbäume vorliegen. „Wir wollen die Streuobstwiesen enkeltauglich machen, das Streuobst zu den Leuten und vor allem die Streuobstwiesen ins 21. Jahrhundert bringen“, so der Professor.

Mit den Erkenntnissen sollen Patenschaften für Streuobstbäume vermittelt werden, bei denen beispielsweise junge Familien die Pflege von Beständen älterer Baumbesitzer übernehmen, um letztendlich die Streuobstwiesen als wichtiges, prägendes Landschaftsbild zu erhalten. Darüber hinaus werden gerade auch weitere Nutzungskonzepte für Streuobstwiesen entwickelt, wie beispielsweise im Hinblick auf gesundheitsfördernde Wirkungen.

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