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Rund 1.000 Puppen ausgestellt

Barbie-Ausstellung im Bruchsaler Schloss lockt mit viel Liebe zum Detail

Im Bruchsaler Schloss ist bis Februar 2021 eine Barbie-Sammlung zu sehen. Die kleine Figur war bereits 1998 in Mittelbaden zu Gast. Damals besuchten rund 70.000 Gäste die Ausstellung.

Das Bruchsaler Schloss zeigt in einer Ausstellung zahlreiche Barbie-Puppen und legt dabei einen großen Wert auf die Entwicklung – von den Anfangsjahren bis heute. Foto: Margrit Csiky

Von unserer Mitarbeiterin Margrit Csiky

Barbie, die jüngste Besucherin im Schloss Bruchsal, muss eigentlich nicht vorgestellt werden. Sie lebt in jedem Kinderzimmer, viele lieben sie und alle zwei Minuten geht – irgendwo auf der Welt – eine über den Verkaufstresen. Zu diesem fast alltäglichen, fast banalen Motiv, zeigt Schloss Bruchsal ab Samstag, 5. September, mit „Busy Girl – Barbie macht Karriere“ eine Wanderausstellung der Superlative.

Rund 1.000 Puppen ausgestellt

Seit mehr als 15 Jahren wurde sie schon in verschiedenen Museen gezeigt, was ihr einen Eintrag beim Deutschen Institut für Rekorde einbrachte. Bettina Dorfmann, eine der Kuratorinnen, besitzt mit 18.000 Exemplaren nach eigenem Bekunden die weltweit größte Barbiepuppen-Sammlung. Sie hat es damit in das Guinness-Buch der Rekorde gebracht.

Rund 1.000 Puppen sind in liebevoller Detailarbeit in Vitrinen in einer passenden Welt inszeniert worden. Da findet sich beispielsweise die Ur-Barbie, die 1959 bei der Firma Mattel das Licht der Welt erblickte und die Kleopatra-Barbie mit den Gesichtszügen von Liz Taylor. Schon allein diese Ebene der Betrachtung macht Spaß und ist einen Besuch wert.

Die Ausstellung will aber viel mehr sein: Für die zweite Kuratorin, die Museumspädagogin, Fachjournalistin und leidenschaftliche Sammlerin Karin Schrey sind die Barbies das Material, mit dem sie die Veränderung weiblicher Lebensmuster nachzeichnet, den Weg der Frauen aus der Atmosphäre des häuslichen Lebens in den 50er Jahren bis zur heutigen Berufs- und Arbeitswelt.

Berufe haben sich über die Jahre verändert

Für die 60er Jahre zeigt sie die Berufe Frisörin, Sekretärin, Verkäuferin und Arzthelferin sowie die Schaukästen mit den „Traumberufen“ der damaligen Zeit – zum Beispiel Stewardess. Lehrerin und Ärztin sind die ersten akademischen Berufe und erst nach und nach fanden naturwissenschaftlich ausgebildete Barbies als Astronautin oder Pilotin oder als „uniformierte Berufe“ den Weg in die Regale der Kaufhäuser.

Für Michael Hörmann, den Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser und Gärten, ist Barbie noch viel mehr: Er sieht in ihr ein Kulturphänomen, das global funktioniert und deswegen international bekannter sei als alle 62 Burgen und Schlösser Baden-Württembergs. Außerdem werde sie eine prägende Funktion für die Einordnung unserer Epoche spielen, weil an ihr viele Diskussionen unserer Zeit rund um Sexismus, Kolonialismus oder Black-Facing sichtbar gemacht werden können.

Sein Fazit: Die Ausstellung mache Spaß, sei optisch schön und man müsse danach auch den Kopf einschalten. Es bleibt zu wünschen, dass die Ausstellung an den Erfolg von Wolfram Metzgers „Barbie-World vom Fräuleinwunder zum Kultobjekt in aller Welt“ aus dem Jahr 1998 anknüpft. Die Latte hängt hoch, denn damals fanden rund 70.000 Besucher den Weg ins Schloss.

Sonderführungen geben spezielle Einblicke

Die Ausstellung läuft noch bis zum 21. Februar 2021. Sie ist dienstags bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderführungen durch die Kuratorinnen Bettina Dorfmann und Karin Schrey jeweils um 11.30, 13 und 14.30 Uhr am 27. September, 15. November und 10. Januar. Katalog: „Busy Girl – Barbie macht Karriere“, Arche Verlag, 2008, 2. überarbeitete Auflage, 19.80 Euro.

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