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Fastnacht beginnt

Narren übernehmen die Rathäuser in Bruchsal und Oberhausen-Rheinhausen

Zum Start in die „Fünfte Jahreszeit“ haben Narren in Bruchsal und Oberhausen-Rheinhausen die Rathäuser übernommen. Dabei wurde die (Lokal-)Politik aufs Korn genommen.

Kampagneeröffnung: In Bruchsal präsentierte Graf Kuno den neuen Fastnachtsorden der symbolisieren soll, dass sich in der Barockstadt alles in Bewegung befindet. Foto: Martin Heintzen

Die Ampelkoalition kann neidisch sein: So schnell wie in Oberhausen-Rheinhausen geht in Berlin kein Regierungswechsel vonstatten. Niemand braucht Sondierungsgespräche. Der abgesetzte Regierungschef, in diesem Fall Bürgermeister Martin Büchner (Freie Wähler), beugte sich dem Druck der Öffentlichkeit und rückte den Schlüssel zum Rathaus heraus – und verbrüderte sich sogar mit den Aufmüpfigen.

Auch in Bruchsal haben die Narren die Regie übernommen. Zwischen ersten Weihnachtshütten, Glühweinpyramide und Kinderkarussel eröffnete GroKaGe-Präsident Michael Vettermann auf dem Otto-Oppenheimer-Platz die Fastnachtskampagne.

Die Neuen im Rathaus versprachen in Oberhausen-Rheinhausen gravierende Änderungen. Unter dem Jubel des Volkes verkündeten sie etwa eine Beseitigung aller Oberhäuser Schlaglöcher und die Errichtung eines zentralen Biergartens.

Dem Bürgermeister wolle er zum Ende seiner Ära keine zusätzlichen Faschingsaufgaben übertragen, betonte Obermeuterer Florian Steinhauser. „Was Sie in 24 Jahren nicht hinbekommen haben, bekommen Sie auch in den letzten zweieinhalb Monaten nicht hin.“

In Oberhausen-Rheinhausen wurde Bürgermeister Martin Büchner vorzeitig der Rathausschlüssel entrissen. Foto: Werner Schmidhuber

Etwa 80 Zuschauer, coronabedingt weniger als in den Vorjahren, wurden Zeugen, wie der bisherige Bürgermeister den Tresorschlüssel aus reinem Gold herausrückte, als die blauen Streitkräfte das Rathaus stürmten.

Bürgermeisterkandidaten verfolgen Fastnachts-Spektakel in Oberhausen-Rheinhausen

Alle sieben Bürgermeisterkandidaten verfolgten in freudiger Erwartung die Entlassung Bühners in den vorzeitigen Ruhestand. Zur Erbauung bekam das scheidende traurige Ortsoberhaupt per Urkunde die Narren-Ehrenmitgliedschaft bei der TVKAGE übertragen.

Ein ähnlich buntes Bild bot sich den Schaulustigen in Bruchsal. Für das obligatorische „Mützen auf“ wurde der Zeremonienmeister per Smartphone aus dem Homeoffice zugeschaltet, damit das alljährliche Prozedere pünktlich um 11.11 Uhr seinen Gang nehmen konnte.

Heimfried Werner als legendärer Graf Kuno in Begleitung seines treuen (aber schweigsamen) Knappen Baldrian (Stefan Buchholz) war wieder voll in seinem Element und rief: „Bruchsal bewegt sich, Bruchsal dreht sich, in Bruchsal geht es rund!“

Neuer Karnevalsorden in Bruchsal vorgestellt

Er warnt Bruchsals Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick (parteilos), die er liebevoll mit „Conny“ ansprach: „Bei allem Vorwärtsbewegen und allem Drehen muss man immer aufpassen, dass man sich nicht selbst überholt“, erklärte Graf Kuno dem Stadtoberhaupt. „Ab und zu sollte man die Handbremse ziehen, einen Gang herunterschalten und um die Ecke schauen, wie es weiter geht.“

Traditionsgemäß wurde der neue Karnevalsorden vorgestellt, der der „Urban Mobility“ gewidmet ist. In mehreren Rotationsebenen visualisiert der diesmal dreidimensionale Orden die zukunftweisenden Entwicklungen der Barockstadt: Volocopter, Moritz, Riesenrad und R2D-Efeu.

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