Abiturienten in Baden-Baden starten mit dem Fach Italienisch.
Abitur in Zeiten von Corona: Die Schüler der Klosterschule vom Heiligen Grab haben ihre erste Prüfung geschafft. Die Abiturientinnen fühlten sich durch die Bank weg gut vorbereitet für die Prüfung im Fach Italienisch – trotz weniger Präsenz-Unterricht als üblich. | Foto: Julian Meier

Abitur in Zeiten von Corona

Die Stimmung unter den Abiturienten in Baden-Baden ist wegen Corona gemischt

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Die Schüler der allgemeinbildenden Gymnasien in Baden-Baden stellen sich seit dieser Woche ihrer bislang härtesten Bewährungsprobe. Homeschooling gilt in der Corona-Krise als Ersatz für den Unterricht in den Schulen. Die Stimmung der jungen Erwachsenen ist jedoch durchwachsen.

Der Startschuss für die Abiturprüfungen ist gefallen. Die Abiturienten beginnen mit dem Fach Italienisch.
Bedingt durch die Corona-Krise hat die Klosterschule vom Heiligen Grab den Präsenz-Unterricht erst vor Kurzem wieder aufgenommen.

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Die Schüler der Klosterschule vom Heiligen Grab fühlen sich gut vorbereitet

Die Schüler sehen darin jedoch kein Problem, ganz im Gegenteil. Durch vorbereitende Übungen Zuhause, Video-Konferenzen untereinander und Telefon-Gesprächen mit den Lehrern fühlen sich die Heranwachsenden gut vorbereitet.

Sie haben ihren Lehrern außerdem regelmäßig Italienisch-Textproben gesendet und individuell Feedback erhalten. Für die 17-Jährige Tanja Herr war die Prüfung „nichts Überraschendes“ – die Schülerin hatte sie sich schlimmer vorgestellt. Ihre Mitschüler teilen ihre Meinung und sind jetzt froh, die Klausur hinter sich zu haben.

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Eine Abiturientin verrät im Gespräch mit unserer Redaktion, dass sie sich bewusst für die frühere Prüfung entschieden habe. Der Ausweichtermin nach den Pfingstferien sei für sie nicht in Frage gekommen, da sie die Prüfung so schnell wie möglich hinter sich bringen wollte.

Homeschooling war eine Herausforderung

Im Richard-Wagner-Gymnasium (RWG) startet das Abitur mit der Deutsch-Prüfung erst am Mittwoch. Unter den Schülersprechern Laura Dietrich und Paul Schmälzle herrscht gemischte Stimmung. Sie mussten sich in Fächern wie Mathematik Themen selbst beibringen.

Diese „andere Form des Lernens“ war für Schmälzle eine Herausforderung. Beide sind froh, dass sie sich seit zwei Wochen wieder in der Schule vorbereiten können, betont Dietrich und lächelt. Die Abiturienten sind sich einig: Die Lehrer haben sich mit den Lerneinheiten viel Mühe gegeben und versucht, „das Beste draus zu machen“.

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Große Abstände zwischen den Abiturienten in den Prüfungsräumen

RWG-Direktor Matthias Schmauder hat seine Schüler während des Homeschoolings mit Mathe-Aufgaben und Erklär-Videos versorgt. Er berichtet nur positiv von dieser Alternative zum Unterricht in der Schule: Das Lernkonzept „hat sehr gut funktioniert“.

In den Prüfungsräumen sind die Tische so positioniert, dass die Abstände zwischen den Schülern während des Abiturs zwei Meter betragen. Eigentlich wären die Jugendlichen zu zweit an einem Tisch gesessen und durch einen Sichtschutz voneinander getrennt gewesen, erklärt Schmauder.

Schüler müssen während dem Abi keine Masken tragen

Um eine eventuelle Ansteckungsgefahr gering zu halten, wird außerdem im Stundentakt in den Prüfsälen durchgelüftet. Das sorge nicht nur für einen kühlen Kopf der Jugendlichen, sondern auch für saubere Luft.
Für die Schüler, die zu der Corona-Risikogruppe zählen, wird ein weiterer Raum zur Verfügung gestellt.

Die Schüler müssen dann durch einen separaten Eingang hindurch und sitzen getrennt von ihren Mitschülern. Während den Prüfungen müssen die Jugendlichen keine Masken tragen.