Als Parkplatz dient momentan die Sporgasse. Und bei Peter und Paul ist dort der Vergnügungspark. Das ist auch beim Fest 2020 noch der Fall, wie die BNN nun erfahren haben. | Foto: Rebel

Zusicherung von Baufirma

Sporgasse: Umbau erst nach Peter und Paul 2020

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Die Bebauung des Sporgassen-Areals stößt nach wie vor nicht auf ungeteilte Zustimmung in der Bevölkerung, beim Einzelhandel und bei der Vereinigung Alt-Brettheim (VAB). Vor gut einem halben Jahr hatte sich der Gemeinderat einstimmig für eine Bebauung der letzten großen Freifläche in der Innenstadt durch die Firma weisenburger projekt GmbH (Rastatt) ausgesprochen. Die solle dort eine zweigeschossige Tiefgarage und ein Gesundheitszentrum errichten – Baubeginn in diesem November. Das Datum werde man allerdings nicht halten können, räumt Sven Müller, Chef der Firma weisenburger projekt, im Gespräch mit den BNN ein. Sein Unternehmen habe ursprünglich vorgehabt, im zweiten Quartal mit den Bauarbeiten zu beginnen, doch dann habe er von Peter und Paul gehört: „Wir möchten, das Fest nicht behindern. Dann fangen wir eben nach dem Fest an“, versichert Müller gegenüber den BNN.

Dick: Planungen für Peter und Paul 2020 laufen so wie bisher

Er sei „sehr angenehm überrascht“ von der Nachfrage für das Gesundheitszentrum. „Stand heute haben sich zwölf Ärzte und andere medizinische Dienstleister, darunter etwa eine Apotheke, ernsthaft für unser Projekt interessiert.“ In den nächsten Tagen werde man mit diesen Vorverträge abschließen. „Wir gingen mal von 2200 Quadratmetern aus, jetzt sind es 3 150 Quadratmeter Mietfläche“, sagt der Geschäftsführer.

 

So soll es auf der Sporgasse aussehen, wenn die Firma weisenburger projekt dort ihr Gesundheitszentrum errichtet hat. | Foto: weisenburger projekt

Stadtvogt Peter Dick zeigte sich unmittelbar nach Bekanntwerden gegenüber den BNN „hocherfreut“ über die Ankündigung Müllers. „Das bedeutet, dass wir im Herbst mit unseren Schaustellern weiterhin so planen können wie bisher“, freut sich der Vorsitzende der Vereinigung Alt-Brettheim (VAB).

Wolff: Stadt wird Platz hinterm Technischen Rathaus richten

Unabhängig von der aktuellen Ankündigung des Unternehmens hatten sich die VAB-Verantwortlichen bereits vor einiger Zeit Gedanken über Alternativen für den Standort Vergnügungspark gemacht. So hatte eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Leo Vogt im Jahr 2012 über 20 verfügbare Bereiche auf ihre Tauglichkeit für den Vergnügungspark untersucht. Inzwischen gibt es laut Peter Dick nur noch eine Alternative: den Parkplatz hinter dem Technischen Rathaus, auch als „Gleisdreieck“ bekannt.

 

Nach 2020 könnte auf dem Gelände hinter dem Technischen Rathaus der Vergnügungspark untergebracht werden. | Foto: Rebel

Das sieht auch OB Martin Wolff so: Er habe den Parkplatz schon im Hinblick auf eine mögliche Nutzung für Peter und Paul anlegen lassen, erklärt Wolff. Es werde nun geprüft, welche Versorgungsleitungen und -anschlüsse es noch benötige. Und die Stadt werde „Geld in die Hand nehmen“ und einen zweiten Fluchtweg anlegen. Zudem könne man auch das Gelände vor dem Technischen Rathaus, also in der Hermann-Beuttenmüller-Straße, für das Fest nutzen.

 

VAB-Chef lehnt Peter und Paul ohne Rummel ab

Die gelegentlich ins Gespräch gebrachte Alternative, das Peter-und-Paul-Fest ohne Vergnügungspark zu feiern, lehnt Dick klar ab: „Dann fehlt für mich der Festcharakter.“ Seit urdenklichen Zeiten habe man um Peter und Paul Schützenfeste gefeiert, mit Rummel und Belustigung. „,Wir leben unsere Geschichte’ heißt für mich ja auch, dass schon immer auch gefeiert wurde – mit allem Drum und Dran.“

Stadt hat bereits Ideen für Kompensation von Parkplätzen

Wenn weisenburger projekt mit dem Bau der Tiefgarage beginne, würden zwischen 60 und 70 Parkplätze auf der Sporgasse wegfallen, sagt der OB. „Wir haben uns aber schon längst Gedanken gemacht, wie wir das kompensieren können.“ So könnten beispielsweise Dauerparker dazu ermuntert werden, auf dem Platz hinter dem Technischen Rathaus zu parken. Wolff: „Die paar Hundert Meter kann man ja locker in die Stadt laufen.“ Zudem seien Am Husarenbaum kostenlose Parkplätze geschaffen worden, um beispielsweise Lehrern entgegenzukommen. Bei „Peppino“ in der Weißhofer Straße oder an der Jahnhalle gebe es darüber hinaus Parkflächen. „Das ist alles fußläufig machbar, finde ich.“
Wolff versicherte, dass die Stadt dafür sorgen werde, dass die Tiefgarage Sporgasse so schnell wie möglich gebaut werde, um dort wieder zusätzliche Parkmöglichkeiten zu schaffen, bevor das restliche Areal an die Reihe komme.