Kernkraftwerk Philippsburg
Das Luftbild zeigt das Kernkraftwerk Philippsburg. | Foto: Uli Deck/dpa

Reaktor schaltet um 19 Uhr ab

EnBW nimmt das Atomkraftwerk Philippsburg an Silvester vom Netz

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Das Atomkraftwerk Philippsburg 2 soll bis zum letzten möglichen Tag Strom produzieren. Der Betreiber EnBW will den Reaktor am Silvestertag gegen 19 Uhr vom Netz nehmen. Gesetzlich vorgeschrieben sei die Abschaltung des vorletzten noch arbeitenden Atomkraftwerks in Baden-Württemberg bis Mitternacht.

Danach wird im Südwesten nur noch Neckarwestheim 2 im Landkreis Heilbronn laufen. Dieser Meiler darf noch bis Ende 2022 Strom produzieren.

EnBW will im kommenden Jahr mit dem Rückbau in Philippsburg beginnen. Die bereits stillgelegten Reaktoren Obrigheim im Neckar-Odenwaldkreis, Philippsburg 1 und Neckarwestheim 1 werden schon seit Jahren zurückgebaut.

EnBW-Führung im AKW Philippsburg vor der Abschaltung des Block 2.
EnBW-Führung im AKW Philippsburg vor der Abschaltung des Block 2. | Foto: Rake Hora

Radioaktiver Müll wird aber noch auf Jahre in Philippsburg lagern. Seit 2007 liegt Atommüll im dortigen Zwischenlager am Rande des Kraftwerks-Geländes. Dieses verfügt über insgesamt 152 Castoren-Stellplätze. Derzeit befinden sich 62 Behälter mit hoch radioaktivem Material darin.

Weitere 40 Behälter mit Brennelementen sollen in den nächsten Jahren folgen. Zudem werden fünf weitere Castoren mit mittelradioaktivem Inhalt aus der Wiederaufbereitungsanlage im französischen La Hague erwartet.

Die Bundesregierung hatte den beschleunigten Atomausstieg nach der Erdbebenkatastrophe im japanischen Fukushima im Jahr 2011 beschlossen. Demnach sollen bis Ende 2022 alle Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet sein.

Mehr zum Thema: In unserem großen Dossier zum AKW Philippsburg befassen sich unsere Autoren mit der Geschichte und der Zukunft der Anlage