Die Firma Wircon prüft entlang der A 5 bei Kronau und Waghäusel-Kirrlach Standorte für bis zu zehn Windräder. | Foto: dpa

Wircon prüft Standorte

Geplanter Windpark an A5 bei Waghäusel und Kronau wirbelt viel Staub auf

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Die Pläne der Waghäuseler Firma Wirsol für einen Windpark an der A5 in Höhe von Kronau und Kirrlach wirbeln nach einem Bericht des SWR in einigen der betroffenen Gemeinden Staub auf: „Seit einigen Wochen sickern immer wieder vereinzelte Informationen durch, was in erheblichem Maße zur Unruhe bei den Bürgerinnen und Bürgern führt“, heißt es beispielsweise in einer Pressemitteilung der Gemeinde Kronau, die eine vergleichbare Informationsveranstaltung anmahnt, wie sie am Dienstag, 25. Juni, im Waghäusel geplant ist.

Infoveranstaltung am 25. Juni in Waghäusel

Nach Darstellung des Energiedienstleisters Wircon GmbH prüft die Tochter Wirsol die vom Forst Baden-Württemberg sowie Waghäusel, Kronau und Bad Schönborn ausgewiesenen Flächen westlich und östlich der Autobahn auf ihre ökologischen, ökonomischen und technischen Rahmenbedingungen für einen Windpark. Dazu wurden etwa Windmessungen vor Ort vorgenommen. Auch die Bodenbeschaffenheit muss stimmen und wird entsprechend untersucht.

Flächen im Wald

Die Stadt Waghäusel hat auf ihrer Gemarkung bereits Waldflächen durch einen rechtskräftigen Teilflächennutzungsplan Windenergie offen gelegt. Nach Abschluss der Prüfungsphase soll in Waghäusel deshalb bereits am 25. Juni die erste öffentliche Informationsveranstaltung stattfinden. In Kronau und Bad Schönborn befindet sich das Vorhaben noch in der Offenlage. Dort sind nach Angaben von Wircon-Sprecher Jürgen Scheurer im Laufe des Jahres ebenfalls Informationsveranstaltungen für die Bürger geplant.

Kronau fordert Gleichbehandlung

Kronaus Bürgermeister Frank Burkard hatte in der Pressemitteilung am Montag davon gesprochen, dass Wirsol eine solche Veranstaltung ablehne – und eine Gleichbehandlung der betroffenen Gemeinden gefordert. Beim Unternehmen selber geht man von einem Missverständnis aus.

Bedenken sollen berücksichtigt werden

Im Rahmen des Scoping-Verfahrens innerhalb des laufenden Planungsprozesses stehen nun die Themen Naturschutz, Abstand zur Wohnbebauung und das Landschaftsbild zur Diskussion. Durch die Öffentlichkeitsbeteiligung sollen Bedenken und sachliche Einwendungen im Rahmen der weiteren Prüfungen und Planungen Berücksichtigung finden, wie es seitens des Energiedienstleiters heißt. Laut Wircon-Tochter befinden sich alle Flächen in Waldgebieten. Der notwendige Holzeinschlag sei mit dem Forst und dessen Bewirtschaftungsplänen abgestimmt.

Bis zu 200 Meter hoch

Gerd Hager, Direktor des Regionalverbands, sprach auf BNN-Anfrage von bis zu zehn Windrädern mit einer Leistung von jeweils drei bis fünf Megawatt. Sie sollen im Abstand von 1 000 Metern zur Wohnbebauung aufgestellt werden und bis zu 200 Meter hoch werden, um Verwirbelungen oberhalb der Baumwipfel zu verhindern. Nach Einschätzung Hagers werde die Diskussion im laufenden Prozess nun Fahrt aufnehmen.