Der Bergfried der Burg Windeck (rechts) ist aktuell nicht zugänglich. Weil ein kurzer Abschnitt der Ringmauer eingestürzt ist, ist aktuell kein Zugang zur gesamten Oberburg möglich. | Foto: Ulrich Coenen

Hoch über Bühl

Oberburg Windeck ist nach Mauerabsturz gesperrt

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Die Burg Windeck sorgt für Schlagzeilen. Das „Windecker Reiterlein“ beschäftigt das Amtsgericht, nun musste auch die Oberburg für das Publikum gesperrt werden. Bereits am Drei-Königs-Wochenende ist eine alte Eiche im Bereich der südwestlichen Ringmauer (Richtung Spielplatz) umgestürzt. Dabei wurde die Ringmauer beschädigt. Dutzende von Bruchsteinen stürzten die Böschung hinab.

Eiche neigte sich Richtung Tal

„Weil wir bei der Verkehrssicherung in der Pflicht sind, hat der Eigentümer in Absprache mit der Stadt die Oberburg gesperrt“, berichtet der städtische Pressesprecher Matthias Buschert. Dass die Eiche sich gefährlich in Richtung Tal neigte, hatte die Stadt bereits Ende November festgestellt und entsprechend reagiert. Der gefährdete Bereich wurde großflächig gesichert und war für Besucher nicht mehr zugänglich.

Baum wurde zersägt

Der umgestürzte Baum wurde bereits wenige Tage nach Dreikönig zersägt und entfernt. Als mögliche Ursache gilt rathausintern der extrem trockene Sommer, der der Eiche geschadet haben könnte. Nachdem diese umgestürzt war, wurde aber kein Sachverständiger mehr hinzugezogen. Die Burg Windeck wird von der Kommune ein- bis zweimal pro Jahr routinemäßig auf ihre Verkehrssicherheit hin überprüft. Eine Gefahr für die Besucher hat nach Auskunft von Buschert im Dezember und Januar zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Burgherr Junker veranlasst Sanierung

Der neue Burgherr Erwin Junker will dafür sorgen, dass die Burg möglichst bald wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Der in Bühl unterhalb der Windeck wohnende Unternehmer, dessen Maschinenfabrik sich in Nordrach (Ortenaukreis) befindet, wird nach Auskunft einer Firmensprecherin umgehend handeln, sobald das Wetter dies zulässt. „Die Burg ist Eigentum von Herrn Junker und er kümmert sich selbstverständlich um das Denkmal“, sagte sie. Die Schäden sollen repariert werden, ein neuer Handlauf zur Sicherung der Besucher wurde bereits am Montag beim Handwerker bestellt.

Eine große Lückeklafft nach dem Absturz einer alten Eiche in der Ringmauer unterhalb des Bergfrieds. | Foto: Ulrich Coenne

Bereits frühere Schäden

Die Schäden an der Ringmauer haben eine Vorgeschichte: 1990 hat die Stadt Bühl mit dem damaligen Eigentümer der Burg Windeck (Fischer) einen Pacht- und Gestattungsvertrag geschlossen, der 1993 durch den neuen Besitzer (ein namhafter Hersteller von Tür- und Hauskommunikation) bestätigt wurde. Vor 28 Jahren teilten sich Stadt und Eigentümer die Kosten, um den jahrzehntelang geschlossenen Bergfried wieder als Aussichtsturm für Besucher zugänglich zu machen. Für die Verkehrssicherheit der Oberburg ist seitdem die Kommune zuständig ist. Nachdem bereits 2014 Schäden an der Ringmauer festgestellt wurden, stritten sich Stadt und der damalige Eigentümer im Januar 2018 vor dem Landgericht Baden-Baden, wer für die Sanierungsarbeiten zuständig ist.

Neuer Eigentümer als Glücksfall

Als Erwin Junker im Februar 2018 die Burg mit dem Restaurant kaufte, endete dieser Zwist. Der neue Eigentümer erledigte alle notwendigen Arbeiten auf seine Rechnung. Kein Wunder, dass Oberbürgermeister Hubert Schnurr damals schwärmte: „Dieser Investor ist ein Glücksfall!“ Diese Einschätzung gilt offensichtlich nach wie vor, denn auch den neuerlichen Schaden an der Ringmauer will Junker auf seine Rechnung beseitigen lassen. Die spätromanische Ruine, die sich auf einem Bergsporn 378 Meter hoch über Bühl erhebt, liegt dem Unternehmer offensichtlich am Herzen.