Es grüßt die Zwetschgenkönigin Jessica I. Der Wagen der Königin ist stets ein zentraler Blickfang. | Foto: Bernhard Margull

Farbenfroh und ideenreich

Umzug wird zum Höhepunkt des Bühler Zwetschgenfests

Anzeige

Schon 1927, als das erste Bühler Zwetschgenfest gefeiert wurde, gab es einen Umzug zu bestaunen. So ist es eine sehr lange Tradition, an die Jahr für Jahr angeknüpft wird – und genauso regelmäßig wird der Umzug zum Höhepunkt der Festtage.

Es mögen vielleicht ein paar Zuschauer weniger gewesen sein als in anderen Jahren. Die aber, die trotz des bescheidenen, aber trockenen Wetters gekommen waren, wurden reich belohnt: Farbenprächtig und ideenreich kam der Umzug daher und wurde nicht nur zum Höhepunkt des 72. Bühler Zwetschgenfests, sondern auch zu einem Fest für Augen und Ohren – und dank flüssiger oder fester Obstgaben mitunter auch für die Geschmacksnerven.

Absage wurde befürchtet

Ein Jammer (und wohl auch eine Premiere in der langen Festgeschichte) wäre es gewesen, wäre der Umzug ins (Regen-)Wasser gefallen. Die Gefahr hatte durchaus bestanden: der morgendliche Regen und die prognostizierten nachmittäglichen Regenfälle hatten in der Stadtverwaltung tatsächlich die Befürchtung aufkommen lassen, den Umzug absagen zu müssen. Doch es kam anders, und bei der Fahrt durchs Hänferdorf verriet Zwetschgenkönigin Jessica I. auf ihrem gewohnt opulenten Festwagen, warum es doch noch geklappt hat: „Wir haben immer daran geglaubt.“

Ein echter Zwetschgenbaum

Der Wagen der Königin markierte fast schon das Ende des Umzugs. Zuvor hatte es zahlreiche sehenswerte Beiträge gegeben; Bühler Vereine und Einrichtungen hatten sich ordentlich ins Zeug gelegt. Der Obst- und Gartenbauverein Viimbuch präsentierte eine Reihe von Feldfrüchten und Obstsorten, die Winzergruppe Eisental der Schartenberghexen, gewissermaßen den Wagen der Affentaler Weinkönigin Alisia I. eskortierend, hatten einen ganzen Bottich Trauben dabei, den speziellen Traubensaft natürlich auch, und der Skiclub Bühl ließ über historische Bretter staunen. Nicht lumpen hatten sich auch die Fastnachtsvereine lassen: Der Allda Kappelwindeck erwies auf pfiffige Weise den „jubilierenden“ Vereinen und Einrichtungen seine Reverenz, und die Bühler Narrhalla fuhr gar einen echten, selbstredend bereits abgeernteten Zwetschgenbaum durch die Straßen und verzichtete auch aufs Helau – stattdessen hieß es „Quetsche blau“.

Am Ende passte alles

Drei vertraute Dinge prägten darüber hinaus den Umzug. Neben der Zwetschgenkönigin und der Weinkönigin gewährten weitere Blaublüterinnen dem Publikum ihre Gunst: von den Hügelsheimer Spargelhoheiten über die Erdbeerkönigin und die Bierköngin bis zur Destillatkönigin – letztere drei alle über ganz Baden-Württemberg „herrschend“. Musik war ebenso wieder ein unverzichtbarer Bestandteil, und vermutlich war das Badnerlied das mit Abstand am häufigsten gespielte Stück – ganz zum Wohlgefallen des Publikums. Und dann waren da noch die Fanfarenzüge: vorneweg wie seit 1960 die „Windeck“-Gastgeber, nicht nur verstärkt etwa durch Musiker aus Weisweil und Weisenbach, sondern zum 60. auch eine Jubiläumsfanfare präsentierend. So fügte sich am Ende, Wetter hin, Wetter her, doch alles zu einem gelungenen Sonntagnachmittag zusammen.