Guter Rat ist in diesem Fall nicht teuer: Große Reiseveranstalter zeigen sich flexibel, wenn das Reiseziel durch die Corona-Infektionen zum Risiko wird. | Foto: Bernhard Margull

Infektionskrankheit

Wegen Coronavirus stehen Reisen und Klassenfahrten in Bühl auf dem Prüfstand

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Das Coronavirus durchkreuzt manche Reisepläne. Zumindest wird es in Zeiten der Infektionskrankheit schwieriger. Das gilt nicht nur für Urlauber, auch in den Schulen  in Bühl gibt es Probleme, beispielsweise wegen geplanter Klassenfahrten.

Die Stimmung in den regionalen Reisebüros ist gelinde gesagt wegen der anhaltenden Anfragen, Umbuchungen und Stornierungen aufgrund der Corona-Infektionen sehr angespannt. Hinzu kommen Unsicherheiten in Griechenland, wo Tausende Flüchtlinge vor der Grenze stranden. „Bei uns schlägt das aktuell noch nicht durch.

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Der Flugbetrieb bei TUI-Fly und den anderen Gesellschaften läuft normal, was jedoch über die momentanen Buchungen für Sommer überhaupt nichts aussagt“, schätzt Elke Fleig vom Baden-Airpark in Rheinmünster die Lage ein. Bei den Urlaubs-Destinationen ist die Türkei nach Angaben der Veranstalter schon seit geraumer Zeit nicht mehr im Fokus der Buchungen. Jetzt ist auch noch die große Reisemesse ITB in Berlin wegen des Corona-Virus abgesagt worden.

Flugzeuge bleiben am Boden

Branchenexperten rechnen damit, dass sich der neu anschwellende Flüchtlingsstrom Richtung Griechenalnd auf die Bucher für die kommende Sommer-Reisesaison auswirkt. Die Lufthansa ergreift im Kampf gegen die Auswirkungen des Coronavirus bereits drastische Maßnahmen, streicht Flüge nach Italien und hält Flieger am Boden.

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TUI etwa bot Kunden, die ihre Reise aufgrund des Coronavirus nicht antreten wollen, eine kostenlose Umbuchung oder Stornierung an. Auch der Reiseveranstalter Alltours reagiert auf die schwierige Situation. Alle Flugreisen für den Reisezeitraum 15. März bis 31. Oktober können bis 14 Tage vor Abreise kostenlos storniert oder umgebucht werden. Das bedeutet, die Branche kommt mächtig in Bewegung: Bei den örtlichen Reisebüros laufen die Drähte heiß.

Wir arbeiten durch und versuchen zu helfen, wo wir können

Mitarbeiter eines Bühler Reisebüros

„Wir arbeiten durch und versuchen zu helfen, wo wir können“, erklärt ein Reisebüro-Mitarbeiter, der mit Rücksicht auf seinen Arbeitgeber nicht genannt werden will. Die Auskünfte unter den Bühler Reiseanbietern sind mehr als dürftig und teilweise emotional geprägt. Immer wieder wird auf die vielen Kundenanfragen verwiesen, die zum saisonalen Buchungs-Auftankt nun hinzukommen. „Wir haben hier viel zu tun, vor allem wegen der zahlreichen Umbuchungen und eigentlich für die Presse nicht auch noch Zeit. Vielleicht eher am späten Nachmittag“, gibt deshalb auch eine Mitarbeiterin zu verstehen.

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Nach dem Ende der Fastnachtsferien, in denen viele Familien in Skiurlaub waren, hat das Kultursministerium alle Schüler, die sogenannte Risiskogebiete besucht haben, aufgefordert, in den beiden nächsten Tagen daheim zu bleiben. Das sind im Windeck-Gymnasium aber weniger als fünf Schüler. Dies berichtete Schulleiterin Andrea Körner auf Anfrage dieser Zeitung. „Schüler und Lehrer gehen ruhig und besonnen mit der aktuellen Situation um“, erklärte sie. „Es gibt aber schon eine gewisse Anspannung.“ Die Lehrer haben die Schüler am Montag auf sinnvolle Hygienemaßnahmen zur Vorbeigung aufmerksam gemacht, in einer Mail an alle Eltern hat Körner auch diese für das Thema sensiblisiert.

Schulen warten ab

Ein anderes Thema sind Klassenfahrten. „In dieser Hinsicht warten wir die weitere Entwicklung erst einmal ab“, sagt Körner. „Die großen Studienfahrten der Oberstufe stehen erst im September auf dem Programm. Das besteht aktuell noch kein Handlungsbedarf.“ Kleinere Projekte sind aktueller. In der nächsten Woche reisen 15 Bühler Schüler der neuten Klassen zum Gegenbesuch in die franzöische Partnerstadt Villefranche. „Kein Rsisikogebiet“, betont Körner. „Dennoch warten wir auch in diesem Fall die Enwicklung ab und entscheiden erst am Freitag.“

Am 3. April treffen sich Schüler der sechsten Klassen mit der Partnerschule in Straßburg. Auch in dieser Angelegenheit ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen. „Wir wollen nicht in Panik verfallen“, meint Körner. „Aber wir wollen natürlich auch keine Risiken eingehen. Die Situation ändert sich täglich.“