König Metall in Gaggenau leidet unter dem Produktionsrückgang beim Hauptkunden, dem Mercedes-Benz-Werk in Wörth. Die Geschäftsleitung des Automobilzulieferers König Metall fordert jetzt deutliche Zugeständnisse von der Belegschaft, auch Mehrarbeit ohne Vergütung. | Foto: Dorscheid

Gaggenauer Firma unter Druck

König Metall will Großteil des Weihnachts­gelds streichen

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König Metall will rechtzeitig gegensteuern. Vor dem Hintergrund einer sich spürbar verschlechternden Wirtschaftslage fordert der Automobilzulieferer, der in Gaggenau rund 750 Mitarbeiter beschäftigt, Einsparbeiträge von der Belegschaft. BNN-Informationen, wonach die Beschäftigten auf 70 Prozent des Weihnachtsgeldes verzichten sollen und zudem zweieinhalb Wochenstunden (37,5 statt 35) mehr arbeiten sollen, ohne dass diese vergütet oder gutgeschrieben werden, bestätigt auf Nachfrage die IG Metall Gaggenau.

Auch das Szenario einer Produktionsverlagerung beziehungsweise einer möglichen Vergabe an Fremdfirmen soll gegenüber der Belegschaft angedeutet worden sein. Die Erste Bevollmächtigte der IG Metall Gaggenau, Claudia Peter,  spricht von „heftigen Diskussionen in der Belegschaft“ und davon, dass in einer IG Metall-Mitgliederversammlung die Weichen für das weitere Vorgehen gestellt würden. Denkbar sei demnach ein Verhandlungsauftrag, mit dem die Gewerkschaft in die (weiteren) Gespräche mit der Geschäftsleitung geht.

Umsatzeinbruch beim Hauptkunden

Die Geschäftsführung weist in ihrer Stellungnahme gegenüber dieser Zeitung auf den hohen Kostendruck im eigenen Haus hin, der sich in recht kurzer Zeit durch den Umsatzeinbruch beim Hauptkunden Daimler Trucks in Wörth aufgebaut habe. Der Bereich Automotive ist, auch wenn inzwischen der Weg zu weiteren Produkten eingeschlagen worden ist, weiterhin der mit Abstand wichtigste im Portfolio von König Metall.

Weniger Leiharbeiter

Es habe Sondierungsgespräche gegeben mit dem Ziel, einen Ergänzungstarifvertrag mit der IG Metall abzuschließen, so die Geschäftsführung. Es seien „ergebnisoffene Verhandlungen“; zu Einzelheiten könne man deshalb jetzt noch nicht Stellung nehmen. Kurzarbeit oder Personalabbau bei der Stammbelegschaft seien „derzeit kein Thema“, wird betont; wohl aber werde die Zahl der Leiharbeiter nicht zu halten sein.

IG Metall: Zahlen vorgelegt

Claudia Peter von der IG Metall sieht die Notwendigkeit des Unternehmens, sich für die Zukunft fit machen zu müssen („Die Situation wurde uns gegenüber offen dargelegt“), sie sagt aber auch: „Sollten wir auf wirtschaftlich schwierige Zeiten zusteuern, darf das nicht einseitig auf dem Rücken der Beschäftigten erfolgen.“