Lalaine Mahler aus Loffenau nimmt im Oktober 2019 in Venezuela an einem Schönheitswettbewerb Miss Grand International teil. Die 19-Jährige hat 2018 begonnen, bei solchen Wettbewerben teilzunehmen. Sie berichtet von ihren Erfahrungen und dem, was ihr im Oktober bevorsteht. Bild im Murgpark Gaggenau
Lalaine Mahler begeisterte sich schon als Kind für Schönheitswettbewerbe. Auf den Philippinen, von denen ihre Eltern stammen, seien sie Events „wie die WM“, sagt sie. | Foto: Hans-Jürgen Collet

Schönheitskönigin aus Loffenau

19-Jährige trainiert für Miss-Wahl in Venezuela: „Als Miss International hast du eine große Reichweite“

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„Miss Grand Germany 2019“ und „Miss International Philippines Deutschland 2018“ ist sie bereits, „Miss Grand International 2019“ könnte sie bald werden: Lalaine Mahler, 19 Jahre alt, wird vom 1. bis 27. Oktober nach Venezuela reisen, um dort bei ihrem sechsten Schönheitswettbewerb anzutreten. Soziale Projekt- und PR-Arbeit erwarten sie dort, bevor sie sich in einem Interview, Kostüm, Bikini und Abendmode präsentiert – und womöglich am 25. Oktober mit Krone, Schärpe und Siegerstatue gekürt wird.

Derzeit steckt die Loffenauerin mitten in der Vorbereitung: Jeden Tag recherchiert sie zu Hause für das Wettbewerbsinterview zur politischen und sozialen Situation in Venezuela. Denn nicht nur ihre Person, sondern auch einen Weg zu allgemeinem Wohlergehen und Weltfrieden soll sie in dem Gespräch skizzieren können.

Sport und Recherche füllen ihre Tage

Mindestens einmal pro Tag und gut zwei Stunden lang besucht Lalaine Mahler ein Fitnessstudio. Vier Kilo solle die schlanke junge Frau bis zum Wettbewerbsbeginn am 9. Oktober noch abnehmen, wurde ihr aufgetragen.

Außerdem postet sie als „lalainedquintana“ fleißig Instagram-Beiträge, entsprechend der Planung ihres Managers.

 

Es geht nicht nur um Schönheit

Lalaine Mahler sieht sich einer doppelten Herausforderung gegenüber: „Es geht nicht nur um Schönheit, sondern auch um Intelligenz“, sagt sie.

Sich konstant in Wort und Gestalt optimal zu präsentieren ist anstrengend. Erst vor wenigen Monaten hat sie deshalb überlegt, nicht mehr bei Schönheitswettbewerben anzutreten, die High Heels wieder gegen gemütliche Schuhe einzutauschen.

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2018 hat sie ihren ersten Wettbewerb gewonnen

2018 hatte sie bei ihrem ersten Wettbewerb mitgemacht und gleich den Titel „Miss International Philippines Deutschland“ gewonnen. Im Mai und Juli 2019 folgten Platz 5 beim europäischen und die Top 20 beim weltweiten Contest „Miss Earth Philippines“.

Zur Teilnahme am Wettbewerb „Miss Frankfurt“, bei dem sie im August den dritten Platz belegte, mussten die Veranstalter sie überreden. Die Leandro Aponte Model Agentur schlug ihr kurz darauf vor,  an den Miss-Grand-Wettbewerben im September und Oktober teilzunehmen. Ja sagte sie, weil sie es als Ehre empfand, Deutschland repräsentieren zu dürfen.

Ich will, dass ich meinen Kindern erzählen kann, was ich gemacht habe

„Ich wollte eigentlich die Schule weitermachen.“ Im Jahrgang I der HLA Gernsbach, Wirtschaftsoberschule, war sie, als sie sich entschied, ab dem Frühjahr 2019 auszusetzen. Ihr Vater habe sie dazu ermutigt: Die Schule könne sie später beenden, argumentierte er, doch so eine Chance komme so schnell nicht wieder. Das überzeugte sie: „Ich will, dass ich meinen Kindern mal erzählen kann, was ich gemacht habe.“

Die junge Frau aus Loffenau begegnet auch Kritik

Aus ihrem direkten Umfeld erfährt Lalaine Mahler vorwiegend Unterstützung. Die Eltern, die drei jüngeren Brüder, die Freundinnen stehen hinter ihr. Doch auch Vorwürfe muss sie sich gefallen lassen: Arroganz sei ihr beispielsweise unterstellt worden, berichtet sie. Für ihre Entscheidung, die Schule zu unterbrechen, erntete sie ebenfalls Kritik. „Aber es macht mir nichts aus, solange ich Spaß daran habe.“

Online-Kommentare hingegen versetzen ihr bisweilen einen Stich. Beispielsweise, wenn sie liest, ihre durch jahrelanges Basketball-Training muskulös geformten Beine seien zu dick. Magersüchtig, sagt sie, wolle sie ja auch nicht aussehen.

Als Miss International hast du große Reichweite

Der Erwartungsdruck von außen und innen, das Lampenfieber, ist keine Kleinigkeit. Trotzdem macht ihre Teilnahme Lalaine Mahler Freude. In ihrer Rolle will sie auch etwas bewegen. „Als Miss International hast du eine große Reichweite“, sagt sie.

Bäume pflanzen und Schulsachen verteilen

Im Sommer habe sie beispielsweise auf den Philippinen geholfen, Bäume zu pflanzen, Schulsachen und Essen verteilt. Ähnliche Aktionen seien in Venezuela geplant. Die „Miss Grand International“ werde sich außerdem ein Jahr lang in Thailand, wo der Wettbewerb 2013 von einem TV-Moderatoren und Produzenten ins Leben gerufen wurde, engagieren.