Unfall
Das Polizeipräsidium Karlsruhe hat am Freitag die Statistik zu den Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr veröffentlicht. Große Unterschiede wurden dabei zwischen den verschiedenen Einsatzgebieten des Präsidiums deutlich. | Foto: Patrick Seeger/Archiv

Unfallstatistik 2018

Mehr Verkehrstote im Landkreis Karlsruhe, weniger Unfälle in Pforzheim

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Das Polizeipräsidium Karlsruhe hat am Freitag die Statistik zu den Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr veröffentlicht. Große Unterschiede wurden dabei zwischen den verschiedenen Einsatzgebieten des Präsidiums deutlich, das neben dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe auch Pforzheim, den Enzkreis und den Kreis Calw umfasst.

In Zusammenarbeit mit unserem Mitarbeiter Ekart Kinkel

Während die Zahlen im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe entweder stabil blieben oder in Teilbereichen sogar zurückgingen, sind sie im Stadt- und Landkreis Karlsruhe 2018 teils deutlich angestiegen. In Pforzheim hingegen gab es 2018 weniger Unfälle, als im Vorjahr der Enzkreis hielt sich auf dem Niveau von 2017.

Pedelecs werden unterschätzt

Ein echter Ausreißer in der Statistik ist die Zahl der verunglückten Fahrradfahrer, die im vergangenen Jahr mit 1145, davon 70 in Pforzheim, einen neuen Rekordwert erreichte. Für Probleme sorgt laut den Statistiken der Polizei vor allem die steigende Anzahl der Pedelecs. „Dass diese Räder 25 Stundenkilometer schnell werden, wird teilweise noch unterschätzt“, so Gerber.

Die Zahl der verunglückten Kinder ist im Bereich des Polizeipräsidiums dagegen von 345 auf 307 gesunken. Bei den Senioren gab es dafür einen Anstieg von 640 auf 680. Auf den Autobahnen A5 und A8 gab es einen Rückgang der Unfälle um 181 auf 3237. Dabei wurden acht Menschen tödlich verletzt (2017: fünf), die Anzahl der Verunglückten stieg von 664 auf 763.

Bei der Unfallstatistik gibt es immer wieder gewisse Phänomene, die wir uns nicht richtig erklären können.

Ralf Gerber, Leiter des Stabsbereich Einsatz beim Karlsruher Präsidium

Die gute Bilanz von Pforzheim und dem Enzkreis hatte auch positive Auswirkungen auf die Unfallstatistik des gesamten Polizeipräsidiums, in dessen Zuständigkeitsbereich sich 2018 insgesamt 38.489 Unfälle ereigneten. „Die Hälfte davon waren aber Bagatellunfälle mit geringem Sachschaden“, betonte Gerber. Die häufigsten Unfallursachen waren nach den polizeilichen Erhebungen einmal mehr mangelnder Abstand, überhöhte Geschwindigkeit und Missachtung der Vorfahrt. Doch auch die starke Ablenkung durch Handys sorgt mittlerweile für zahlreiche Unfälle. So wurden 2018 insgesamt 10.494 Verkehrsteilnehmer wegen der unerlaubten Nutzung von Mobiltelefonen angezeigt.

Und das ist sicherlich nur die Spitze des Eisbergs. Die Leute sind sich der Gefahren durch die mediale Ablenkung offenbar nicht bewusst

Polizeidirektor Martin Plate

Für Unverständnis sorgen bei Polizeidirektor Martin Plate die zahlreichen Gurtmuffel. 12.974 Verkehrsteilnehmer wurden im vergangenen Jahr wegen nicht angelegter Sicherheitsgurte belangt, darunter 866 Kinder. „Wer ohne Gurt fährt, begibt sich unnötig in Gefahr“, betonte Plate.