Straßenlaterne
Eine Frau geht im Licht einer Straßenlaterne spazieren. | Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Tipps für den Heimweg

Sicher durch die dunkle Jahreszeit

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Speziell in der dunklen Jahreszeit, aber auch generell, können Frauen einiges tun, um ihren nächtlichen Heimweg sicherer zu gestalten. Von faltbaren Ballerinas über Selbstbehauptung und Apps bis hin zum Heimwegtelefon reichen die Möglichkeiten. Die Badischen Neuesten Nachrichten stellen in diesem Beitrag einige Tipps vor.

Beim Weggehen haben Frauen gerne hohe Schuhe an, beim Heimweg sind diese eher unpraktisch. Tina Rastätter, Kriminalhauptkommissarin im Referat Prävention des Polizeipräsidiums Karlsruhe, empfiehlt Klapp-Ballerinas einzustecken, weil man damit besser laufen kann. Die High Heels könne man auch notfalls zur Verteidigung einsetzen.

Selbstbewusstes Auftreten

„Das A und O ist allerdings selbstbewusstes Auftreten“, sagt sie. „Die Körperhaltung muss stimmen. Frauen sollten keine devote Haltung einnehmen, sondern den Kopf oben halten und auch Blickkontakt mit dem Verfolger suchen oder ihn beziehungsweise eine andere Person ansprechen.“ Wer einmal angeschaut und angesprochen wurde, greift das Opfer eher nicht mehr an. Mit einer Ansprache per Sie zeigt die Frau dem Verfolger und anderen Distanz. Andere erkennen, dass die Frau den Verfolger nicht kennt.

Verlass auf das Bauchgefühl

Ein gesundes Angstgefühl sei jedoch kein Fehler. Frauen und Kinder hätten intuitiv ein gutes Bauchgefühl. Je nach Witterung und eigenem Wohlbefinden könnte man einen anderen, zum Beispiel längeren, aber sichereren Weg wählen.

Telefonat mit einer vertrauten Person

Wichtig ist laut der Expertin, ein gutes Gefühl zu haben. Dazu trägt beispielsweise auch bei, dass man das Handy griffbereit oder in der Hand hat und gegebenenfalls während des Heimwegs mit einer vertrauten Person telefoniert beziehungsweise chattet. Auch könnte man so schnell die Polizei anrufen, sagt Rastätter. „Als erstes sollen die Frauen sagen, wo sie sind, weil dann die Polizei weiß, wohin sie möglicherweise muss, wenn das Gespräch abbrechen sollte.“

Heimwegtelefon nutzen

Zudem gibt es das sogenannte Heimwegtelefon, bei dem man unter der (0 30) 12 07 41 82 mit Ehrenamtlichen telefonieren kann. Das Telefon ist Sonntag bis Donnerstag von 20 bis 24 Uhr sowie Freitag und Samstag von 22 bis 4 Uhr erreichbar. Darüber hinaus gibt es Apps wie Komm gut heim, Companion, Wayguard oder Familonet sowie die Live-Standort-Funktion von Whatsapp, die einige Frauen nutzen.

Das sind psychologische Krücken.

Von Pfefferspray oder Messern rät die Kommissarin ab, weil es vermeintliche Waffen sind, die auch gegen einen verwendet werden können. „Das sind psychologische Krücken“, so Rastätter. „Besser sind da eine kleine Taschenlampe oder der Schlüssel, den man in der Hand hält.“ Gemäß dem Motto: In der Notwehr ist alles möglich.

Viele Frauen hätten Angst, das Gegenüber zu verletzen. In solchen Fällen fragt die Präventionsexpertin, was die Betroffenen für ihr Kind tun würden.

An Selbstbehauptungskursen teilnehmen

Sich generell sicherer fühlen sich viele Frauen, wenn sie an einem Selbstbehauptungskurs teilgenommen haben. Rastätter, die selbst Gewaltschutztrainerin ist, schlägt die Kurse des Verbands für Gewaltprävention und Selbstschutz vor.

Situation in Gedanken durchspielen

Außerdem hilfreich ist, die Situation im Vorfeld einmal in Gedanken durchzuspielen. „Was einmal gedacht ist, ist schneller abrufbar“, erklärt die Kriminalhauptkommissarin.

Kein Alkohol

Eine weitere Empfehlung ist, den Schlüssel stets separat in der Jackentasche oder Hand zu halten. Sollte die Handtasche geklaut werden, besitzt man immer noch den Schlüssel. Außerdem sinnvoll ist, den Heimweg nicht alkoholisiert anzutreten, weil man sich dann besser wehren kann.