DER GRAUE KLOTZ bröckelt seit fünf Jahren schon vor sich hin. Längst wollte der Freiburger Investor Unmüssig den Riegel an der Tunnelbaustelle Kriegsstraße in Höhe des Nymphengartens abreißen und dort ein Hotel hinsetzen.
DER GRAUE KLOTZ bröckelt seit fünf Jahren schon vor sich hin. Längst wollte der Freiburger Investor Unmüssig den Riegel an der Tunnelbaustelle Kriegsstraße in Höhe des Nymphengartens abreißen und dort ein Hotel hinsetzen. | Foto: jodo

Investor will nun 2020 bauen

Karlsruhe: Wird das Hotel am Boulevard 2021 fertig?

Anzeige

Der Abriss des grauen Klotzes an der Kriegsstraße hat begonnen. An seiner Kehrseite nagt die Abbruchzange ein Loch in die Fassade. Aus dem Spatenstich für den Neubau gegenüber vom Nymphengarten aber wird dieses Jahr nichts mehr. Vermutlich Anfang 2020 geht es nach dem Abriss des maroden Betonblocks gegenüber dem Nymphengarten wirklich mit dem Neubau los.

Das Hotel „Motel One“ kommt auf jeden Fall mindestens ein Jahr später als ursprünglich geplant. Frühestens bis Ende 2021 kann jetzt das Freiburger Unternehmen Unmüssig den Neubau für rund 40 Millionen Euro hochgezogen haben. Das Hotel mit Aussicht auf die City wird demnach zeitgleich mit Karlsruhes neuem Boulevard „Kriegsstraße“ nach dem Einbau des Autotunnels fertig. „In der Tat verzögert sich die Sache“, bestätigt Investor Hans-Peter Unmüßig gegenüber den BNN.

Obwohl sich alle Beteiligten bemühten, gehe es unter den heute so vielen Auflagen und Bedingungen für jedes Vorhaben leider nicht schneller, bedauert der Projektentwickler aus Freiburg. Dies sei „eigentlich ein Drama“, weil in der Welt alles sehr schwierig geworden ist“, denkt Unmüßig.

Dabei versichert er, dass in dem Verfahren „keine Gräben aufgerissen wurden“, vielmehr mache die Stadtverwaltung „einen guten Job“. Der Plan werde derzeit vom Büro Nachtrieb überarbeitet, erklärt das Presseamt der Stadt auf BNN-Anfrage.

Hotelbau Kriegsstraße
INF_Hotel_Kriegsstrasse.pd | Foto: Unmüssig

Noch meint Unmüßig, zu dem Versprechen, das er Oberbürgermeister Frank Mentrup gegeben habe, stehen zu können. „Das Hotel an der Kriegsstraße kann 2021 eröffnet werden, allerdings nicht mehr am Anfang sondern erst zu Jahresende“, erklärt er. Demnach verzögert sich die Umsetzung des 300-Betten-Projekts also nur um rund ein Jahr.

Von „Motel One“ war schon vom Verschieben auf 2023 zu hören. Dieses Szenario dementiert Unmüssig energisch, allerdings nur unter einer Bedingung: Der Gemeinderat muss im März den Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan fassen. Nimmt das Hotelprojekt an der bis Ende 2021 umgebauten Kriegsstraße beim Nymphengarten tatsächlich im nächsten Monat diese Hürde, könnte auch der Satzungsbeschluss noch kurz vor Ultimo 2019 folgen.

„Stadtintern haben wir mit der Prüfung der Unterlagen und Gutachten begonnen“, berichtet Helga Riedel, Pressesprecherin der Stadt. Dabei gebe es aber im Blick auf den Bebauungsplan beziehungsweise den Durchführungsvertrag noch offene Punkte. Alles müsse nun rasch erledigt werden, „um wie vorgesehen den Auslegungsbeschluss im März fassen zu können“, sagt auch die Stadtverwaltung.

So müsse das Schallschutzgutachten noch ergänzt werden. Auch seien noch Fragen zur Gestaltung der Hotelauffahrt am künftigen Boulevard Kriegsstraße zu klären, hört man von der Stadtverwaltung. „Abzustimmen sind zudem Aspekte wie die Qualitätssicherung der Hotelfassade sowie das „Mobilitätskonzept“, erläutert Riedel.

Blockabriss
ANGEBISSEN: Ein Loch klafft auf der Rückseite des Bauklotzes im Beton. Dort hat der Abriss begonnen. | Foto: jodo

An Stelle des grauen Riegels ist ein zehnstöckiges Gebäude mit viel Glas geplant. Mit transparentem Erdgeschoss für eine Zeile von Läden und Restaurants sowie einer „Sky Bar“ im Obergeschoss mit Blick auf die Sterne, die City und den Schlossturm durch riesige Glasfronten. 250 Zimmer belegt die Low-Budget-Kette „Motel One“. Auch einige Mietwohnungen und Büros soll es im Neubau am Stadtboulevard geben.

Die Freiburger Unmüssig Bauträgergesellschaft Baden hat den siebenstöckigen Betonklotz Kriegsstraße 23-25 2016 von der Karlsruher Familienheim gekauft. Die Wohnbaugenossenschaft hatte die Betonburg 2014 aus einer Insolvenzmasse für sechs Millionen Euro erworben. Seit Jahren steht der Kasten leer.

Für die„Budget Design“ Herberge der Kette „Motel One“ hat Unmüssig einen Architektenwettbewerb durchgeführt. Ein zehnstöckiger Baukörper mit sehr viel Glas ist das Ergebnis. „Motel One“ ist eine 2000 gegründete und stark expandierende Hotelgruppe mit rund 60 Häusern. In der Regel kostet dort eine Übernachtung rund 70 Euro.