Fahrrad gefahren ist Heiko Faber auch schon vor seiner Abnehmphase. Den Ausschlag hat eine Ernährungsumstellung gegebem. Damit hat der Kieselbronner Bürgermeister 16 Kilo abgenommen. Foto: Roth

„Es war keine Diät“

Bürgermeister nimmt 16 Kilo ab: Verlangen nach Süßem bezwungen

Anzeige

 

Von Susanne Roth

Es ist jetzt nicht so, dass Heiko Faber sich angewidert abwenden muss, wenn sein elfjähriger Sohn Cedric eine Cola trinkt und das „Happy Meal“ einer bekannten Imbisskette dazu verschlingt. Davon abgesehen, dass sein Sohn nicht dick sei, wie der Bürgermeister von Kieselbronn betont. Aber seit er selbst sich intensiv mit dem Thema Ernährung beschäftigt hat, weiß er: „Nicht der Zucker in der Cola ist das Problem, die Säure ist noch viel schlimmer. Das löst jeden Urin-Stein im WC.“ Und das muss sich Cedric dann schon mal anhören.

Säure in Cola löst Urin-Stein im WC

Den ganzen Tag über gute und schlechte Ernährungsgewohnheiten zu reden, dazu hätte Heiko Faber aber weder die Lust noch die Zeit. Aber er weiß seit ein paar Monaten, was sich für ihn gut und richtig anfühlt. Und sich mittlerweile auch bemerkbar macht: So hat der Bürgermeister der Enzkreis-Gemeinde kürzlich Pressevertreter gebeten, sein bisher verwendetes Foto zu Berichten durch ein neues zu ersetzen. Da muss man keine Lupe in die Hand nehmen, um den Unterschied zu erkennen: In knapp fünf Monaten hat Heiko Faber nicht nur die von ihm anvisierten und selbst als ziemlich utopisch bezeichneten 15 Kilogramm abgenommen, sondern ganze 16 Kilogramm. „Jetzt wiege ich genau 86,5 Kilogramm“, sagt er und ob das das Ende ist, vermag er noch nicht zu sagen. „Mal schauen.“

Jacketts sind ausgetauscht

Die Jacketts, die vor allem am Bauch viel zu weit sind, werden erst ausgetauscht, wenn er das Gewicht halten kann. Sieht ganz danach aus. Der 47-jährige Heiko Faber hat erfolgreich sein Verlangen nach Süßem bezwungen. Und das war laut Ehefrau Ilona ziemlich groß. Eines ist Heiko Faber sehr wichtig: „Ich habe das nicht gemacht, weil ich krank bin. Ich bin gesund!“, betont er und muss er auch manchmal in der Öffentlichkeit betonen. Immer mal wieder hat der ehemalige Fußballer aber auch ans Abnehmen gedacht, aber konkret wurde es in den vergangenen Jahren nie. Bis er im November 2018 nach einem Elfmeterschießen – hobbymäßig kickt er noch – mit einem Bekannten ins Gespräch kam, der ihm von einem Seminar bei Jochen Kaufmann in Heilbronn erzählte und selbst erfolgreich abgenommen hatte. Hypnose? Akupressur? „So ein Blödsinn hab ich gesagt und mich lächerlich darüber gemacht.“ Aber die Neugier war geweckt. Ob jetzt die zwei Akupressur-Punkte an seinem Ohr oder der „eiserne Wille“ und der in ihm wohnende Ehrgeiz, das niedergeschriebene 15-Kilo-Ziel zu erreichen gewirkt hat? Wohl eine Mischung aus allem.

Kilos purzeln nach Ernährungsumstellung

„Es war keine Diät“, betont er. „Nur eine Ernährungsumstellung.“ Und: „Ich wurde ja für verrückt erklärt, dass ich in der Weihnachtszeit das Süße weglassen wollte. Aber es ist ja egal, wann man damit anfängt.“ Ob man es glaubt oder nicht: „Heute habe ich gar kein Verlangen mehr danach.“ Ein Glück für Heiko Faber war sicherlich auch, dass „ich schon immer gern Salat und Gemüse gegessen habe.“ Und wenn er bei einem Jubilar sitzt als Bürgermeister, bei dem ihm Kuchen angeboten wird, dann lehnt er eben freundlich, aber bestimmt ab. Und wenn er – wie beim 1. Mai-Hock geschehen – ein Glas Alkohol trinkt und dazu einen Schnitzel-Wecken isst, dann geht die Welt jetzt auch nicht unter. Aber das ist eher die Ausnahme, wie er betont. „Heute habe ich fast gar nichts gegessen.“

„Zwischendurchfuttern“ fällt weg

Das Intervallfasten mache er in Ansätzen auch. Aber nicht unbedingt bewusst. Bewusst dagegen fällt das „Zwischendurch-Futtern“ weg. Wenn es ihn mal die Lust, etwas zu sich zu nehmen, überkomme, dann greife er zu naturbelassenen Nüssen. Die hätten zwar auch Kalorien, aber gesunde Fette außerdem.
Eines ist klar: Beim Auftritt der Schlagerband „Papi’s Pumpels“ am 5. Juli will Heiko Faber es schon genießen, weitere Komplimente entgegenzunehmen.