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Erste Fotos schoss er mit drei Jahren

Fotograf Torben Beeg dokumentiert die Sanierung der Stiftskirche in Baden-Baden

Film und Theater lässt der Baden-Badener Fotograf Torben Beeg hinter sich. Er konzentriert sich lieber auf Gebäude. Damit hat er in Tokio gerade einen Preis gewonnen.

Torben Beeg faszinieren Gebäude. Auch im Casino in Baden-Baden hat er bereits gearbeitet. Foto: Gabriele Beeg

Die Architektur hat es ihm angetan. Klare Linien, Strukturen und das unterschiedliche Licht, das ein Gebäude im Laufe des Tages umspielt, faszinierten ihn. Torben Beeg liebt es, mit der Kamera ganz besondere Augenblicke festzuhalten, die dem hastig Vorbeihuschenden entgehen.

Seine Art der Fotografie braucht Zeit. Ein schneller Schnappschuss ist nicht sein Ding. Er wartet lieber auf den richtigen Moment. Aktuell dokumentiert der Baden-Badener Fotograf die Sanierung der Stiftskirche am Marktplatz, hat gerade mit einem Foto der Baden-Badener Spielbank in Tokio einen Preis gewonnen, nebenbei macht er Fotos, die die Kurstadt in ihrer Bewerbung zum Unesco-Weltkulturerbe verwendet, zudem beschäftigt er sich mit Auftragsarbeiten in der Food-Industrie sowie im Hotelgewerbe.

Zur Fotografie kam Torben Beeg durch seinen Vater. „Ich bin mit der Kamera um den Hals herumgelaufen, solange ich denken kann“, sagt der Baden-Badener. Bereits mit drei Jahren versuchte er, Motive einzufangen.

Die Faszination mit dem Foto zog sich bis zu seiner Jugend hin. Er machte Praktika bei Fotografen und studierte dann Filmwissenschaften und Theater, arbeitete als Fernsehregisseur, Bühnenbildner und -techniker und als Aufnahmeleiter. „Allerdings habe ich festgestellt, dass ich im Angestelltenverhältnis nicht gut aufgehoben bin“, sagt er rückblickend.

Ideen gehen Beeg nicht aus

Deshalb wagte Torben Beeg im März 2018 den Schritt in die Selbständigkeit als Fotograf. „Ich habe all meinen Mut gepackt, um das umzusetzen und es gibt keinen Tag, an dem ich das bereue“, sagt er. Die Ideen zu Fotomotiven gehen ihm nicht aus. „Es gibt noch so viel, dass ich fotografieren möchte“, so der 44-Jährige.

Torben Beeg arbeitet in seiner Fotografie gerne mit natürlichem Licht. Das Lichtsetzen selbst hat er im Studium gelernt. „Beim Film ist das sehr ähnlich, wie in der Fotografie“, erläutert er. Nur die Technik habe sich weiterentwickelt. Was man früher im Labor am Foto herausgearbeitet habe, lasse sich heute am Computer herstellen.

Am liebsten arbeitet er mit einer digitalen Spiegelreflexkamera im Vollformat. „Eine Fachkamera ist gar nicht nötig. Der Sensor meiner Kamera ist vollkommend ausreichend“, betont er. Was ihn am meisten an der Fotografie fasziniert: „Es gibt mir eine gewisse Ruhe und Zufriedenstellung etwas festzuhalten“, versucht Torben Beeg zu erklären.

Begeisterung auch für die Food-Fotografie

„Man lernt nie aus, kann ständig etwas zu seinem Portfolio dazufügen. Wenn man vor Ort ist und etwas festhalten muss, braucht man sehr viel Geduld und ein Auge fürs Detail, um ein gutes Bild herauszubekommen.“

Warum er eine Leidenschaft für die Architektur- und Interieur-Fotografie entwickelt hat, ist schnell erklärt. „Als Bühnenbildner hat man eine Affinität zu Bauten. Ich fühle mich dort am wohlsten und mag die Herausforderung, die damit verbunden ist. Man muss auf die stürzenden Linien achten, auf das Licht. Gebäude verändert sich über den Tag, man hat immer wieder eine andere Aura. Wenn man in der Dämmerung fotografiert, kann man in die Fenster sehen und hat keine schwarzen Löcher“, sprudelt es aus dem 44-Jährigen heraus.

Mit diesem Foto eines Raumes im Casino Baden-Baden gewann Torben Beeg einen Preis bei einem Fotowettbewerb in Tokio. Foto: Torben Beeg

Einfacher sei es, wenn es sich um Gebäude handle, in die man hineingehen könne, um das Licht anzuschalten oder die Fenster zu öffnen. Eine ähnliche Faszination hegt er für seine Food-Fotografie. „Dazu braucht es nicht viel, nur ein Fenster mit Tageslicht. Das kann ich zu Hause in der Küche bewerkstelligen.“ Sein neuestes Projekt ist für einen Möbelbauer. „Da kann man viel draus machen. Es ist eine tolle Herausforderung“, findet Torben Beeg.

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