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Sauber in den Herbst

Handwäsche oder Waschstraße? Worauf Baden-Badener Autobesitzer vertrauen

Putzen und polieren: Autopflege liegt im Trend. Wienern die Baden Badener ihren Wagen lieber selbst oder lassen sie den Fachmann ran? Wir haben uns umgehört.

Reinsetzen und durchputzen lassen: Die Autowaschstraße in Oos ist beliebter Anlaufpunkt für Fahrer, die ihren fahrbaren Untersatz ohne großen Aufwand säubern wollen. Vor der Anlage stehen auch einige Sauger für den Innenraum. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Samstags steigt die Familie in die Wanne und der Vater wäscht den Wagen. Klingt nach einem echten Klischee. Aber es scheint doch was dran zu sein an der Geschichte. Wie dabei jeweils vorgegangen wird, daran scheiden sich die Geister. Selbst Hand anlegen oder der Fachkraft in der Waschstraße bedingungslos Vertrauen schenken? Das ist die Frage.

„Mit meinem Oldtimer würde ich natürlich nie in die Waschstraße fahren“, ist Christoph Beck dennoch nicht zwingend Fan von Handwäschen. Sein Liebhaberstück, das fährt er zwar nach Oos, nutzt dort die Möglichkeit den Wagen mit einem Hochdruckreiniger vom Straßenschmutz zu befreien. Doch das anschließende Waschen, Polieren und die Detailpflege die macht er von Hand. Wirklich schlecht sind die Waschstraßen jedoch keineswegs. Einen normalen Wagen würde er durchaus ohne zu zögern dort reinigen lassen.

Mit meinem Oldtimer würde ich natürlich nie in die Waschstraße fahren.
Christoph Beck, Autoliebhaber

„Da hat sich auch einiges getan“, pflichtet ihm Jan-Eric Lanzenberger bei. Er hat durchaus Vertrauen in die Qualität moderner Waschstraßen, wenn es um die Alltagsreinigung geht, sprich, wenn es schnell gehen muss. Die Vorreinigung sollte allerdings passen.

Autopflege liegt im Trend

„Ein gutes Komplettprogramm einmal im Monat sollte dem Otto-Normal-Verbraucher bei normaler Nutzung durchaus genügen“, schätzt er. Doch hat er festgestellt, dass sich die Fahrzeugpflege im privaten Bereich in den letzten Jahren zu einem echten Trend entwickelt hat. Zu einem zeitintensiven. Wer sich das gönnen mag, der findet jede Menge Polituren und Reiniger und obendrein viele Youtube-Videos, um sich Tipps zu holen mit denen sich dieses Hobby noch ein wenig mehr ausleben lässt.

Im Hause Meusel sieht das anders aus. Hier fährt neben dem Familienhund regelmäßig auch Sohn Carlo mit. Das mache die Innenreinigung schon ein wenig schwieriger, erklärt Mutter Nina. Also fällt die Wäsche eher zweckmäßig aus. Kurz die Felgen vorreinigen und dann ab in die Waschstraße. Das Ganze sei dann möglichst so zu gestalten, dass auch der Filius seinen Spaß dabei hat.

Autowaschen in Baden-Baden Foto: Christiane Krause-Dimmock

Auch Gabriele Jörger hält sich mit diesen Dingen nicht lange auf. „Ich bin kein häufiger Autowäscher“, erklärt sie schmunzelnd. „Im Augenblick ist das Wasser sowieso knapp. Also spare ich das ganz einfach ein und wähle bewusst das kürzeste Waschprogramm.“ Wenn sich dann irgendwann Regen ankündigt, dann kommt der Wagen ganz schnell auf die Straße statt in die Garage. „Das tut’s auch.“

Doch wirklich geschlechtsspezifisch festzumachen ist die Leidenschaft fürs Autoputzen keineswegs, wie sich im Fall von Cornelia Steurer zeigt. „Ich muss ehrlich zugeben, mein Auto muss sehr sauber sein... und zwar immer. Außen und innen. Sonst komme ich mir vor wie ungewaschen.“

Vorliebe für gepflegte Fahrzeuge

Woher das kommt, das kann sie nicht sagen. „Bei uns in der Familie ist das wohl bei allen so. Ich kenne das gar nicht anders.“ Der Vater hat seinen eigenen Wagen schon immer akkurat gepflegt und auch Ehemann Walter, seines Zeichen Kfz-Meister, schätzt gepflegte Fahrzeuge sehr. „Vielleicht wurde mir das einfach in die Wiege gelegt. Ein schmutziges Auto oder Fußmatten mit Antragungen – für mich geht das gar nicht.“

Das versteht Melanie Ullrich sehr gut. „Und das, obwohl ich ein leidenschaftlicher Fußgänger bin, also gar kein Auto besitze.“ Sie sei allerdings generell ein ordentlicher Mensch was Sauberkeit und das Aufräumen angeht. „Ich kann einfach nichts rumliegen lassen. Deshalb würde ich sagen, dass ich wohl auch mein Auto, wenn ich denn eines hätte, piccobello sauber halten würde. Egal wäre es mir das nämlich sicher nicht.“

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