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Ausfahrt im Anschluss

Letzter Bikergottesdienst 2020 in Baden-Badener Autobahnkirche hat das Motto „Alles wird gut“

In der Baden-Badener Autobahnkirche wurde im letzten Biker-Gottesdienst der Saison dafür gebetet, dass nach Corona „alles wieder gut wird“. Doch gilt das auch für die geplanten Veranstaltungen der Motorradfahrer im kommenden Jahr?

Dominik Frey, Stefan von Rüden und Kilian Stark (von links) leiteten den letzten Biker-Gottesdienst dieser Saison in der Autobahnkirche Foto: Martina Holbein

Auch nach dem Ende des letzten Biker-Gottesdienstes in diesem Jahr ließ sich die Sonne nicht blicken und mancher der Motorradfahrer schaute prüfend in den Himmel und die Mienen seiner Mitfahrer, ob denn die im Anschluss geplante Ausfahrt stattfinden solle.

Ein Biker aus Ötigheim hatte sich schnell entschieden: „Es geht wieder nach Hause.“ Dabei hatte das Duo Tara und Sten in ihrem Eröffnungstitel „Now the sun is coming out“ die Sonne beschworen, sich durch den dicken Nebel zu kämpfen. Deren wärmendes Licht hatten in Form von Worten und Gebeten die Motorradseelsorger Dominik Frey, Kilian Stark und Stefan von Rüden dabei.

Gottesdienst findet sonst in Wiesloch statt

Es geht locker zu bei dem Biker-Gottesdienst, der wegen Corona statt im Gutshof des psychiatrischen Zentrums Wiesloch in der Autobahnkirche Baden-Baden stattfindet. Es wird geklatscht, wenn die Songs gefallen haben. Die drei, die durch den Gottesdienst führen, bleiben lässig, auch wenn das Mikrophon ausfällt, erzählen die eine oder andere Episode aus der jüngsten Vergangenheit wie Dominik Frey.

Endlich habe er seine Traum-Bikes gefunden und sie in einer alten Scheune mit einer Decke geschützt abgestellt. Als er wieder danach schaute, sah die Decke seltsam angeknabbert aus, eine Mäusefamilie fand, dass unter dem Sitz die ideale Familienwohnung sei.

„Alles wird gut“ so der Zuspruch seiner Kollegen und das Motto des Gottesdienstes. Worte, die gesagt werden, um zu beschwichtigen, zu verharmlosen oder abzuwiegeln. Er habe, so Kilian Stark, diese Worte nicht mehr hören können, bis er auf den Zusatz stieß: „Alles wird gut. Und wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht zu Ende.“

Eigentlich drücke dieses Zitat, das Oscar Wilde zugeschrieben wird, genau den Glauben des Christentums aus, so der Motorradseelsorger, und verdeutlichte an den zu einem Zeitstrahl aufgereihten Motorradhelmen, wie gewaltig Probleme im Hier und Jetzt seien und wie klein, wenn sie in der Vergangenheit angeschaut werden. „Das Happy End ist für Gott ein anderes als das, was wir uns vorstellen.“

Fürbitten kamen von den Bikern selbst

Mit dem Song „Fields of Gold“ ließen Tara und Sten die Predigtworte nachklingen. Fürbitten sprachen nicht nur die Seelsorger, sie waren ausdrücklich aus den Reihen der Gottesdienstbesucher gewünscht. Eine davon war, dass im nächsten Jahr die Biker-Gottesdienste wieder in großem Rahmen stattfinden können, im Gutshof, mit 1000 Bikern, gegrillten Würstchen und Getränken und einem richtig guten Gemeinschaftsgefühl.

Das kam zwar in der Autobahnkirche auch auf, wie der von allen gesungene Schlusssegen bewies, aber es waren nur wenige, die wegen der begrenzten Platzzahl kommen konnten. Darunter auch eine Gruppe aus Mannheim, die erst zum zweiten Mal an einem solchen Gottesdienst teilnahm und absolut begeistert war: „Fünf Sterne gibt´s dafür, für die Musik, die Atmosphäre und das alles so lässig zugeht.“

Das liebt auch Bernhard Schlag aus Walldorf, der die Biker-Gottesdienste regelmäßig besucht. Eigentlich wollten der 75-Jährige und seine Gruppe eine Schwarzwald-Ausfahrt an den Gottesdienst hängen, aber „Ich muss mich noch mit den Mitfahrern beraten wegen des Wetters.“

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