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40 Mitarbeiter sind im Einsatz

Bauhof Bühl ist auf den Wintereinbruch vorbereitet

Auch am Sonntagmorgen rückt der Winterdienst in Bühl aus, um die Straßen vom Schnee zu räumen. Bei der Planung helfen Wetterbericht und -station. Der Job ist nichts für Langschläfer.

Ganz schön anstrengend: Der Schnee bringt den viel Freude, verlangt oft aber körperlichen Einsatz wie bei Manfred Ursprung aus Bühlertal. Foto: Katrin König-Derki

Der intensive Niederschlag am Wochenende fiel nicht nur in den Höhenlagen als Schnee, sondern bis in die Ebene: Schon am frühen Sonntagmorgen rückten Mitarbeiter des Bauhofs Bühl aus, um im gesamten Stadtgebiet zu räumen – nicht etwa nur im Ortsteil Neusatz, wo sich die Straßen bis auf rund 500 Meter Höhe ziehen.

Um 12 Uhr – es schneit weiterhin – berichtet Betriebsleiter Siegbert Feißt, dass etwa 40 Mitarbeiter seit 6 Uhr unterwegs seien. „Unter der Woche legen wir schon um 4.30 Uhr los.“

Er hat eigentlich einen freien Tag, doch angesichts der Wetterlage hat er es vorgezogen, zum Bauhof zu fahren. Feißt wirkt allerdings in keiner Weise nervös, sondern völlig entspannt.

„Winter gehört dazu, so eine Wetterlage ist ja nix Neues“, sagt er gelassen. Zumal der Bauhof dank eines differenzierten Wetterberichts, den er abonniert habe, schon im Vorfeld recht gut einschätzen könne, ob Einsätze des Räumdienstes zu erwarten seien.

Ein Mitarbeiter beobachtet regelmäßig das Wetter

„Diese Prognose liefert Infos zu Luft- und Straßenbelags-Temperaturen wie auch zum Niederschlag“, sagt Siegbert Feißt vom Bühler Bauhof. Wir können zum Beispiel absehen, ob Gefahr von Eisglätte bestehen wird, wenn die Belags-Temperatur Minusgrade erreicht.“ Zusätzlich werde „das Kachelmann-Wetter“ einbezogen und, sehr praktisch, sogar ein eigener Mitarbeiter, Karl Kohler, der in Neusatzeck wohne.

„Er beobachtet die Witterungsverhältnisse an solchen Tagen fast rund um die Uhr, das ist von unschätzbarem Wert“, betont Feißt. In dem Kontext erwähnt er auch Mitarbeiter Thomas Müller, ebenfalls aus Neusatz: „Er fährt schon seit Jahren den dortigen Winterdienst-Unimog.“

Spätestens Ende November sind die Streusalz-Depots gefüllt

Die bestehende Wetterstation in Bühl werde vermutlich bald über eine weitere in Neusatz ergänzt, informiert Feißt weiter. Im Übrigen sei der Bauhof stets bestens auf die Saison vorbereitet: Spätestens Ende November sei alles gerichtet, die Gerätschaften stünden nach der technischen Prüfung bereit, ausreichend Streusalz sei vorrätig.

„Die Mitarbeiter sind für die Einsätze im Schnee geschult und verfügen über die nötigen Führerscheine.“ Das alles sei ein ganzjähriger Prozess. „Und genau deshalb läuft in so einer Situation wie heute alles reibungslos. Ich jedenfalls bin zufrieden.“

Der Winterdienst bedeutet Abwechslung für die Mitarbeiter

Vielen Mitarbeitern mache der Winterdienst sogar Spaß; er bringe Abwechslung ins Alltagsgeschäft, bei dem ansonsten Grünflächenpflege und Gewerke im Vordergrund stünden. Sicher implizierten Schnee und Glätte nicht nur frühes Aufstehen, sondern auch „unruhige Nächte“. Wenn Karl Kohler ihm am späten Abend von Schneefall berichte, schlafe er persönlich jedenfalls nicht wirklich tief. „Indem die Einsatzleiter jeweils wochenweise in Rufbereitschaft sind, gibt es für alle aber auch wieder Ruhephasen.“

Strenge Winter hat Feißt schon oft erlebt: Beim Blick in die Statistik liest er ab, dass zwar die vergangenen drei Winter relativ wenig Räumdienste brachten – 2020 sogar nur neun –, 2016 und 2017 habe man aber durchaus schneereiche Winter mit 50 bis 60 Einsätzen gehabt. „Eine Prognose für dieses Jahr kann ich derzeit noch nicht geben.“ Trotz der Mehrarbeit freut sich Feißt sehr über den Schnee. „So muss es sein!“, konstatiert er.

Die Menschen zieht es vielfach raus in die verschneite Natur

In Bühlertal wie auch in Neusatz sind die Menschen an den weißen Segen eher gewöhnt als in Bühl. Nach zwei recht schneearmen Wintern ist die Freude darüber spürbar: Auch die Einheimischen zieht es in die Natur. Gleichwohl die Bürger gefordert sind.

Manfred Ursprung etwa schippt am Sonntagmittag schon zum zweiten Mal Schnee. Zumindest Einfahrt und Hauseingang möchte er freihalten. Für den 80-Jährigen ist diese Aufgabe kein Novum. Allein: So viel Schnee, meint er sich zu erinnern, habe es seit 1965 nicht mehr gegeben. Er strahlt trotz der Anstrengung. Das begeisterte Statement von Siegbert Feißt würde er sicher sofort unterschreiben.

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