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Ortsvorsteher Hans-Wilhelm Juchem (CDU) im Interview

Für junge Familien gibt es im Neusatzer Kindergarten keine freien Plätze

Der Bühler Stadtteil Neusatz entwickelt sich zur kinderreichen Gemeinde. Der Kindergarten ist an der Kapazitätsgrenze, die Schülerzahlen steigen. Dabei sah es viele Jahre lang gar nicht gut aus.

Ausgelastet: Der Kindergarten in Neusatz, der kürzlich von der Kirche an die Stadt verkauft wurde, ist an der Kapazitätsgrenze. Foto: Ulrich Coenen

Die kleinen Grundschulen sind wegen sinkender Schülerzahlen bedroht. Das Schwarzwalddorf Neusatz stemmt sich gegen den Trend. Dort ist der Kindergarten komplett ausgelastet und in der Grundschule steigen die Schülerzahlen.

Ortsvorsteher Hans-Wilhelm Juchem (CDU) erklärt im Interview mit unserem Redaktionsmitglied Ulrich Coenen, welche Probleme es trotz dieser positiven Entwicklung gibt.

Hans-Wilhelm Juchem (CDU) ist Ortsvorsteher des Bühler Stadtteils Neusatz. Foto: Ulrich Coenen

Die katholische Kirchengemeinde Neusatz hat sich vom Kindergarten getrennt. Wie geht es weiter?
Hans-Wilhelm Juchem

Die Kirche will den Kindergarten ausdrücklich nicht als Träger loswerden. Neusatz wird also auch in Zukunft einen katholischen Kindergarten haben. Es ging bei diesen Überlegungen immer nur um das Kindergartengebäude. Dieses wurde gemeinsam mit dem unmittelbar benachbarten Pfarrheim bereits zum 1. Januar von der Stadt übernommen. Das Flachdach ist undicht, die Energiebilanz des Gebäudes schlecht. Die Stadt will prüfen, ob eine Sanierung überhaupt Sinn macht oder ob ein Neubau die bessere Lösung ist.

Steht damit der Kindergarten in Neusatz zur Disposition?
Juchem

Natürlich nicht. Die Stadt ist verpflichtet, Kindergartenplätze bereitzustellen. Aufgrund der schwierigen Haushaltslage der Stadt ist aber zurzeit unklar, wann der Kindergarten saniert oder neu gebaut wird. Im diesjährigen Haushaltplan sind Mittel eingestellt, um diese beiden Optionen von Fachleuten prüfen zu lassen. Alle Räume im Kindergarten und Pfarrheim sind uneingeschränkt nutzbar und werden wegen der hohen Auslastung dieser Einrichtung komplett vom Kindergarten belegt. Der Kirchenchor muss deshalb für seine Proben in die Schlossberghalle ausweichen. Der Kindergartenbetrieb hat natürlich Vorrang.

Hat auch die Grundschule in Neusatz langfristig eine Perspektive?
Juchem

Die Entwicklung ist sehr positiv. In diesem Jahr kommen 19 Kinder ins erste Schuljahr. Eine solche Größenordnung sichert den Bestand der Schule. In den vergangenen Jahren sah es nicht so gut aus. Bis im vergangenen Schuljahr besuchten nur insgesamt 52 Schülerinnen und Schüler die vier Klassen der Grundschule.

Wie sieht die Zukunft aus?
Juchem

Die Neubauten in der Drei-Tore-Straße, im Schlosswinkel und in der Schwarzwaldstraße, die aktuell entstehen, werden junge Familien und damit Kinder nach Neusatz bringen. Auch die fünf Wohnungen, die die Stadt im Rathaus geschaffen hat, wurden überwiegend an junge Familien vermietet. Aktuell gibt es allein im Rathaus vier Kinder, das fünfte ist unterwegs. Ich sehe deshalb mittelfristig keine Gefahr für den Bestand der Schule. Ganz im Gegenteil!

Entwickelt sich Neusatz zur kinderreichen Gemeinde?
Juchem

Der Kindergarten ist jedenfalls komplett ausgelastet. Neubürger haben aktuell Schwierigkeiten, ihre Kinder dort unterzubringen. Wenn Neusatz das vom Ortschaftsrat seit vielen Jahren geforderte attraktive Neubaugebiet für junge Familien erhält, kommen wir an die Grenzen der Infrastruktur. Die aktuelle Entwicklungen müssen auf jeden Fall in die Planungen des Kindergartens einfließen

Was passiert eigentlich, wenn die Stadt mittelfristig den Kindergarten saniert oder neu baut? Gibt es überhaupt provisorische Ausweichmöglichkeiten?
Juchem

Oberhalb des Parkplatzes hinter der Schlossberghalle hat die Stadt ein größeres Grundstück gekauft. Ursprünglich sollte dort ein neuer Kindergarten entstehen. Von dieser Idee haben wir uns verabschiedet, nachdem die Stadt den kirchlichen Kindergarten übernommen hat. Wir können aber während der Sanierung des Bestandsgebäudes beziehungsweise des kompletten Neubaus an der bisherigen Stelle neben der Pfarrkirche auf dem städtischen Gelände Container aufstellen. Später könnten dort zwei Bauplätze entstehen oder einer anderen städtischen Verwendung zugeführt werden. Das wird aber in den nächsten fünf Jahren kaum möglich sein.

Auf der Grundstück oberhalb der Schlossberghalle sollen während der Kindergartensanierung Container für diese Einrichtung aufgestellt werden. Anschließend sind dort zwei Bauplätze möglich. Foto: Ulrich Coenen

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