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Stadt lobt Architektenwettbewerb aus

Maroder Kindergarten in Moos wird durch Neubau ersetzt

Trotz leerer Kasse muss die Stadt Bühl in den Neubau eines Kindergartens in Moos investieren. Der Altbau ist völlig marode. Die Stadt lobt einen Architektenwettbewerb aus.

Schöner alter Baumbestand: Beim Neubau des Kindergartens in Moos sollen die großen Bäume in jedem Fall erhalten werden. Foto: Bernhard Margull

Moos bekommt einen neuen Kindergarten. Dafür machte der Gemeinderat den Weg gleich doppelt frei. Zunächst hat er die notwendige Änderung des Bebauungsplans „Hofmatten“ beschlossen, ohne die der Neubau gar nicht möglich ist. Dann hat er den Auslobungstext für den Architektenwettbewerb verabschiedet. Vier Bühler Büros werden gesetzt, weitere können sich bewerben. Das Teilnehmerfeld ist auf 15 begrenzt.

Die Satzung für das Neubaugebiet wurde 2017 rechtskräftig. Die Erschließungsarbeiten sind fast abgeschlossen. Die Stadt will demnächst mit der Vergabe der Baugrundstücke beginnen.

Oberbürgermeister Hubert Schnurr (FW) erklärte bereits auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der Sitzung, das sich der bisherige zweigruppige Kindergarten, der mehr als ein halbes Jahrhundert alt ist, in einem maroden Zustand befindet. In einer Bürgerversammlung wurde 2018 diskutiert, ob der Altbau saniert werden kann oder ob ein Neubau die bessere Lösung ist. Alternativ wurde ein Neubau in der Nachbarschaft der Karl-Reinfried-Halle diskutiert. Die Mooser wünschten aber ausdrücklich einen Neubau am bisherigen Standort.

Alter Baumbestand soll erhalten werden

Der geänderte Bebauungsplan soll unter anderem den Erhalt des alten Baumbestands rund um den Kindergarten garantieren. Dafür wird auf eine eigentlich vorgesehene Straßenverbreiterung verzichtet.

„Außerdem wird das Baufenster geöffnet, damit die Wettbewerbsteilnehmer größtmögliche Freiheit haben“, sagte Schnurr. Eine endgültige Festschreibung wird es erst geben, wenn der Wettbewerbssieger feststeht. Auch der neue Kindergarten wird zweigruppig sein, allerdings mit einem erweiterten zeitgemäßen Raumprogramm mit Bewegungsraum und Küche.

Der Neubau wird nach Schätzung von Schnurr zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro kosten. Für den Architektenwettbewerb sind 25.000 Euro Preisgelder einkalkuliert. Währen der Bauphase sollen die Kinder in der Karl-Reinfried-Halle oder in Containern untergebracht werden, wobei die zweite Lösung die unwahrscheinlichere ist.

Um das Projekt schnell voranzutreiben, gilt verwaltungsintern eine Modulbauweise als gute Lösung. Die Abgabe der Entwürfe für den Wettbewerb ist am 2. Juli vorgesehen, das Preisgericht wird nach der Sommerpause tagen.

Vor allem der Auslobungstext sorgte für eine lebhafte Diskussion. Karl Ehinger (FW) monierte, dass die Nachhaltigkeit nicht ausreichend betont wird. Diesen Vorwurf wies Schnurr zurück, war aber mit entsprechenden Ergänzungsvorschlägen einverstanden.

Pit Hirn (SPD) spricht von einem „Abend der Spitzfindigkeiten“

Thomas Wäldele (GAL) forderte, dass als Kriterium im Auslobungstext neben einer guten architektonischen und städtebaulichen auch eine wirtschaftliche Lösung gefordert wird. Daniel Fritz (CDU) unterstrich die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit bei diesem Projekt. Pit Hirn (SPD) sprach von einem „Abend der Spitzfindigkeiten“. Aus seiner Sicht werde die Nachhaltigkeit im Auslobungstext hinreichend berücksichtigt. Außerdem lobte er das Projekt als „Beispiel für Bürgerbeteiligung par excellence“.

Lutz Jäckel (FDP) freute sich: „Wir bekommen einen Kindergarten, der Modellcharakter für Bühl hat. Es ist gut, dass es bald losgeht.“ Georg Schultheiß (FW) erinnerte daran, dass die wirtschaftliche Situation der Stadt beim Grundsatzbeschluss für das Projekt im April 2019 eine andere war als heute. Er sah Vorteile in einer Modulbauweise in Holz, für die es spezielle Anbieter gebe. „Die Möglichkeit, dass es so kommt, ist gegeben“, antwortete Schnurr. Jäckel warnte vor zu viel Optimismus: „Modulbauweise muss nicht zwangsläufig billiger sein. Der einzige Vorteil ist die Terminierung. Das Ding steht in wenigen Wochen.“

Johannes Moosheimer (FW) kritisierte, dass der Auslobungstext jungen Architekturbüros (er sprach von Start-ups) keine Chance gebe. Das bestätigte Schnurr, weil die teilnehmenden Architekten entsprechende Erfahrung mit Kindergartenprojekten nachweisen müssen. Wolfgang Eller, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung – Bauen – Immobilien im Rathaus, wusste Rat. „Junge Büros können sich einen erfahrenen Partner suchen“, meinte er.

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