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Corona-Betrieb startet

Badesaison in Gernsbach startet endlich

Der Gemeinderat hat grünes Licht gegeben: Das Igelbachbad in der Gernsbacher Kernstadt und die drei Freibäder in den Stadtteilen Reichental, Obertsrot und Lautenbach können ab Freitag, 10. Juli, öffnen. Die Corona-Verordnung des Landes bringt jedoch Einschränkungen mit sich.

Bei den Besucherzahlen ist noch Luft nach oben: Wenn nach einer Beobachtungsphase nichts dagegen spricht, will die Stadt Gernsbach die Gästegrenze in den Freibädern erhöhen. Beim Igelbachbad lägen die Kapazitäten bei maximal 532 Besuchern. Foto: Stadt Gernsbach

Jetzt ist es offiziell: Das Igelbachbad in der Gernsbacher Kernstadt und die drei Freibäder in den Stadtteilen Reichental, Obertsrot und Lautenbach können ab Freitag, 10. Juli, öffnen. Der Gemeinderat hat am Montagabend seine Zustimmung erteilt, nur Volker Arntz (SPD) enthielt sich.

Die Corona-Bäderverordnung der Landesregierung bringt einige Vorgaben mit sich. Sie schreibt zum Beispiel gedeckelte Gästezahlen auf Basis der Liegefläche und Beckengrößen vor. Zu den Regeln gehören auch Einbahnverkehr im Wasser, zusätzliche Reinigungsarbeiten und Aufsichtspersonal an Anziehungspunkten wie Sprungbrettern.

Wenn möglich, soll die Obergrenze für Gäste erhöht werden

In Zusammenarbeit mit den Schwimmbadvereinen hat die Stadtverwaltung entsprechende Konzepte erstellt.

Wir wollten bewusst mit etwas restriktiveren Zahlen einsteigen.
Julian Christ, Bürgermeister Gernsbach

Im Igelbachbach erwartet die Gäste ein Zwei-Schicht-Betrieb. Die erste dauert von 11 bis 14.30 Uhr, die zweite von 15.30 bis 19 Uhr. Tickets erhalten die Besucher über ein neues Buchungssystem im Internet. Vorerst dürfen sich nur 219 Gäste zeitgleich im Bad aufhalten.

„Wir wollten bewusst mit etwas restriktiveren Zahlen einsteigen“, sagt Bürgermeister Julian Christ. Laut Bauamtsleiter Jürgen Zimmerlin hat die Stadt mit den Vereinen vereinbart, erst einmal zu beobachten und „wenn’s gut geht, relativ schnell die maximale Liegeflächenzahl zu erreichen“.

Dann könnten bis zu 532 Menschen das Igelbachbad besuchen – obgleich nicht alle auf einmal ins Wasser gehen dürften.

Freibäder in den Stadtteilen öffnen nur nachmittags und nicht täglich

Die drei Ortsteil-Bäder sollen von 13 bis 19.30 Uhr öffnen. Die Eintrittskarten können Besucher vor Ort kaufen. Damit niemand sich umsonst auf den Weg macht, sollen die aktuellen Besucherzahlen auf der Webseite der Stadt angezeigt werden.

Einen Sieben-Tage-Betrieb wird es in keinem der Bäder geben. Das Freibad in Reichental bleibt montags zu, das Igelbachbad dienstags, in Obertsrot ist mittwochs geschlossen und in Lautenbach donnerstags. Bei schlechtem Wetter bleibt nur das Igelbachbad offen.

Der Grund ist fehlendes Fachpersonal. Schon im vergangenen Jahr hat die Gemeinde trotz mehrfacher Ausschreibung keine zusätzlichen Mitarbeiter gefunden.

Ehrenamtliche Aufseher unterstützen das Personal

Die verstärkte Aufsicht stemmt sie mithilfe von Ehrenamtlichen. Dabei handelt es sich vor allem um Helfer der Schwimmbad-Initiativen.

Für das Igelbachbad hat sich hingegen bislang nur ein halbes Dutzend Freiwillige gemeldet. Dort springt der Bauhof ein. Dirk Preis (CDU) appellierte deshalb an die Bewohner der Kernstadt, mehr Eigeninitiative zu zeigen. „Die Ortsteile zeigen, wie man’s richtig macht.“

Fraktionen halten Öffnung für wichtig – wenn auch nicht wirtschaftlich

In ihren Stellungnahmen betonten alle Fraktionen, wie wichtig eine Badesaison, eingeschränkt wie sie auch sein mag, für die Bürger sei. Sie soll einen Ersatz für ausgefallene Urlaube bieten (Birgit Gerhard-Hentschel, Grüne) und „ein Stück zurück zur Normalität“ führen (Dirk Preis, CDU).

Uwe Meyer (FBVG) hält es außerdem für wichtig, die Menschen wieder vom Murgufer wegzuholen. Er will vermeiden, dass sie dort beim Baden zu Schaden kommen.

Ernst-Dieter Voigt (AfD) und Irene Schneid-Horn (SPD) machten aber auch keinen Hehl daraus, dass die Entscheidung im Grunde unwirtschaftlich ist.

Bäderbetrieb ist ein Minusgeschäft – besonders in Corona-Zeiten

Sie wiesen darauf hin, dass die Bäder im verkürzten und aufwendigen Corona-Betrieb ein noch größeres Minusgeschäft sind als sonst. Und das in einer Zeit, in der der Stadt sowieso mehr als zwei Millionen Euro im Haushalt fehlen.

Hätte das Defizit bei den Freibädern schon unter normalen Umständen bei 700.000 Euro gelegen, geht die Stadt nun von mindestens 850.000 Euro aus.

Allein für zusätzliche Reinigungsarbeiten muss die Stadt 90.000 Euro ausgeben. Weitere 10.000 Euro werden für das Online-Buchungssystem und im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung fällig.

Die Einnahmen aus den Bädern wiederum – eingeplant waren knapp 120.000 Euro – werden geringer ausfallen. Die Stadt hält es für möglich, dass bis zu 75 Prozent wegbrechen.

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