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Großevents nicht vorstellbar

Besen in den Fenstern, Hoffnung auf den Januar - Corona lähmt Fastnachtauftakt in Gernsbach

Corona lähmt den Beginn der Fastnacht-Saison in Gernsbach. Einige Vereine versuchen dennoch, zumindest symbolisch auf den 11. November hinzuweisen. Andere hoffen bei ihren Planungen auf den Januar.

Eine Party wie die Teufelsnacht zum 20-Jährigen Bestehen der Schlossbergteufel (2020) in der Ebersteinhalle wird es nicht geben Foto: Susanne Dürr

Die fünfte Jahreszeit ist für viele Narren ein Highlight im Jahreskalender. An närrische Großveranstaltungen ist in Zeiten der Pandemie für die Gernsbacher Faschingsvereine nicht zu denken. Noch bis zum Wochenende war der Terminkalender der Schlossberg Teufel aus Obertsrot für die beginnende Faschingskampagne gähnend leer. Doch Fasching schon jetzt komplett absagen - für die schaurigen Hexen keine Option.

„Wir bringen die Fasnet in die Rückkorbhausener Straße“ heißt das Motto der Kampagne, die vergangenes Wochenende beschlossen wurde. „Wir wollen das Brauchtum lebendig erhalten und nicht in Vergessenheit geraten lassen“, betont Vorstand Manuel Dörrer im BNN-Gespräch. Dabei setzen die Schlossbergteufel auf die Ursprünge der Straßenfastnacht, wenn auch in kleinen Gruppen.

Dann eben im Januar

Statt der diesjährigen Teufelsnacht 2.0 im Januar in der Ebersteinhalle zum 20-jährigen Bestehen der Hexengruppe, wollen die Schlossbergteufel im Häs mit Schellengürtel am 9. Januar 2021 die Fasnacht in Rückkorbhausen „einschellen“. Gemeinsam mit den Hungerberghexen ist ein Sternenmarsch in kleinen Gruppen durch die Obertsroter Straßen geplant, bei dem der Hüftgürtel für den klingenden, närrischen Sound sorgt.

Licht ins Dunkel des Corona-Alltags bringen und für gute Laune sorgen soll der „Narrenmarsch“ in kleinen Gruppen am 23. Januar 21. Mit Pauken und Trompeten soll bei sämtlichen „Narrenbäumle“ angestoßen werden. Ein solches wollen die Schlossbergteufel am 6. Januar 21 an jedem Brünnlein in Obertsrot setzen. „Aktuell wird noch entschieden, ob es am Schmutzigen Donnerstag zum Narrenbaumstellen am Brunnenplatz eine Außenbewirtung geben wird“, so Dörrer.

Keine Planungen sind bisher zum Rosenmontagsumzug in Obertsrot anberaumt. „In gewohnter Weise wollen wir am Aschermittwoch die Geldbeutel am Brunnen waschen, bevor der Narrenbaum gefällt wird und beim Trauermarsch zur Ebersteinhalle mit der Verbrennung der Fasenthex von der fünften Jahreszeit Abschied genommen wird“, erklärt der Vorstand.

Am 11. November stehen die Besen in den Fenstern

Dass es am 11.11. um 11.11 Uhr keine traditionelle Fußwaschung an der Stadtbrücke geben wird, bedauert Bleichhexe Regina Meier. „Wir haben beschlossen, unsere Besen im Wohnzimmer zu beleuchten oder vor dem Haus oder in den Fenstern in Stellung zu bringen“, verrät Meier im BNN-Gespräch und fügt hinzu: „Auf jeden Fall werden wir, wie auch immer, am Schmutzigen Donnerstag an den Rathausschlüssel kommen.“

„Wie sich die Infektionszahlen in den nächsten drei Monaten und die Regeln der Bundesregierung hierzu entwickeln werden, weiß keiner“, so Marcus Schilling. Der Schriftführer des Scheuerner Fasnachtclubs ist sich jedoch sicher, dass Narrenbaumstellen, der Faschingsball in Scheuern und die Fasnetverbrennung in der bisher gewohnten Form nicht werden stattfinden können. Auch hier sind die Mitglieder noch auf der Suche nach alternativen, närrischen Formaten.

Als Stellfall-Hüpfer-Schlüpfer-Schwalbe ist Schilling festes Mitglied der Tanzgruppe, die das Bürgerhaus in Lautenbach beim Faschingstanz der Schwimmbadinitiative Lautenbach (SIL) zum Beben bringt. Ein rappelvolles Bürgerhaus in Lautenbach sei zur Zeit nicht denkbar, zudem gibt es derzeit keine Probemöglichkeit für die Tanzgruppen, die sich bereits im Oktober auf ihren Auftritt vorbereiten, erklärt Schilling.

Eine klare Absage erteilte Kathrin Hörth, Vorsitzende des Musikvereins Orgelfels in Reichental und Mitglied des Fördervereines des Musikvereins, der die zwei Faschingsveranstaltungen in der Halle organisiert, für beide Großevents.

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