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Neue Abläufe beim Rettungsdienst

DRK-Sanitäter im Murgtal begegnen Corona mit hoher Professionalität - und mit Respekt

Erfahre Profis: Joachim Schöneberg mit den Mitarbeitern Stephanie Wundsch und Marvin Schaum (von links) vor der Rettungswache Gernsbach. Foto: Hans-Peter Hegmann

Von Hans-Peter Hegmann

Neben den in den letzten Monaten oft erwähnten Krankenschwestern und Pflegern in den Krankenhäusern standen auch sie von Anfang an in der ersten Reihe: Die in der Notfallrettung beschäftigten hauptamtlichen Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes.

Im Murgtal sind rund 20 Personen in den drei Rettungswachen Gaggenau, Gernsbach und Forbach stationiert. In Gaggenau befindet sich zusätzlich eine Lehrrettungswache für angehende Notfallsanitäter. Unsere Redaktion sprach in Gernsbach mit dem Rettungswache-Leiter des Bereichs Murgtal, Joachim Schöneberg, über die bisherige Situation während der Corona-Pandemie.

Abläufe umstrukturiert

Laut Schöneberg wurden mit Beginn des Lockdown einige Abläufe umstrukturiert. Dazu zählte zunächst, dass jeder Mitarbeiter im Dienst einen Mund-Nasenschutz trägt. Je nach Art des Einsatzes wird bereits von der Rettungsleitstelle abgefragt, ob der Patient typische Symptome oder Anzeichen einer Infektion mit COVID-19 hat.

Falls ein Verdacht besteht, müssen die Mitarbeiter eine erweiterte persönliche Schutzausrüstung, bestehend aus Schutzkittel, Einweghandschuhen sowie Mund-Nasen-Schutz tragen. Bei der direkten Versorgung von Patienten mit bestätigter oder wahrscheinlicher COVID-19-Erkrankung müssen gemäß den Arbeitsschutzvorgaben mindestens sogenannte FFP2-Masken getragen werden. Grundsätzlich sei es jedoch jedem Mitarbeiter freigestellt, die höherwertige Schutzausrichtung zu tragen, ohne dass es erforderlich sei.

Bei den Beschäftigten, die selbst zu den Risikogruppen zählen, habe man versucht, die Dienste so zu gestalten, dass diese Menschen keinen direkten Kontakt zu Patienten hatten und sich mehr um organisatorische Abläufe kümmerten.

Mitarbeiter mit großem Respekt vor Corona

Schöneberg: „Wir waren uns jedoch von Anfang an alle darüber bewusst, dass wir durch unsere Arbeit grundsätzlich ein höheres Risiko haben“. Jeder Einsatz sei „als eine besondere Situation zu beurteilen”. Die Mitarbeiter hätten zwar nie Angst gezeigt, aber man bemerke den großen Respekt, den sie gegenüber dem Virus haben – besonders auch mit dem Hintergrund der Ansteckung von Familienmitgliedern. Hier spiele auch die lange Inkubationszeit eine Rolle, da sie immer eine permanente Ungewissheit bedeute.

Daneben musste durch viele Komplettdesinfektions-Maßnahmen nach Einsätzen ein bedeutend größerer Aufwand bei der Fahrzeughygiene betrieben werden. Das bedeute für das Personal eine erhebliche Mehrleistung bei gleicher Anzahl von Mitarbeitern.

„Durch die inzwischen eingetretene Verminderung der Verdachtsfälle, ist hier zum Glück eine große Entlastung für das Personal entstanden. Das heißt aber auf keinen Fall, dass die Krise vorüber ist. Die ursprüngliche Dynamik ist zwar im Moment raus, aber wenn wir nicht alle weiterhin die bewährten Hygienemaßnahmen einhalten, werden die Fallzahlen sicher wieder nach oben gehen. Ich appelliere hier persönlich an die Vernunft aller Bürger. Nur so können wir wieder hoffentlich bald zu einer gewissen Normalität zurückkehren,“ sagte der Rettungswache-Chef.

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