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3,2 Kilometer langer Weg

Familien-Ausflugsziel während dem Lockdown: Gernsbacher Kunstweg besteht aus 44 Werken

Langeweile während dem erneuten Corona-Lockdown? Für Kunstbegeisterte und Naturfreunde ist der Gernsbacher Kunstweg auf 3,2 Kilometern zwischen Hilpertsau und Reichental ein Ausflugsziel für die ganze Familie. Die 44 ausgestellten Kunstwerke stammen nicht nur aus dem Inland.

Kunstweg am Reichenbach: Landschaftsgärtner Michael Buchholtz vom Verein „Kunstweg am Reichenbach e.V.“ nahm Kunstinteressierte und Naturfreunde mit auf eine spannende Tour voller Highlights, beginnend mit der Skulptur „To clear the wrong memory“ von Sandra Meisel. Foto: Elisa Walker

In einem idyllischen Tal gelegen finden Kunstbegeisterte und Naturfreunde ihren gemeinsamen Nenner: Den Kunstweg am Reichenbach zwischen den Gernsbacher Stadtteilen Hilpertsau und Reichental. In diesem grünen Kleinod verwachsen seit 2006 Kunst und Natur miteinander.

Auf dem 3,2 Kilometer langen Weg nach Reichental können Spaziergänger entlang des namengebenden Baches 44 Skulpturen und Installationen entdecken. Geschaffen wurden sie von namhaften Künstlern und jungen Absolventen von Kunstakademien aus dem In- und Ausland.

Landschaftsgärtner Michael Buchholtz ist ein Mitglied des Vereins „Kunstweg am Reichenbach e.V.“, der ehrenamtliche Führungen anbietet. Der Reichentaler kümmert sich um die Pflege der Kunstwerke und freut sich, dass der regnerische Tag die Interessierten aus Rastatt, Kuppenheim, Bühl und Gernsbach nicht abgeschreckt hat. Im Gegenteil – einige schätzen es besonders, wenn die Natur im Herbst ein wenig zurücktritt, weil dann die Kunst stärker in den Fokus rückt.

QR-Code liefert Informationen zu den Kunstwerken

Alle zwei Jahre kommen neue Leih-Objekte entlang des Weges hinzu und andere ziehen wieder aus. Um alle Werke aus Holz, Stein, Metall, Wasser und Beton zu finden, braucht man ein genaues Auge, denn sie stehen auf Wiesen, hängen an Bäumen oder Felswänden und sind auch in einigen der Tiroler Heuhütten untergebracht, die typisch für das Murgtal sind.

Oft ist es nur eine Frage der Perspektive – eine Entdeckungstour für die ganze Familie. Hinweisschilder verraten Künstler und Titel, ein QR-Code liefert via Smartphone weitere Informationen.

Viele haben einen regionalen Bezug und sind speziell für den Standort geschaffen, so das Objekt „Lackierung-Faltung-Crash“ der Künstlerin Nina Laaf, die auf die regionale Papierfabrikation Bezug nimmt.

Natur und Kunst setzen sich gegenseitig in Szene

Buchholtz berichtet, dass die Künstlerin den überdimensionalen Metall-Papierflieger aus dem Fenster ihres Ateliers fallen ließ, um einen möglichst natürlichen Knittereffekt für den Flieger zu erzeugen.

Immer wieder bleibt man stehen und ist erstaunt, wie sich Natur und Kunst gegenseitig in Szene setzen. Durch einen Zufall beispielsweise ließ der Sturm einen Baum auf die Heuhütte stürzen, die Carine Doerflinger durch ihr außen angebrachtes Lebkuchenherz „au gré du vent“ (dt. eine Laune des Windes) getauft hatte.

Chinesischer Künstler Chen Fei schuf einen Turm aus Baumarktholz

Der chinesische Künstler Chen Fei schuf einen Kontrast zum Wald, indem er ihm seinen aus Baumarktholz gefertigten „Turm“ gegenüber stellte. Vom Bachlauf beflügeln ließ sich wohl Wolfgang Rempfer, der ihn in seiner Stahl-Glas-„Welle“ aufgriff, die optisch aus der grünen Wiese zu schwappen scheint.

Ein Ausflug lohnt sich, denn auch die Natur zeigt sich von ihrer kunstvollen Seite: Auf weichen Moospolstern funkeln Regentropfen, der Wind lässt leuchtend bunte Blätter auf grüne Wiesen herabrieseln und der Bachlauf rauscht entspannt beim Spazieren. „Den Kunstweg kann man als Ausstellung unter freiem Himmel auch während dem Lockdown jederzeit besuchen“, sagt Buchholtz.

Information

Öffentliche Führungen über den Kunstweg am Reichenbach: Jeden ersten Sonntag im Monat um 11.30 Uhr, Dauer 2,5 Stunden, die Teilnahme ist kostenlos. Auch individuelle Führungen sind möglich. Weitere Informationen unter www.kunstweg-am-reichenbach.de

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