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Nachwuchs fehlt

Mediclin Reha-Zentrum in Gernsbach soll weiter wachsen

Das Mediclin Reha-Zentrum in Gernsbach will sich größer aufstellen. Außerdem sucht Mediclin für den Standort Gernsbach therapeutisches Personal. Doch nicht nur die Therapieabteilung soll wachsen.

Mediclin sucht für den Standort Gernsbach therapeutisches Personal. Foto: Medinet

Im frisch sanierten Rehabereich herrscht reger Betrieb. An modernen Geräten machen Patienten genauso ihre Übungen, wie an der guten alten Sprossenwand oder mit Gymnastikbällen. Wer Hilfe benötigt, findet in den hell und freundlich gestalteten Räumen schnell einen Ansprechpartner.

Das Mediclin Reha-Zentrum am Standort Langer Weg auf der Weinau versprüht nach gut zwei Jahren coronabedingter geringerer Auslastung wieder Aufbruchstimmung. Bis Dezember 2022 ist eine Vollbelegung geplant.

„Wir gedenken, die Klinik weiter auszubauen“, sagt der neue kaufmännische Direktor Matthias Langenbach. Er hat Mitte April Marcel Rensch abgelöst. Zunächst soll die Station Neurologie 2 unter der Leitung von Chefarzt Christian Wolf mit 28 Betten wiedereröffnet werden. Dafür braucht man weiteres Personal: „Es fehlen gut und gerne 40 Leute“, betont Langenbach. Der Bedarf in der Pflege sei besonders groß, in jeder therapeutischen Abteilung gebe es freie Stellen.

Mediclin in Gernsbach will neue Mitarbeiter einstellen

Obwohl der Markt aktuell ziemlich dünn sei, habe Mediclin in Gernsbach in diesem Jahr bereits 19 neue Mitarbeiter einstellen können. Dieser Trend soll sich fortsetzen, damit künftig nicht mehr so viele Löcher zu stopfen sind.

Obwohl man Kooperationen mit vier Therapieschulen habe, fehle der Nachwuchs einfach, stellt Pascal Grässle fest. Er ist Physiotherapeut und stellvertretender Therapieleiter.

Wenn die Klinik die Bettenzahl erhöht, muss die Therapieabteilung mitwachsen. Der Bedarf an Therapieplätzen sei auch durch Corona weiter gestiegen. Da komme es der Einrichtung in Gernsbach zugute, Teil des Post-Covid-Reha-Programms zu sein.

Das bietet Menschen, die mit Corona-Spätfolgen zu kämpfen haben, eine spezielle Post-Covid-Rehabilitation an. Aus dem gesamten Klinikverbund arbeiten Experten aus den Bereichen Innere Medizin, Kardiologie, Neurologie, Psychologie und Geriatrie Hand in Hand, um die bestmögliche Therapie zu gewährleisten, erklärt Franz van Erckelens.

Chefarzt: Covid zieht auch jungen Leuten „Stecker raus“

Der Chefarzt der Fachklinik für Innere Medizin und Kardiologie sagt, dass circa zehn Prozent der Corona-Infizierten Spätfolgen entwickeln – zum Teil auch junge Menschen.

Diesbezüglich müsse man ganz neue Wege gehen, da gerade für die Generation der 30- bis 40-Jährigen das durch Covid verursachte „Stecker-raus-Syndrom“ frustrierend sei, wenn sie plötzlich merken, einfach nicht mehr so leistungsfähig zu sein.

Diesbezüglich leiste man in Gernsbach auch einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung und habe sich an ein Projekt der Universität Düsseldorf angedockt.

Zudem kooperiere man bei der Betreuung junger Betroffener mit dem Benz-Werk in Gaggenau, zählt van Erckelens auf. Aktuell betreue man im Mediclin Gernsbach zehn Post-Covid-Patienten – „Tendenz steigend“.

Mediclin in Gernsbach behandelt Post-Covid-Patienten

In der Pflege komme es dabei verstärkt auch auf den psychologischen Aspekt an, ergänzen Ergotherapeut Michael Kallis, Anne Faigle, Gesundheits- und Krankenpflegerin, sowie Stationsleiterin Petra Kljucaricek.

Die Behandlung von Langzeitfolgen einer Covid-Erkrankung umfasse ein „ganz, ganz breites Spektrum“, schließlich können sie fast sämtliche Körperteile, Systeme und Organe betreffen. Um alle Beschwerden abdecken zu können, gibt es im Klinikverbund ein Expertenboard aus allen Fachgebieten, das regelmäßig tagt.

„Das ist ein ganz neues Arbeitsfeld geworden“, berichtet van Erckelens. Das Fatigue-Syndrom – ein anhaltendes Gefühl von Müdigkeit, Erschöpfung und Antriebslosigkeit, das sich auch durch viel Schlaf und Ausruhen nicht vertreiben lässt – stelle eine echte Herausforderung dar.

Zumal es sich (wie das Virus auch) ständig verändern kann. „Die Post-Covid-Patienten, die wir jetzt haben, sind die Deltas“, erklärt der Experte, „wie sich Omikron entwickelt, wissen wir nicht.“

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