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Solidarität und Spenden

Eiserner Wille: Joanna Kühn aus Gaggenau trotzt den Diagnosen

Joanna Kühn gibt nicht auf. 200 Arztbesuche lang musste die Frau aus Gaggenau darum kämpfen, dass ihre Krankheit überhaupt von Ärzten anerkannt wird. Jetzt hofft sie hoch verschuldet und nach vielen Operationen auf ein glückliches Ende - auch wenn noch nicht alles überstanden ist.

Ein Leben mit Schmerzen: Joanna Kühn aus Gaggenau Foto: Joanna Kühn

Ihre Krankenakte ist lang: Dunbar-Syndrom, Magenlähmung, Hashimoto, Knochentumor, Budd-Chiari-Syndrom, Dünndarm-Fehlbesiedlung und Aneurysma. Sie nimmt 40 Kilogramm ab, ist arbeitsunfähig und verschuldet.

Ende Februar berichten die BNN erstmals über das Schicksal von Joanna Kühn und lösen damit eine Welle der Solidarität aus . Zahlreiche Leser melden sich bei der Redaktion, viele leisten finanzielle Hilfe. Der Spendenstand von Kühns Kontos auf www.gofundme.com schnellt innerhalb weniger Tage von 800 auf mehr als 2000 Euro.

Ärzte verlegen Niere ins Becken

Magen-Darm-Probleme hat Joanna Kühn schon als Kind. Oft hat sie starke Bauchschmerzen, Krämpfe, Blähungen, Durchfall. Ständig erbricht sie sich – bis ihr bei einer der unzähligen Operationen ein Magen-Schrittmacher eingesetzt wird.

Der ist jetzt wieder raus. Er wird bei der neuerlichen OP im Juni, einer Autotransplantation der eigenen Niere, vom Operateur beschädigt. Um sie zu retten, wird Kühns Niere in ihr Becken verlegt. „Ich hatte wahnsinnige Angst“, berichtet die junge Frau, „Freunde und Verwandte haben mich immer wieder aufgemuntert.“ Die OP gelingt, allerdings muss der Magen-Schrittmacher entnommen werden.

Die Woche auf der Intensivstation war eine der schlimmsten in meinem Leben.

„Jetzt erbreche ich wieder alles“, so Kühn, „an feste Nahrung ist nicht zu denken.“ Bei einer weiteren Operation soll der Schrittmacher wieder eingesetzt werden. Nach dem Eingriff hat die Gaggenauerin furchtbare Schmerzen, sie bekommt hohe Dosen Morphium: „Es war unerträglich.“

Freunde und Bekannte ermuntern Kühn, so viel Wasser zu trinken wie möglich – obwohl die geschwächte Frau kaum den Becher halten kann. Schließlich arbeitet die Niere wieder besser. „Ich bin jedem unglaublich dankbar, der mir in dieser schweren Zeit zur Seite stand“, betont Joanna Kühn: „Die Woche auf der Intensivstation war eine der schlimmsten in meinem Leben.“

Die Geschichte von Joanna Kühn ist bemerkenswert, auch, weil sie den Glauben an eine Heilung nicht aufgibt. „Ich habe noch immer Hoffnung“, sagt die Frau, der die Mediziner zunächst nicht glauben. Mehr als 200-mal ist Kühn beim Arzt, unzählige Untersuchungen bringen keine Diagnose. Die Ärzte vermuten psychische Ursachen hinter den ständigen Schmerzen, was Kühn vehement bestreitet.

Durchbruch für Joanna Kühn

Erst nach Jahren gelingt der Durchbruch: Ein Spezialist diagnostiziert bei ihr das Dunbar-Syndrom, verursacht durch eine am Zwerchfell eingeklemmte Arterie. Später finden Ärzte heraus, dass Joanna Kühn auch am Budd-Chiari-Syndrom leidet, einer seltenen Lebererkrankung. Ein Medikament wirkt, aber die Krankenkasse zahlt nicht – weil es in Deutschland nicht zugelassen ist.

Ich hoffe immer noch, dass ich wieder fit werde.

Heute ist Kühn Erwerbsminderungsrentnerin und verschuldet. Aus ihrer Wohnung muss sie raus. „Ich hoffe immer noch, dass ich wieder fit werde und ein Betrieb mir eine Chance gibt“, sagt sie. Bis dahin muss die Frau mit dem starken Willen noch mindestens ein weiteres Mal operiert werden.

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