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Taubstumm und blind

Mercedes-Benz Gaggenau verabschiedet Mitarbeiter mit Handicap nach 48 Jahren in den Ruhestand

Er hat das Null-Fehler-Ziel erreicht: Im November 1972 trat Anton Merkel als Taubstummer bei Daimler ein, später wurde er obendrei blind. Nun wurde er verabschiedet.

Ehefrau Petra „übersetzt“ die Gespräche per Lormen für ihren Ehemann Anton Merkel Foto: Christiane Krause-Dimmock

Anton Merkel hat 48 Jahre lang dem Betrieb angehört und wurde bei seiner Verabschiedung von seinen Mercedes-Benz-Kollegen mächtig gelobt. Doch das alleine war es nicht, das den 65-Jährigen zu einer ganz besonderen innerbetrieblichen Persönlichkeit werden ließ. Nachdem er im November 1972 als Taubstummer in den Betrieb eintrat, wurde er Jahre später obendrein blind.

Dabei habe er die Kollegen immer wieder verblüfft, erklärte sein Teamleiter Jürgen Arlandt, unter dem Anton Merkel seit 2006 arbeitete. Überaus pflichtbewusst und zuverlässig sei er stets gewesen, lobt er das extremst vorbildliche Qualitätsbewusstsein seines scheidenden Mitarbeiters.

Er habe sich nie Verpackungsfehler zu schulden kommen lassen. „Er hat das Null-Fehler-Ziel, das wir propagieren, erreicht.“ Wie das alles gelungen ist, vermochte er indessen nicht nachzuvollziehen. Bis zum Schluss habe er sich ein sehr hohes Maß an Selbstständigkeit bewahrt. Obendrein hat er ein gutes Gefühl entwickelt für die Stimmungslage seiner Kollegen. „Wir verlieren wirklich einen hochgeschätzten Mitarbeiter und er wird uns fehlen.“

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