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„Das wird auch mit Tempo 30 nicht besser“

ADFC fordert Tempo 20 in der Hauptstraße in Achern

Die Mehrheit des Acherner Gemeinderats hat der Einbahnregelung in der Hauptstraße eine Absage erteilt. „Richtig so“, sagt der ADFC. Die Vertretung der Radfahrer fordert allerdings Tempo 20 und verweist auf das Beispiel der Nachbarstadt Bühl.

Extrem gefährlich: Der Radweg entlang der Berliner Straße ist nach Einschätzung der Experten vom ADFC alles andere als sicher. Dabei geht es nicht zuletzt um die Radwegführung am Friedhof (Bild). Foto: Roland Spether

Die Acherner sollten sich an der Stadt Bühl ein Beispiel nehmen. Das meinen die Experten vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) mit Blick auf die aktuelle Diskussion über die Hauptstraße. Ebenso wie die Mehrheit des Gemeinderats hält auch Helmut Schönberger als Ortenauer ADFC-Vorsitzender nichts von einer Einbahnregelung, aber Tempo 20 sollte es schon sein. „Das wird auch mit Tempo 30 nicht besser in Achern“, fürchtet er.

Regelmäßig am letzten Freitag eines Monats treffen sich die Acherner Mitglieder des ADFC im Gasthaus „Hoffnung“ zur Besprechung aktueller Themen. Dabei geht ihnen der Stoff nicht aus - trotz aller Anstrengungen zum Ausbau des Radweg-Netzes in Achern gibt es noch immer Verbesserungsbedarf: „Viele Verkehrsplanungen sind aus der Windschutzscheibenperspektive erfolgt“, heißt es mit Blick auf den Trend zum Kreisverkehr, der Vorteile nur für den motorisierten Verkehr biete, Radfahrer und Fußgänger jedoch zu Umwegen zwinge. „Kreisel sind Unfallschwerpunkte“, bedauert ein ADFC-Mitglied, und ein anderes ergänzt: „Ich würde mein Kind nicht über den Kreisverkehr am Scheck-in-Center schicken.“

Tempo 20 in der Hauptstraße hatte der ADFC übrigens bereits vor geraumer Zeit in seiner Stellungnahme zu Radverkehrskonzept der Stadt Achern gefordert. „Damit wären der Radverkehr und die Autofahrer in gleicher Geschwindigkeit unterwegs“, sagt Schönberger. Schutzstreifen für Radfahrer hält er übrigens nicht für zwingend nötig: „Als ich meinen Führerschein gemacht habe, lernte ich, dass man auch in Einbahnstraßen mit Gegenverkehr rechnen muss.“

Innerörtliche Beschilderung weist Lücken auf

Doch nicht nur in der Hauptstraße sehen die Mitglieder des ADFC in Achern Probleme für Radfahrer. An vielen Stellen innerhalb des Stadtgebiets seien Radwege nicht oder nur unvollständig ausgeschildert. Als Beispiel verweisen sie auf die Eisenbahnstraße: Dort ist für ortsunkundige Radler nicht klar, wie sie vom Bahnhof in die Innenstadt kommen.

Probleme für Radfahrer tun sich aus der Sicht des ADFC vor allem in der Berliner Straße auf, die obendrein als Direktverbindung zum Gymnasium intensiv befahren ist und als „extrem gefährlich“ eingestuft werden müsse. Trennende Hecken zwischen den Parkplätzen sowie dem Rad- und Gehweg führen zu schlechten Sichtverhältnissen, problematisch sei außerdem die rechtwinklige Radwegführung am Friedhof: „Wer hier nicht aufpasst, landet direkt auf der Straße“. Komplettiert wird die Kritik an diesem Radweg durch den Hinweis auf die unebene Fahrbahn: „Das ist nicht komfortabel. So fördert man den Radverkehr nicht.“

Radweg häufig zugeparkt

Und noch eine weitere Gefahrenstelle sieht der ADFC bei den zum Gymnasium führenden Schulwegen: „Der Radweg in der Straßburger Straße ist häufig zugeparkt.“ Grundsätzlich sollte das Falschparken auf Rad- und Gehwegen konsequent geahndet werden. Nach Ansicht des ADFC biete übrigens die Straßburger Straße ebenso wie andere Schulweg-Straßen zum Gymnasium gute Voraussetzungen für die Ausweisung einer speziellen Fahrradstraße.

Unabhängig von einzelnen neuralgischen Punkten bei den Radwegen sieht der ADFC in Achern die Notwendigkeit sicherer, teilweise auch überdachter Abstellplätze in der Innenstadt. Diese sollen die Attraktivität, den Komfort und die Diebstahlsicherheit erhöhen und auch für Lastenräder geeignet sein. Darüber hinaus fordert die Radfahrer-Lobby den Bau zusätzlicher Abstellmöglichkeiten an Supermärkten.

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