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Empfehlung des Landratsamts

Altenpflegeheime in Achern schränken Besuch wegen des Coronavirus ein

Die Zahl der Besucher in Altenpflegeheimen wird eingeschränkt. Dieser Empfehlung des Landratsamts Ortenaukreis kommen Einrichtungen rund um Achern nach. Hygiene ist im übrigen immer ein Gebot der Stunde, deshalb sind die Heime sowohl in Vorbeugung als auch für mögliche Coronafälle gerüstet, wie eine Umfrage verdeutlicht.

Im Acherner St. Franziskus gibt es täglich eine hausinterne Prüfung, ob die getroffenen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus ausreichend sind. Foto: R. Spether

Derzeit geht es in Pflegeeinrichtungen vor allem um eines: Die Besucher so zu sensibilisieren, dass das Coronavirus nicht eingeschleppt wird.  „In Pflegeheimen herrschen grundsätzlich strenge hygienische Vorgaben“, bekräftigt Sabine Fronz, Geschäftsführerin des Altenpflegeheims St. Franziskus in Achern.

Mit Blick auf die derzeitige Situation habe man zusätzlich Informationen an die Mitarbeiter über das Corona-Virus und über Hygiene- und Schutzmaßnahmen zur Infektionsprophylaxe gegeben. Zudem seien Verfahrensanweisungen vermittelt worden, was im Verdachtsfall und im Krankheitsfall zu tun sei.

Vom Landratsamt Ortenaukreis werde nun empfohlen, analog wie in  den Krankenhäusern zu verfahren;  das bedeutet,  dass die Bewohner bis auf weiteres lediglich von Familienangehörigen ersten Grades besucht werden sollen. "Diese Empfehlung werden wir umsetzen".

Infos für Angehörige

Informationen gibt es nach den Worten von Fronz für Angehörige. Beispielsweise werde darum gebeten, dass man bei Erkältungssymptomen 14 Tage auf den Besuch verzichten sollte – dasselbe gelte bei Kontakt mit Erkrankten oder mit Menschen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben.

Zudem weise man auf die Möglichkeit der Händedesinfektion beim Betreten des Pflegeheimes hin und bitte darum, auf den Handschlag bei Begrüßungen zu verzichten. Wer noch mehr wissen will, der könne den Aushang von Informationen für Angehörige  zum Thema Hygienetipps für den Alltag von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung durchlesen.

Täglich hausinterne Prüfung

„Täglich haben wir eine hausinterne Prüfung, ob die getroffenen Schutzmaßnahmen ausreichend sind“, betont Fronz, die Kontakt mit dem Gesundheitsamt bei möglichen Fragen hält. Aktuell gebe es eine direkte Auswirkung: „Gemeinschaftsveranstaltungen mit Gruppen von außen fallen derzeit aus“. Auch im Pflegeheim Erlenbad in Obersasbach gibt es generelle Vorkehrungen, man richte sich nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts.

„Wie haben ja alle Erfahrung mit dem Norovirus, der genauso hochansteckend ist wie Corona“, erläutert Martin Meier, hauptamtlicher Vorstand und Fachbereichsleiter für die Altenhilfe beim Caritasverband Acher-Renchtal. Gebildet habe man einen Krisenstab, der täglich überprüfe, ob die Maßnahmen ausreichen oder der nächste Schritt getan werden müsse.

Mundschutz werde nicht getragen – „das wäre derzeit nur der Optik geschuldet“. Aber natürlich verfüge man über Vorräte, auch von Schutzkleidung für den Fall der Fälle. Dann gebe es Quarantänezimmer. „Wie gesagt, wir sind alle durch den Norovirus geschult“. Insgesamt sehe man sich gut gewappnet. „Ich habe natürlich keine Glaskugel. Morgen kann es schon eine ganz andere Situation geben“.

Dass das Hauptaugenmerk derzeit auf Besucher  zielt, macht auch Rosa-Maria Jerger, Pflegedienstleiterin in der Caritas-Tagespflege in Achern deutlich. „Wir haben gottseidank einen sehr guten Kontakt zu den Angehörigen“, führt sie aus. Jerger betont, dass man nicht nur am Abend desinfiziert, sondern bereits mittags die Rollatoren und Handläufe. Das habe sich in den vergangenen Jahren sehr bewährt. „Niemand weiß, was von draußen kommt“.

Keine Besucher mehr in Ottenhöfen

Bernhard Roloff, Leiter des Seniorenheims am Kurpark in Ottenhöfen, erläutert ebenso wie seine Kollegen die umfangreichen hygienischen Vorgaben, die ganz generell umgesetzt würden  -  lösgelöst von aktuellen Situationen. Corona habe ihn allerdings dazu veranlasst, dass er seit einigen Tagen Besucher ein Formblatt ausfüllen lässt, das neben Namen und Adresse auch Auskunft geben soll über mögliche Kontakte beziehungsweise Auslandsaufenthalte.

„Im Fall der Fälle kann man durch diese Dokumentation dann Infektionswege nachvollziehen“. Das war so geregelt bis zum Dienstag Mittag.   Dann kam die Empfehlung des Landratsamts Ortenaukreis - und  Geschäftsführerin Melanie Roloff hat mit Blick auf diese Empfehlung beschlossen, die Einrichtung komplett  für Besucher zu schließen -  auch für Verwandte ersten Grades.

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