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"Buben" spielen mit Granaten

Instagram-Seite "achern_asozial" erregt Gemüter: Polizei will Account löschen lassen

Sie sind anonym im Internet unterwegs und bezeichnen sich als „Feinste Buben aus Achern“ – ob ihre „Tätigkeiten“ tatsächlich „fein“ sind, muss jeder für sich entscheiden. Die „Buben“ jedenfalls betreiben unter der bezeichnenden Adresse „achernasozial“ eine Seite auf Instagram, auf der Fotos und Videos zu sehen sind, die jetzt Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens der Polizei geworden sind.

Eine Marketing-Firma soll Daten von Instagram-Nutzern abgesaugt haben. Foto: Robert Günther

Sie sind anonym im Internet unterwegs und bezeichnen sich als „Feinste Buben aus Achern“ – ob ihre „Tätigkeiten“ tatsächlich „fein“ sind, muss jeder für sich entscheiden. Die „Buben“ jedenfalls betreiben unter der bezeichnenden Adresse „achern_asozial“ eine Seite auf Instagram, auf der Fotos und Videos zu sehen sind, die jetzt Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens der Polizei geworden sind.

Mögen hier gepostete Fotos und Videos von Motorrad-Stunts und „Burn-outs“ noch als ein Zeichen jugendlichen Übermuts gewertet werden, sprechen Filmchen, in denen mit Zündern von Übungshandgranaten der Bundeswehr hantiert wird, eine andere Sprache.

Schauplätze sind allen Achernern bekannt: Die Filme entstanden am Bahnhof und im Bereich der Illenau. Nach Einschätzung von Experten sind die Zünder nicht im freien Handel, sondern ausschließlich über die Bundeswehr zu beziehen.

Buben raten von Nachahmung ab

Immerhin verbreiten die „feinsten Buben“ gleich noch eine Warnung an mögliche Nachahmer. So ist unter anderem zu lesen, dass alle Aktionen und Stunts von „Profis“ auf „abgesperrtem Gelände“ gestartet worden seien.

Weiter heißt es wörtlich: „Hierbei kam kein Mensch oder ähnliches zu Schaden.“ Man rate vom „Nachahmen“ ab: „Bleibt brav und tut nichts, was Euch oder andere gefährden könnte.“

Die Polizei findet das Treiben weniger lustig. Sie leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ein. Nach ihren Erkenntnissen zeige eines der Videos, wie „eine jugendliche Person eine Übungshandgranate am Bahnhof Achern zündet“.

Polizei will Account löschen lassen

Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Offenburg mitteilte, habe man den Account untersucht und die dort hinterlegten Dateien gesichert. Ferner hätten die Ermittler eine Anfrage an Instagram zur Nutzer-ID verschickt und angeregt, dass der Account gelöscht wird.

Dass die „feinsten Buben“ durchaus schon einmal „Kontakt“ mit der Polizei hatten, legen verschiedene Fotos nahe, die ebenfalls auf Instagram zu finden sind. Eines dieser Bilder wurde offensichtlich vom Rücksitz eines Streifenwagens aus aufgenommen und ist mit einem aus der Sicht vieler Polizeibeamten provozierenden Kommentar versehen.

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