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Nach Ärger um Corona-Demo

Rheinauer AfD-Ratsherr Daniel Plack schmeißt hin

Daniel Plack rief bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin radikale Parolen und wurde dabei vom ZDF gefilmt. Jetzt tritt das Mitglied des Freistetter Bezirksbeirat von seinem Amt zurück - aus persönlichen Gründen.

Kommunalwahl 2019 Rheinau AfD Daniel Plack Foto: Jutta RundAtelier-Rund.de

Daniel Plack zieht sich aus dem Freistetter Bezirksbeirat zurück. Wie die Stadt Rheinau auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt, wird Thomas Kinzinger von der AfD auf seinen Platz nachrücken. In der Sitzung des Rheinauer Gemeinderats am Mittwochabend soll der Wechsel offiziell besiegelt werden.

Plack stand nach seiner Teilnahme an einer Demonstration am 29. August 2020 gegen die Corona-Maßnahmen in Berlin massiv unter Kritik. Ein Fernsehteam der ZDF-Fernsehsendung Frontal21 hatte den Kommunalpolitiker dabei gefilmt, wie er vor dem Reichstag radikale Parolen schrie, während im Hintergrund Menschen Absperrungen überwanden, um zum Parlament zu gelangen. Plack forderte unter anderem mit erhobener Faust, dass korrupte Verbrecher festgenommen werden müssten und meinte damit mutmaßlich die Bundestagsabgeordneten.

In der Folge wurde parteiübergreifend massive Kritik an an dem Mitglied des Freistetter Bezirksbeirats laut. Rheinaus Bürgermeister Michael Welsche (FW) warf Plack antidemokratisches Handeln vor, dass sich mit der Funktion eines demokratisch gewählten Parlamentariers nicht in Einklang bringen lasse. Der Kommunalpolitiker musste eine Stellungnahme abgeben und wurde im September von seinen Kollegen im Bezirksbeirat zum Rücktritt aufgefordert - ohne Erfolg.

Warum Plack sich nun doch dazu entschieden hat, sein Amt abzugeben, bleibt unklar - vor allem vor dem Hintergrund, dass er schon vor einigen Wochen aus der AfD ausgetreten ist. Er selbst spricht von persönlichen Gründen. „Ich habe beruflich viel zu tun und will endlich wieder ein normales Leben führen“, sagt er. Der Austritt aus der AfD sei ebenfalls in diesem Zusammenhang zu betrachten.

Morddrohungen und anonyme Anrufer

Doch Plack berichtet auch von Morddrohungen und anonymen Anrufen, die er in Folge des Frontal21-Berichtes erhalten habe. Insbesondere die Medien und die Initiative „Aufstehen gegen Rassismus Offenburg“ hätten gegen ihn Stimmung gemacht. Aber seinem Rücktritt oder dem Austritt aus der AfD habe aber auch das nicht geführt.

Der Freistetter sieht auch heute kein eigenes Fehlverhalten bei der Demonstration in Berlin. „Ich kann nicht verstehen, dass man deshalb so ein Fass aufmacht“, ärgert sich der Kommunalpolitiker und fügt hinzu: „Das soll angeblich ein Reichstagssturm gewesen sein. Dabei war alles friedlich.“ Mit der Aussage „korrupte Verbrecher“ habe er niemanden konkret gemeint. So sei die Aussage von der Meinungsfreiheit gedeckt.

Beim AfD-Kreisverband Ortenau wusste man am Montag noch nichts vom Rücktritt des ehemaligen Parteimitgliedes. Man äußere sich nicht zu Personalfragen, so Sprecher Taras Maygutiak. Die Aufnahmen von der Berliner Demonstration hätten allerdings keine Rolle beim Parteiaustritt von Plack gespielt. Auch über interne Diskussionen zum Thema wolle man sich nicht äußern. „Darüber gibt es unterschiedliche Auffassung. In meinen Augen hat er nichts Strafbares getan“, teilt Maygutiak mit.

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