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Im Weltraum für die Ehre

High-Tech aus Renchen ist auf der Internationalen Raumstation ISS im Einsatz

Bis ins All schießt die IMOS Gubela GmbH aus Renchen ihre Präzisionstechnik. Geld verdient sie damit nach eigener Aussage allerdings nicht.

Der Renchener Unternehmer Hans-Erich Gubela hat sich auf die Entwicklung präziser optischer Strukturen spezialisiert. Diese findet man einerseits in reflektierenden Folien. Andererseits finden spezielle Optiken der Imos Gubela GmbH sogar auf der Internationalen Raumstation ISS ihre Anwendung. Foto: Michael Brück Foto: Michael Brück

Bei Hans-Erich Gubela ist Präzision alles. Seit Anfang der 1990er Jahre steht sein Unternehmen, die IMOS Gubela GmbH, für hochpräzise optische Strukturen und gehört damit weltweit zu einer handvoll Spezialisten rund um die Entwicklung von sogenannten Industrieoptiken.

Die haben allerdings nichts mit der Optik von Brillen zu tun. „Unser Arbeitsfeld liegt vielmehr in der Bündelung von Licht- oder auch Laserstrahlen in Linsen, wie das beispielsweise in der Sensorik seine Anwendung findet“, erklärt Firmengründer Gubela.

„Wir perfektionieren außerdem LED-Optiken für Beleuchtungskörper und fertigen Spezialoptiken für Anwendungen in der Messtechnik oder auch der Astrophysik.“

Ein wahrer Meilenstein in der Unternehmenshistorie dürfte jetzt allerdings eine Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt sein. Denn damit schießt die optische Präzisionstechnik des Tüftlers aus Renchen tatsächlich bis ins All.

Geld können wir damit nicht wirklich verdienen.
Hans-Erich Gubela, Inhaber IMOS Gubela GmbH

DESIS heißt das Hyperspektrale Erdbeobachtungs-Instrument, das mit der Technologie aus der Ortenau von der Internationalen Raumstation ISS die Veränderungen von Land- und Wasseroberflächen misst.

„Unsere Spezialität ist die optische Komponentenforschung“, erklärt Firmenchef Hans-Erich Gubela. Doch letztlich seien Projekte wie das mit der ISS nur für die Ehre. „Geld können wir damit nicht wirklich verdienen.“

Das müsse man sich durch die bodenständigen Projekte sichern. Zum Beispiel durch die Fertigung von Optiken für den Werkzeugbau. Von der ersten Planung bis zum fertigen Werkzeug für die Serienreife werden im Spritzgussverfahren optische Kunststoffteile gefertigt.

Ein Augenmerk liegt dabei auf einer möglichst kostengünstigen Umsetzung – ganz im Sinne der Kunden, aber mit höchstem Qualitätsanspruch. „Solche Optiken dulden noch nicht einmal Fehlerquoten im My-Bereich. Wir müssen mit absoluter Perfektion fertigen“, erklärt Inhaber Hans-Erich Gubela.

Ein riesiges Spektrum habe man bei Kunststoff- und Metalloptiken. „Gerade den Bereich der Metalloptik bauen wir derzeit auch massiv aus.“ Zu finden sind die Optiken aus Renchen fast in allen Lebensbereichen – im Auto, in Sensoren, in der Militärtechnik, OP-Lampen und eben überall dort, wo die zielgerichtete Bündelung von Licht notwendig ist.

„Das Spektrum ist da tatsächlich sehr breit gefächert. Es reicht von der Lichtverteilung und Lichtstreuung bis zur sogenannten Retroreflexion, bei der Lichtstrahlen exakt in die Richtung zurückgeworfen werden müssen, wo sie auch ihren Ursprung haben,“ erklärt Firmenchef Hans-Erich Gubela.

Ruf eines weltweit führenden Entwicklers

Diese Effekte mache man sich beispielsweise bei reflektierenden Folien auf Verkehrsschildern zu Nutze. „Wenn man diese Folien aus der Nähe betrachtet, sieht man darauf unsere winzig kleinen Optiken. Früher wurden dazu noch kleine Glaskügelchen verwendet, die hatten aber eine recht große Streuung. Mit unseren Optiken wird das Licht dagegen exakt zurückgeworfen und blendet dadurch nicht“, erklärt Chef Hans-Erich Gubela die Vorzüge moderner Mikro-Reflexion, in der das Unternehmen aus Renchen den Ruf eines weltweit führenden Entwicklers genieße.

„Sämtliche Reflexfolien draußen auf unseren Straßen basieren auf dieser Technologie, mit der man ein Vielfaches des einfallenden Lichts nutzen kann.“

Schwingungsgelagerte Böden und sensible Klimatechnik für präzise Produktion

Mehr als 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei IMOS Gubela beschäftigt. Damit diese auch tatsächlich in höchster Perfektion arbeiten können, musste Gubela in seinen Fertigungshallen sogar in schwingungsgelagerte Böden und eine sensible Klimatechnik investieren.

Zu hoch wäre ansonsten das Risiko, dass bereits bei vorbeifahrenden Lkw oder Baumaschinen die Schwingung des Bodens zu hoch sein könnte, um noch fehlerfrei zu produzieren. „Die Klimatechnik brauchen wir, um bereits Temperaturschwankungen von einem halben Grad Celsius abfangen zu können“, erklärt der Firmenchef.

Es sein ein gewaltiger Aufwand, aber nur so könne man die Strukturen herstellen, mit denen man letzten Endes auch international wettbewerbsfähig sei.

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