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Fest fiel coronabedingt aus

Rheinauer Heimatmuseum wird 30 Jahre alt

Das Gebäude hat in der Zeit seines Bestehens schon mehrere Umbauten erlebt.

Als das Rheinauer Heimatmuseum noch mit Leben gefüllt war: Trottfest 2010 im Musuemshof Foto: Karen Christeleit

Von unserer Mitarbeiterin Karen Christeleit

Das Rheinauer Heimatmuseum feiert seinen 30. Geburtstag: 1990 wurde es anlässlich der sechsten Freistetter Heimattage vom damals amtierenden Bürgermeister Meinhard Oberle unter dem Motto „Was bleibt einmal von der Zeit?“ eröffnet - das diesjährige Fest fiel wie die traditionellen Heimattage coronabedingt aus.

Nachdem die Turmstube des Heidenkirchels als Ausstellungsraum aus allen Nähten platzte, erwarben die Stadt Rheinau und der Heimatbund Freistett das alte Fachwerkhaus in der Hauptstraße 16 und gründeten unter Vorsitz des ehemaligen Bürgermeisters Friedrich Stephan zur Neugestaltung und zum Betrieb des Museums am 13. Mai 1988 den neuen Rheinauer Museumsverein. Zeitgleich gründete sich auch der Historische Verein mit der Aufgabe, die Stadtgeschichte zu recherchieren und festzuhalten.

Haus wurde 1745 erbaut

Zuerst musste das 1745 erbaute Haus grundlegend saniert werden. Hochmotiviert ging es mit Architektin Agnes Wolf unter Bauaufsicht der Stadt an den Umbau. Laut Konzept entstanden auf den zwei Geschossen 120 Quadratmeter Ausstellungsfläche und das Dachgeschoss war für wechselnde Sonderausstellungen vorgesehen.

Für die Ausgestaltung war dann der Museumsverein zuständig. Er sammelte alte Zeugnisse aus allen Stadtteilen und zunächst fanden sich in den Erdgeschossräumen eine Wohnstube mit Schlafraum und Küchenkammer wieder.

Außerdem legte man die Schwerpunkte auf Landwirtschaft und Fischerei, ein Webstuhl, eine Schusterei und eine Zigarrenmacherin sowie eine Brennerei gaben Zeugnis früheren Handwerkerlebens im Ort. 1995 wurde unter dem Vorsitzenden Walter Demuth umgebaut und 1996 folgte der Bau der Remise - in der alte landwirtschaftliche Geräte untergebracht wurden.

2005 wurde unter Vorsitz seiner Ehefrau Renate Demuth im ersten Obergeschoss um eine Schiffsmodellsammlung erweitert. Sonderausstellungen von Trachten, Häusern, Flößerei als auch Aktionen im Museumshof mit Matineesingen, Rheinauer Literatursommer und dem „Heimatbund in Aktion“ bereicherten drei Jahrzehnte das Angebot des Museums.

Wir wollten das Museum wieder interessant machen.
Stefan Hagemeister, Vorsitzender des Museumsvereins

Stefan Hagemeister oblag dann als viertem Vorsitzenden des Vereins mit Unterstützung der gebürtigen Freistetterin und Museumspädagogin Raymonde Decker und dem damaligen Rheinauer Archivar Dirk Wacker eine grundlegende Neugestaltung und Ausrichtung des Museums. „Wir wollten das Museum wieder interessant machen, neue thematische Schwerpunkte setzen und diese unter Einbeziehung neuer informationstechnischer Möglichkeiten lebendig gestalten“, erklärte Hagemeister.

2015 rückte der Kiesabbau in den Fokus und mit ihm die Goldwäscherei und die Fischerei. Im Obergeschoss steht der Flachs im Mittelpunkt, während im Keller eine Schreinerwerkstatt - „die so wirkt, als hätte der Schreiner gerade seine Arbeit unterbrochen“ - entstand. 2018 erfüllte sich Hagemeister einen Herzenswunsch und erweckte die alte Wagnerei Britz aus Auenheim zu neuem Leben.

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