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Nachruf

Antonio Viola hatte ein großes italienisches Herz für Menschen in Not

Antonio Viola war einer der ersten Gastarbeiter im Sasbach und Achern. Er war über 25 Jahre Mesner der Pfarrei „Unserer Lieben Frau“ und füllte diesen Dienst mit viel Liebe und tiefem Glauben aus.

Auch zu einem „Sasbacher Italiener“ gehörte ein Roller und gerne fuhr Antonio Viola damit zur Kirche und zu seinen Bienen Foto: Roland Spether

Als sich Antonio Viola 1960 von dem kleinen Dorf Campana ganz im Süden Italiens (Kalabrien) auf den Weg nach „Germania“ machte, wusste er nicht, was ihn erwartete. Doch in Sasbach und Achern fand er schnell eine neue Heimat.

Deshalb trauern viele Menschen mit der Familie Viola um einen guten Menschen, der mit seinem großen italienischen Herz viele Freunde fand und selbst Menschen in Not half.

Kurz nach seiner Hochzeit mit Madeira Viola verließ der damals 26-Jährige mit anderen jungen Männern, die keine berufliche Perspektive hatten, Campana. Das ganze Dorf war in jenen Apriltagen zusammengekommen, um die Männer mit Tränen in eine ungewisse Zukunft zu verabschieden.

Die Fahrt ging nach Baden und seine erste Arbeitsstelle bekam er bei den Firmen Kegelmann und Wilhelmstal. Die Arbeit war schwer und der Lohn von 95 Pfennigen in der Stunde war dürftig, doch es ging aufwärts.

An Weihnachten 1960 kam Antonio Viola das erste Mal nach Hause und es war klar, dass die junge Familie mit ihrem ersten von drei Kindern zusammen gehört. Die Entscheidung fiel für Deutschland.

Familie fand viele Freunde und Helfer

In Achern fand die Familie viele Freunde und Helfer wie die Mitglieder der Vinzenz-Konferenz Otto Flick und Otfried Freund sowie die Baugenossenschaft „Neue Heimat“ (heute Familienheim Mittelbaden). Denn mit ihrer Hilfe konnte die Familie 1965 ein Haus in Sasbach bauen und darin am Festtag seines Namenspatrons Antonius 1966 einziehen.

Otto Flick war die gute Seele aller Italiener, er hat viel geholfen. „Not sehen und handeln“ war das Leitwort der Vinzenz-Konferenz, der Antonio Viola 1969 beitrat und nun aus christlicher Verantwortung notleidenden Menschen half.

Auf seine Initiative hin wurde in den 80er Jahre aus dem Schopf im Pfarrgarten eine Unterkunft für Obdachlose, die besonders im Winter eine Bleibe und etwas zu essen bekamen.

Als „Freund der Ministranten“ und „Patron der Sakristei“ war er 25 Jahre Mesner der Pfarrei „Unserer Lieben Frau“ und füllte diesen besonderen Dienst mit viel Liebe und tiefem Glauben aus, hierbei war er sehr vielen Kindern und Jugendlichen ein guter Freund.

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