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Klimaschutzkonzept mit konkreten Maßnahmen

Landkreis Rastatt will bis 2050 klimaneutral werden

Klimaschutzmanager Simon Friedmann erarbeitet seit einem Jahr für den Landkreis Rastatt ein Klimaschutzkonzept. Im Juli finden dazu Bürger-Workshops statt. Ab 2022 sollen die ersten Maßnahmen umgesetzt werden.

Vom Klimaschutzkonzept profitiert letztlich auch der heimische Wald, der zunehmend unter dem Klimawandel leidet. Foto: Ralf Joachim Kraft

Das Thema „Klimaschutz“ ist in vielen Kommunen und ihren Verwaltungen angekommen. Um es dauerhaft dort zu verankern, erarbeitet der Landkreis Rastatt seit Juli 2020 ein Klimaschutzkonzept für die klimafreundliche Wärme- und Kältenutzung. Fachlich unterstützt wird das Vorhaben von der Energieagentur Mittelbaden.

Der Bund fördert das Projekt im Rahmen seiner Klimaschutzinitiative mit 65 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Im Laufe dieses Monats bekommen die beteiligten Kommunen und ihre Bürger in elf Workshops die ersten Erkenntnisse präsentiert.

Anregungen und Maßnahmenvorschläge sind willkommen. Schon Ende dieses Jahres soll das Konzept stehen. „Ab 2022 wollen wir die ersten Maßnahmen umsetzen. Alle Einwohner können sich beteiligen. Sie sind eingeladen, den Klimaschutz in ihrer Gemeinde aktiv voranzubringen“, sagt Klimaschutzmanager Simon Friedmann im Gespräch mit dieser Redaktion.

Wir möchten den Gemeinden konkrete Maßnahmen vor Ort aufzeigen.
Simon Friedmann, Klimaschutzmanager

Zu den Projektzielen erklärt der Umweltingenieur: „Wir möchten den Gemeinden konkrete Maßnahmen vor Ort aufzeigen. Es geht darum, den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen nachhaltig zu reduzieren. Unser ambitioniertes Ziel ist die Klimaneutralität bis 2050.“

Klimaschutzmanager erarbeitet Klimakonzept für Kommunen

Seit 1. Juli 2020 ist Friedmann, der in Bühl aufgewachsen ist und heute in Karlsruhe lebt, Klimaschutzmanager des Landkreises Rastatt. Als solcher erarbeitet der heute 29-Jährige für die Kreiskommunen Gaggenau, Gernsbach, Forbach, Bühlertal, Ottersweier, Lichtenau, Rheinmünster, Sinzheim, Hügelsheim, Iffezheim und Au am Rhein besagtes Klimaschutzkonzept.

Im Gegensatz zu den ebenfalls elf „RegioEnergie“- Gemeinden verfügten sie bisher weder darüber noch hatten sie zuvor einen eigenen Klimaschutzmanager.

Das ausbaufähige Teilkonzept soll die Basis für eine strategische Wärme- und Kälteversorgungsplanung bilden. „Anhand dieses Leitfadens sollen Bürger, Unternehmen und die öffentliche Verwaltung aktiv zur CO2-Minderung beitragen. Wobei sie auch selbst profitieren, weil sie Kosten sparen“, betont Friedmann.

CO2-Emissionen verringern bedeutet Kosten einsparen

In den nun geplanten Workshops wird er die Ergebnisse der einzelnen Konzept-Bausteine vorstellen. „Das heißt, ich informiere über die Bestandsanalyse, also den Status quo, und die Online-Bürgerumfrage. Zudem präsentiere ich die jeweiligen Energie- und CO2-Bilanzen und die Potenzialanalyse zur Ermittlung des Wärmebedarfs in Wohngebäuden“, berichtet Friedmann.

„Zudem werde ich erklären, was ein Wärmeatlas ist und welche Potenziale er im Hinblick auf Solaranlagen auf Dächern oder freien Flächen aufzeigt.“ In den vergangenen Monaten sammelte der Klimaschutzmanager dafür zahlreiche Daten. Das Material analysierte er mit Hilfe des Karlsruher Unternehmens Smart Geomatics.

Maßnahmen werden an Verhältnisse vor Ort angepasst

Im Anschluss an die Bürger-Workshops wird Friedmann die Entwicklungsszenarien bis 2050 erarbeiten, die Klimaschutzziele definieren und die Einsparziele für die nächsten 15 Jahre festlegen. Zu guter Letzt würden Maßnahmen entwickelt, die an die lokalen Verhältnisse angepasst sind.

„Sie können technischer oder baulicher Natur sein, aber auch dazu dienen, die Menschen zu informieren und zu sensibilisieren“, so Friedmann. Insofern spiele auch die Öffentlichkeitsarbeit eine große Rolle. Bedeutsam seien ebenso die Vernetzung und der Austausch mit anderen Klimaschutzakteuren.

Der Klimawandel und seine Folgen nehmen uns immer stärker in die Verantwortung.
Christian Schmid, Bürgermeister von Iffezheim

Und was versprechen sich die Gemeinden vom Klimaschutzkonzept? Iffezheims Bürgermeister Christian Schmid (parteilos) erklärt hierzu: „Der Klimawandel und seine Folgen nehmen uns immer stärker in die Verantwortung. Die Herausforderungen, die vor uns liegen, können wir nur im Schulterschluss mit sämtlichen Akteuren vor Ort bewältigen.“

Klimaschutz gehe uns alle an, betont Schmid. Jeder Einzelne könne schon im Kleinen einen wertvollen Beitrag leisten. Die Gemeinde wolle Vorbild sein und möglichst viele zum Handeln ermutigen.

Gemeinde will Vorbild sein und viele zum Handeln ermutigen

„Insbesondere in der Minderung der Treibhausgase liegen große Potenziale“, sagt Schmid. „Ich möchte daher an alle Bürger appellieren, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Auch würde ich mir wünschen, dass die Workshops auf breites Interesse stoßen.“

Am Ende des Prozesses stehen, so hofft er, „erfolgsversprechende Handlungsempfehlungen “. Diese sollen den Bürgern im Alltag dabei helfen, ihren Energieverbrauch und persönlichen CO2-Ausstoß nachhaltig zu verringern.

Service

Die digitalen Workshops im Juli beginnen mit Ausnahme der Online-Veranstaltung in Gaggenau immer um 18.30 Uhr. Klimaschutzmanager Simon Friedmann hofft auf eine große Resonanz.

Die Workshops finden am 7. Juli in Rheinmünster, am 8. Juli in Ottersweier, am 12. Juli in Sinzheim, am 13. Juli in Lichtenau, am 14. Juli in Iffezheim, am 15. Juli in Hügelsheim, am 20. Juli in Gernsbach, am 21. Juli um 19.30 Uhr in Gaggenau, am 22. Juli in Forbach, am 28. Juli in Bühlertal und am 29. Juli in Au am Rhein statt.

Anmeldung unter www.energieagentur-mittelbaden.de oder per E-Mail an s.friedmann@landkreis-rastatt.de. Informationen zu Zwischenergebnissen gibt es bereits seit 1. Juli in Form einer Video-Aufzeichnung auf der Website der Energieagentur Mittelbaden. Telefonische Information unter (07222) 15 908 17.



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