Anton Fink (KSC) nach dem Spiel bei den Fans. | Foto: GES

Sieben Remis

Der KSC dreht sich vor Duell mit dem VfB im Kreis

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Wieder hatten sie beim Karlsruher SC dem späten Anton Fink zu danken. Und wieder sprachen nach dem 1:1 (0:1) gegen die dezimierte Truppe von Erzgebirge Aue am Montagabend dessen Sätze für sich, also davon, wie ihn die Rolle als Teilzeit-Stürmer stört. „Na klar, nervt das. Mehr Argumente als in den letzten vier Spielen – Hannover klammere ich aus – kann ich nicht bringen“, fand der Angreifer als Joker einer Mannschaft, die sich mit dem siebten Remis in Reihe abzufinden hatte.

Fink spielte darauf an, dass er erneut, wie schon beim 3:3 in Bochum, als Torschütze wenigstens noch einen Punkt gerettet hatte. Gegen den FC St. Pauli hatte er auf dem Weg zum 2:2-Endstand nach seiner Einwechslung als Torvorbereiter (für Marc Lorenz vor dem 1:2) geglänzt.

Und auch zum Weiterkommen im DFB-Pokal gegen den SV Darmstadt 98 (1:0) trat er als Einfädler von Philipp Hofmanns Siegtreffer in Erscheinung. „Wenn mich meine derzeitige Situation zufrieden stellen würde, würde ich meine Karriere hier und jetzt beenden“, sagte Fink in den Katakomben des Wildparks also.

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Bis zur 62. Spielminute war der Drittliga-Rekordtorschütze auch am Montag nur Zuschauer der Zweitligapartie gewesen, dessen ersten Abschnitt er keine Spur besser sah als die zahlenden Beobachter auf der Baustelle. „Das war gar nichts“, sagte Sportdirektor Oliver Kreuzer geradeheraus.

„Erst mal müssen wir uns beim Uppi bedanken, dass wir bis zur Roten Karte für Aue nicht schon 0:3 zurückliegen“, meinte Fink zurecht: KSC-Torwart Benjamin Uphoff bewahrte sein Team nach der frühen Führung der Gäste durch Jan Hochscheidt (7.) nach einem Schnittstellenpass von Florian Krüger mehrmals vor einem höheren Rückstand.

„Sorglos und ohne Spannung“

Erst das törichte Einsteigen von Aues Schützen gegen Marco Thiede und die danach vertretbare und vom Unparteiischen Sven Waschitzki nach Intervention aus Köln ausgesprochene Hinausstellung ließ das Spielgeschehen zugunsten der bis dahin schlampigen Badener kippen. „Ich verstehe nicht, dass wir so sorglos und ohne Spannung ins Spiel gehen. Darüber bin ich sehr sauer“, haderte KSC-Coach Alois Schwartz hinterher.

Dass Fink später nach seiner Einwechslung für Damian Roßbach sofort auf Betriebstemperatur und mit einem Linksschuss erfolgreich zur Stelle war, war aus KSC-Sicht schön und gut. Dass die zwischenzeitlich auf ein 3-5-2 umgeschwenkte Heimelf nicht mehr zuwege brachte, die andere Seite der Medaille. „Wenn es so weitergeht, drehen wir uns immer nur noch im Kreis“, klagte Marvin Pourié, der sich mit Philipp Hofmann in einer Doppelspitze aufgeboten sah. „Ich hatte gefühlt zwei, drei, vier Chancen, bei denen ich schneller abschließen muss“, sah er ein.

Am Ende hatte der KSC fast 70 Prozent Ballbesitz, war nach einem Distanzschuss von Marvin Wanitzek und Daniel Gordon noch zu Aluminiumtreffern gekommen und stand ganz am Ende doch wieder nur mit einem Punkt da.

Mängel im Spiel mit Ball

Zu störrisch hatte es der KSC im dominanten zweiten Abschnitt immer wieder durch die Mitte versucht, mit hohen, weiten oder langen Bällen, welche die vielbeinige Auer Abwehr dann immer wieder aus der Gefahrenzone beförderte. Der mangelhafte Spielaufbau beim KSC blieb augenfällig, Wege über die Außen, um eventuell mit Flankenbällen auf die körperlich robusten Spitzen durchzukomen, wurden kaum gesucht. Spielerisch war es in Gleich- wie in Überzahl ungenügend zugegangen.

Dennoch: Würde der KSC nach der Länderspielpause am 24. November auch das Landesduell in Stuttgart unentschieden beenden, hätte er den eingestellten Serien-Rekord der Spvgg Unterhaching aus der Saison 1996/1997 geknackt. So wie der Tabellenzehnte (16 Punkte) gegen Aue auftrat, wäre dies ein Erfolg – selbst bei einem VfB, der zuletzt nicht die Souveränität ausstrahlte, die deren Trainer Tim Walter sich erhofft.

Die Statistik: Bei den Schwaben war der KSC letztmals im Oktober 1990 zu einem Punkt gekommen, der letzte Sieg liegt gar 54 Jahre zurück.