Dass Marvin Pourié (links) und Anton Fink gemeinsam ein Tor bejubeln, wie hier beim 3:3 in Bochum, ist inzwischen selten geworden. Foto: GES

Unliebsame Reservistenrolle

KSC-Angreifer Fink und Pourié schieben Frust

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Im Bochumer Dauerregen, am Sonntagnachmittag um kurz vor halb vier, da war die Fußballwelt von Marvin Pourié und Anton Fink für einen kurzen Augenblick lang in Ordnung. Die beiden Offensivkräfte des Karlsruher SC lagen sich in den Armen, freuten sich gemeinsam über das Tor von Fink, das dem KSC beim VfL Bochum spät noch einen Punkt bescherte.

Von Aufstiegshelden zu Bankdrückern

Fink und Pourié, die gemeinsam einen Treffer bejubeln – eine solche Szene hatte sich in der Vorsaison, als die beiden zusammen auf 37 Treffer kamen, in schöner Regelmäßigkeit ereignet. In dieser Spielzeit ist das anders: Dauerreservist Fink kommt in den bisherigen zehn Ligapartien auf keine halbe Stunde Spielzeit, dessen im Drittliga-Jahr kongenialer Sturmpartner Pourié musste sich zumindest die vergangenen drei Begegnungen bis in die Schlussphase hinein von der Bank aus anschauen. Die Folge: Das Duo schiebt Frust – und hält damit nicht vor dem Berg.

„Dass ich von Anfang an gar keine Chance kriege – das war, glaube ich, leider für den Trainer klar, aber mich stellt das nicht zufrieden“, klagt Fink. Und Pourié bekennt: „Nicht berücksichtigt zu werden, tut schon weh.“ Zumal beide in der Vorsaison noch als Aufstiegshelden gefeiert worden waren. Pourié betont: „Wir haben einen gewissen Anteil daran, dass wir wieder Zweite Liga spielen“, was auch Fink herausstreicht.

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Auf Pouriés Blitzstart folgt die Ladehemmung

War es noch abzusehen, dass es der Drittliga-Rekordtorschütze nach dem Aufstieg schwer haben würde, sich in der ersten Elf zu behaupten, hatte sich das Reservisten-Dasein Pouriés zunächst nicht abgezeichnet. Als KSC-Premieren-Schütze im Auftaktspiel beim SV Wehen Wiesbaden (2:1) hatte „der Shaker“ noch die Hoffnung genährt, seinen Lauf aus der Aufstiegssaison mit 22 Treffern auch eine Etage höher fortsetzen zu können. Doch danach folgte eine Torflaute, die bis heute anhält.

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Die Probleme des „Shakers“: Hofmann und das System

Pouriés Hauptproblem – abgesehen von seiner Ladehemmung: Cheftrainer Alois Schwartz lässt in dieser Runde taktisch flexibler agieren, wählte zuletzt ein 4-1-4-1-System, in dem in den vergangenen drei Partien Neuzugang Philipp Hofmann die einzige Spitze bildete. „Der hat einen unglaublichen Lauf momentan“, muss Pourié mit Blick auf Hofmanns sieben Saisontore zugeben. Und dennoch: „Man kann vielleicht auch mal ein bisschen mehr riskieren“, wünscht sich Pourié mitunter eine offensivere Ausrichtung.

Auf der Bank versauern: Darauf habe ich keine Lust

Hängen lassen wollen sich die beiden aber nicht, wie sie versichern. „Wir sind alt genug, dass wir eine gewisse Eigenmotivation haben. Wir versuchen, so professionell wie möglich mit der Sache umzugehen“, betont der 28 Jahre alte Pourié, der aber auch sagt: „Ich habe jetzt für drei Jahre unterschrieben, aber vorgestellt habe ich mir das so nicht, als ich unterschrieben habe.“ Und auch der vier Jahre ältere Fink macht sich so seine Gedanken: „Die ganze Saison so auf der Bank zu versauern, darauf habe ich keine Lust.“

Ob das Duo künftig wieder häufiger gemeinsam auf dem Platz jubeln darf, ist zurzeit also mehr als fraglich. Am kommenden Samstag (13 Uhr) im Heimspiel gegen Hannover 96 ist es jedenfalls wahrscheinlicher, dass Fink und Pourié wieder gemeinsam die Ersatzbank drücken müssen.

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