Ingo Wellenreuther hat am Donnerstag seinen Rücktritt vom Amt des KSC-Präsidenten erklärt. | Foto: GES

Stimmen und Reaktionen

Respekt für „würdigen“ Rücktritt von KSC-Präsident Wellenreuther

Anzeige

Ingo Wellenreuther, Präsident des Karlsruher SC, hat nach tagelangen Spekulationen seinen Rücktritt erklärt. In einer Mitteilung des Vereins vom Donnerstagmorgen erklärte er, das Amt mit sofortiger Wirkung ruhen lassen zu wollen. Politiker und Entscheider zollen ihm Respekt für die Entscheidung.

Der 60-Jährige habe sich nach reiflicher Überlegung und in Abstimmung mit seiner Familie zum Rücktritt entschlossen, lässt sich der scheidende Präsident in der Mitteilung zitieren.

Zum Thema: Alt-OB Seiler wünscht Wellenreuther würdigen Abgang beim KSC 

Er verlasse den Verein in einer Situation, in der aufgrund des begonnenen Aktienverkaufs sowie des Stadionneubaus die Weichen für eine wirtschaftlich und sportlich erfolgreiche Zukunft gestellt seien. „Am Tag der Eröffnung werden der KSC und die Menschen in der Region hoffentlich glücklich über das Erreichte sein.“

Mehr zum Thema: Angezählter Wellenreuther erwartet Antwort – „Bündnis KSC“ lässt sich noch Zeit

„Die Art des Rücktritts von Herrn Wellenreuther als Präsident des KSC empfinde ich als sehr honorig, sie fordert mir großen Respekt ab“, erklärt Karlsruhes OB Frank Mentrup. Insbesondere verzichte Wellenreuther auf Anfeindungen und Rechtfertigungen. „Er kann in der ihm eigenen Sichtweise seine Leidenschaft und seine Verbundenheit mit dem KSC ebenso glaubhaft vermitteln wie seinen pflichtbewussten Einsatz und seine Erfolge für den Verein.“

In dieser schwierigen Situation ist es ein würdiger Abschied

Gerhard Seiler, ehemaliger Karlsruher OB und KSC-Interims-Präsident

Mentrups Vor-Vorgänger Gerhard Seiler, der einst selbst Interims-Präsident des KSC war, sagt: „In dieser schwierigen Situation ist es ein würdiger Abschied. Ich kenne Ingo Wellenreuther bereits seit seinen Kindheitstagen. Er hat sich Würde und einen aufrechten Gang bewahrt.“

Ingo Wellenreuther
Ingo Wellenreuther. | Foto: Thomas Kienzle/dpa/Archiv

Innenminister Thomas Strobl sagt: „Die Situation im Verein kann und will ich aus der Entfernung nicht beurteilen und kommentieren. In meiner Zeit als Bundestagsabgeordneter und Chef der Landesgruppe habe ich mit Ingo Wellenreuther immer bestens zusammen gearbeitet und fühle mich ihm freundschaftlich verbunden.“ Deshalb bedaure er vor allem die persönliche Dimension. „Nach allem, was passiert ist, kann ich seine Entscheidung gut nachvollziehen.“ Er wünsche dem KSC wieder ruhigeres Fahrwasser, sportlichen Erfolg und Wellenreuther persönlich alles Gute. „Ich bin und bleibe Ingo Wellenreuther freundschaftlich verbunden!“

Ralf Klaiber vom KSC-Sponsor Klaiber Markisen sagt: „Wir haben großen Respekt vor der persönlichen Entscheidung von Herr Wellenreuther. Wir möchten betonen, dass wir über all die Jahre sehr kooperativ und vertrauensvoll mit dem gesamten Präsidium zusammengearbeitet haben. An internen Personal-Diskussionen und Entscheidungen des KSC haben und werden wir uns nicht beteiligen. Uns geht es vorrangig um den KSC als Verein und den Sport.“ Er wünsche allen Beteiligten, dass sie im Sinne des Sports fair miteinander umgehen, so Ralf Klaiber. Es solle das Gesamtwohl des KSC und das „Wir“ innerhalb des Vereins zählen, losgelöst von Personen oder persönlichen Interessen.

Wellenreuther war zehn Jahre Präsident des KSC

Der Jurist kündigte an, auch weiterhin dem „KSC als Verein von tiefstem Herzen“ verbunden bleiben zu wollen. Er war seit 2010 Präsident des Karlsruher SC.

Auch interessant: KSC-Coach Eichner: Wer die Bedingungen am besten annimmt, wird siegen

„Insgesamt waren es zehn bewegende Jahre, in denen ich sicherlich auch einige falsche Entscheidungen getroffen habe. Zusammen mit den Kollegen im Präsidium und in den anderen Vereinsgremien habe ich aber immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt“, so der scheidende Präsident.