Klare Worte hat Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup in Sachen KSC gefunden.
Klare Worte hat Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup in Sachen KSC gefunden. | Foto: GES

OB findet klare Worte

Debatte um Planinsolvenz beim KSC: Mentrup stärkt Becker den Rücken

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Die Debatte beim KSC um eine mögliche Planinsolvenz des Clubs ist brisant. Nun hat sich Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) eingeschaltet und ist dabei mit klaren Worten als Fürsprecher für KSC-Geschäftsführer Michael Becker in Erscheinung getreten.

Beim Karlsruher SC wird in diesen Tagen an mehreren Fronten gekämpft. Sportlich versuchen Chefcoach Christian Eichner und das Trainerteam gerade unter erschwerten Bedingungen, die Spieler für den möglichen Endspurt in der Zweiten Fußball-Bundesliga fit zu halten.

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Auf wirtschaftlicher Ebene müht sich die Vereinsspitze indes Lösungen zu finden, um die finanziell prekäre Lage ohne eine Planinsolvenz in den Griff zu bekommen. Und dann sind da noch die Kräftemessen hinter den Kulissen.

Präsident Ingo Wellenreuther hatte in der vergangenen Woche Geschäftsführer Michael Becker für dessen Forcierung der Insolvenzpläne kritisiert, zudem hatte der Beirat mit Wellenreuther an der Spitze per Mehrheitsbeschluss die Geschäftsführer Becker und Oliver Kreuzer angewiesen, die zur Beratung hinzugezogene Anwaltskanzlei zu wechseln. Am Freitag hatte Wellenreuther dann einen Schulterschluss zwischen Geschäftsführung und Beirat verkündet.

Mentrup tritt als Fürsprecher von KSC-Geschäftsführer Becker in Erscheinung

Klare Worte in dieser Debatte fand am Montag Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup. Becker sei „eine der wenigen Personen in der Führungsriege, die noch das Vertrauen aller Lager innerhalb und außerhalb des KSC genießen, diese integrative Akzeptanz braucht es im Verein dringend“, erklärte Mentrup.

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Karlsruhes Stadtoberhaupt verbindet bekanntlich eine besondere Beziehung zu Wellenreuther. Die beiden hatten sich im OB-Wahlkampf 2012 gegenübergestanden und waren danach beim Bau des neuen Stadions – die Stadt ist Bauherr der Arena, der KSC Pächter – mehrfach aneinandergeraten.

Glaubt man Mentrup, hat Becker noch weitere Fürsprecher. Hinter den Kulissen, so der OB, hätten sich verschiedene Persönlichkeiten mit Einfluss für Becker stark gemacht. Und das, so mutmaßt Mentrup, habe letzte Woche wohl das Blatt zu dessen Gunsten gewendet. Zuletzt hatten zudem die KSC-Fans in einem offenen Brief Becker den Rücken gestärkt.

Geschäftsführung an Gesprächen mit Gläubigern nicht beteiligt

Nichtsdestotrotz ist es Wellenreuther, der das Heft des Handelns in die Hand genommen hat. Die Gespräche mit Michael Kölmel, einem der wichtigsten Gläubiger des Clubs, führte Wellenreuther gemeinsam mit Anwalt Dirk Adam von der Heidelberger Kanzlei Wellensiek, die Geschäftsführung war nicht involviert.

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Der Austausch sei ebenso wie das Gespräch mit Vizepräsident Günter Pilarsky, dem wichtigsten Geldgeber des Vereins, positiv weitergeführt worden, erklärte Wellenreuther, der sich von einer Einigung mit den beiden eine Signalwirkung für andere Investoren erhofft.

Im laufenden Geschäftsjahr hat der finanziell ohnehin schon angeschlagene KSC einen Liquiditätsbedarf von 4,6 Millionen Euro, in der neuen Saison könnten 3,5 Millionen (Zweite Liga) beziehungsweise sechs Millionen Euro (Dritte Liga) hinzukommen.