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Schule stellt Thermoscanner zur Verfügung

Am Schiller-Gymnasium in Büchenbronn kann jetzt Fieber gemessen werden

Das Gerät, das in der Schule genutzt wird, kommt sonst an Flughäfen und im Profi-Fußball zum Einsatz.

Schnell und schmerzlos: Gunther Krichbaum, Andrea Boyer und Joachim Zuber lassen sich von Schülersprecherin Chiara Geggus (von links) den Thermoscanner demonstrieren. Foto: Stefan Friedrich

„Taktisches Fieber gibt’s jetzt nicht mehr“, bemerkt Joachim Zuber, Schulleiter des Schiller-Gymnasiums in Büchenbronn, scherzhaft, als er vor dem Thermoscanner steht. Natürlich hat dessen Anschaffung aber einen ernsteren Hintergrund: Corona. Bei einem Drittel aller Menschen, die an Covid-19 erkranken, tritt Fieber auf. Fieber wiederum kann mithilfe des Thermoscanners sekundenschnell entdeckt und gemessen werden.

Für unsere Schüler ist das schon ein Grad an Sicherheit, den wir damit bekommen.
Joachim Zuber, Schulleiter des Schiller-Gymnasiums in Büchenbronn

„Für unsere Schüler ist das schon ein Grad an Sicherheit, den wir damit bekommen“, betont Zuber deshalb. Und Andrea Boyer, Geschäftsführerin der Schule, ergänzt: Derzeit sei man ohnehin dazu angehalten, Schüler mit Symptomen wie Fieber nach Hause zu schicken. „Da sind wir eher vorsichtig“ – jedenfalls solange nicht ausgeschlossen werden kann, dass eine durch das Coronavirus ausgelöste Erkrankung die Ursache ist.

Die Idee, einen solchen Thermoscanner im Schiller-Gymnasium zu installieren, hatte Gunther Krichbaum, Bundestagsabgeordneter der CDU und zugleich auch Vorsitzender des Fördervereins am Schiller-Gymnasium. „Ich kenne das von Flughäfen in Frankreich“, erzählt er im Rahmen der offiziellen Übergabe am Dienstagmorgen. Jeder, der fliegen will, werde über einen solchen Thermoscanner erst einmal auf Fiebersymptome gecheckt. Und nicht nur dort: auch im Profi-Fußball wird ein solches Gerät momentan genutzt, bei Bayer Leverkusen beispielsweise.

„Da haben wir uns gesagt: Das probieren wir jetzt auch aus“, so Krichbaum. Das Budget dafür war bereits vorhanden; es war ursprünglich für einen zweiten Defibrillator gedacht. Ein Temperaturscanner schien allen Beteiligten jedoch zweckdienlicher, übrigens nicht nur in der momentanen Situation. Auch wenn die Pandemie schon überstanden ist, kann er natürlich weiterhin genutzt werden. „Manche Eltern meinen ja, dass sie ihre Kinder mit Grippe in die Schule schicken müssen“, weiß Krichbaum. „Das kann dann natürlich auch gemessen werden.“

Seit Donnerstag vergangener Woche wird der Thermoscanner bereits genutzt, weiß Zuber. Die Nutzung ist allerdings freiwillig, keine Verpflichtung. Hatte es anfangs noch Unsicherheiten gegeben, wie es sich organisatorisch so handhaben lässt, dass sich möglichst keine Schlangen davor bilden, zeigt die Erfahrung der ersten Tage: Es funktioniert. „Die Schüler kommen in der Regel zeitversetzt an“, weiß Zuber. Nicht alle fahren nämlich zeitgleich mit dem Bus an, viele werden auch von den Eltern gebracht. „Das hat sich also relativ schnell eingespielt und klappt hervorragend“, freut sich Zuber.

Am Anfang war es noch ein wenig seltsam.
Chiara Geggus, Schülersprecherin

Bestätigt wird das von Schülersprecherin Chiara Geggus, die die Funktionsweise des Geräts demonstriert, indem sie sich vor den Tablet-großen Bildschirm stellt und auf das Okay des Geräts wartet. „Am Anfang war es noch ein wenig seltsam“, räumt sie ein. Mittlerweile haben sich aber alle daran gewöhnt. „Man sieht ja bei den anderen, dass sie das auch machen.“ Kein Problem also. Nur für die jüngsten Schüler will man sich noch etwas überlegen: sie sind von der Körpergröße her etwas zu klein für den Scanner. Auch dafür wird sich aber eine Lösung finden, ist Zuber zuversichtlich.

Wichtig ist Boyer davon abgesehen eines: Es werden beim Scannen garantiert keine Daten erhoben, registriert oder gar weiterverwendet. Und auch die Eltern seien im Vorfeld bereits ausführlich über den Thermoscanner informiert worden. Kritische Rückmeldungen habe es dazu keine gegeben.

Das Gerät werde stattdessen als unterstützende Maßnahme im Kampf gegen Corona wahrgenommen und begrüßt. Oft wird man einen solchen Scanner allerdings noch nicht in Schulen finden können. „Ich wüsste nicht einmal, ob es in Baden-Württemberg noch eine andere Schule gibt, die einen hat“, bemerkt Krichbaum. Insofern kann das Schiller-Gymnasium auch hier Vorbildcharakter haben und beispielgebend sein.

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