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Verkehrswende

Ausgerechnet der ADAC fehlt bei erster Sitzung des Mobilitätsbeirats in Pforzheim

Faux-Pas im CCP: Im Gremium, das ein neues Verkehrskonzept für Pforzheim erarbeiten soll, fehlt ausgerechnet der größte Automobilclub. Der würde wohl die schärfste Opposition gegen die Pläne der Stadt zur Verkehrswende bilden.

Der Mobilitätsrat Pforzheim tagt erstmals. Foto: Sebastian Kapp

Treffender als die Vertreterin des Landesnaturschutzverbands hätte den Affront bei der ersten Sitzung des Mobilitätsbeirats im Pforzheimer CCP überhaupt wohl niemand zusammenfassen können: „Es geht nur, wenn jemand verzichten muss – und das sind die Autos.”

Das Problem dahinter ist weniger, dass der Beirat mit den restlichen Gremien der Stadt ein neues Verkehrskonzept erarbeiten soll, das den Anteil der Autofahrer in der Stadt drastisch reduziert. Das ist der offizielle Auftrag. Das Problem ist, dass er das zumindest in der ersten Sitzung ohne einen der wichtigsten Vereine in diesem Zusammenhang angehen musste. Und so kam es zu fast schon absurden Allianzen.

„War eigentlich vorgesehen, dass auch der ADAC dabei ist? Das würde ich mir wünschen”, sagte Wolfgang Haas gleich zu Beginn der Sitzung. Und auch wenn sich sein ADFC mit dem ADAC gleich drei Buchstaben teilt, war das „F” für Fahrrad statt Automobil doch eigentlich immer ein so scharfer Trennungsgrund, dass schon seit Heinz Erhardt Auto- und Radfahrer als natürliche Fressfeinde im Straßenverkehr gelten. „Es sollten einfach alle dabei sein”, begründet Haas seine Kritik. „Ich will im Vorfeld mit den Autofahrern diskutieren, und nicht erst hinterher.”

„Da ist uns tatsächlich ein Fehler unterlaufen”

Am Mittwoch waren zwar diverse Umweltverbände, Verkehrsbetriebe und Organisationen wie Critical Mass vertreten, aber eben nicht jener Verkehrsclub, der nach eigenen Angaben allein im Raum Pforzheim 85.000 Mitglieder zählt. Die Reaktion der Stadt auf den Fauxpas? Armin Aydt, Leiter des Amtes für Umweltschutz in Pforzheim, meinte zögerlich, wenn der Beirat das wünsche, könne man auch den ADAC noch dazu rufen. Einen Tag später räumt die Stadt immerhin schriftlich ein: „Da ist uns tatsächlich ein Fehler unterlaufen. Der ADAC wird das nächste Mal mit eingeladen.”

Dort weiß man nun – dank Nachfrage dieser Redaktion – Bescheid. „Wenn wir eingeladen werden, versuchen wir – sofern wir mit Fachkompetenz etwas zum Thema beitragen können – die Termine auch zu besetzen”, heißt es auf Nachfrage. Wer nun genau zum Beirat stoßen werde, habe man noch nicht entschieden.

Ansonsten blieb die konstituierende Sitzung erwartungsgemäß beim Beschnuppern. Zwar wurde man schon einmal mit den drängendsten Aufgaben konfrontiert, wie dem Verkehrsentwicklungsplan, doch mehr als eine grobe Ansage an Wünschen und Zielen war den einzelnen Mitgliedern nicht zu entlocken.

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