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Auswertung des Statistischen Landesamts

Der Enzkreis hat die höchste Ehequote, Pforzheim die zweitmeisten Scheidungen

Nirgendwo in Baden-Württemberg ist der Anteil verheirateter Menschen höher als im Enzkreis. Direkt daneben in der Großstadt Pforzheim sieht es anders aus: Dort ist vor allem die Scheidungsquote überdurchschnittlich.

Hand in Hand? Die Menschen in Pforzheim und im Enzkreis sind etwas unterschiedlich veranlagt, wenn es um die Ehe geht. Foto: Rolf Vennenbernd/picture alliance/dpa

Das geht aus Zahlen hervor, die das Statistische Landesamt diese Woche veröffentlichte. Demnach sind im Enzkreis etwa 58 Prozent der erwachsenen Menschen eine Ehe eingegangen. Genauso hoch ist die Zahl im Alb-Donau-Kreis.

Im universitär geprägten Stadtkreis Heidelberg liegt die Zahl Verheirateter bei 38 Prozent und der Statistik zufolge landesweit am niedrigsten. In Pforzheim ist ziemlich genau jeder zweite Erwachsene verheiratet.

Damit liegt die Stadt leicht unter dem Landesdurchschnitt von 53 Prozent. Wobei die Quote vor allem in Landkreisen höher ist. Verglichen mit anderen Stadtkreisen wie Ulm, Stuttgart, Mannheim oder Karlsruhe hat Pforzheim dagegen noch einen überdurchschnittlichen Wert.

Paare in Pforzheim lassen sich oft scheiden

Direkt hinter Baden-Baden (elf Prozent) weist Pforzheim mit zehn Prozent die höchste Scheidungsquote im Land auf. Geringer als sieben Prozent ist die Quote nirgends. Die Zahl der Scheidungen nimmt im Landesdurchschnitt zu.

33 Prozent der Erwachsenen in Pforzheim sind ledig, acht Prozent verwitwet. Im Enzkreis sind 26 Prozent der Männer und Frauen ledig, außerdem sind jeweils acht Prozent verwitwet oder geschieden. Der Landkreis Calw hat mit 57 Prozent verheirateten Erwachsenen ebenfalls eine hohe Ehequote.

Heiratsalter steigt in Baden-Württemberg

Insgesamt zählte das Statistische Landesamt Ende 2020 etwa 4,9 Millionen verheiratete Baden-Württemberger. Damit lag der Anteil der vermählten Erwachsenen bei 53 Prozent; 1980 waren noch etwa 63 Prozent der Frauen und Männer im Südwesten verheiratet.

Nach Angaben der Fachleute ist nicht nur die Neigung gesunken, eine Ehe einzugehen. Auch sei das Heiratsalter in den vergangenen Jahrzehnten stetig angestiegen. So waren Ende 2020 etwa 42 Prozent der 30- bis unter 35-Jährigen verheiratet. Noch 1980 lag dieser Anteil in der Gruppe bei 75 Prozent.

„Darüber hinaus ist der sinkende Anteil Verheirateter auch auf eine in den letzten Jahrzehnten gestiegene Scheidungshäufigkeit zurückzuführen“, teilten die Statistiker mit. Dies habe dazu geführt, dass sich der Anteil Geschiedener in Baden-Württemberg von etwa drei Prozent 1980 auf zuletzt acht Prozent mehr als verdoppelt habe.

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