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Drei Hektar im Gespräch

Mülldeponie in Maulbronn soll erweitert werden

Die Hamberg Deponie Gesellschaft (HDG) strebt ein Planfeststellungsverfahren beim Regierungspräsidium Karlsruhe an, um die Mülldeponie in Maulbronn noch einmal um drei Hektar erweitern zu können.

Alexander Pfeiffer (Abteilungsleiter Abfallwirtschaft Pforzheim), sowie die HFG-Geschäftsführer Frank Stephan und Tobias Mertenskötter (von links) begutachten die Stelle, an der die Erweiterung geplant ist Foto: Stefan Friedrich

Von Stefan Friedrich

Ab 2025 soll die Mülldeponie in Maulbronn erweitert werden. Zustimmen muss allerdings noch das Regierungspräsidium Karlsruhe. Das dafür erforderliche Planfeststellungsverfahren soll Ende des Jahres angegangen werden. Das gaben die Geschäftsführer der Hamberg Deponie Gesellschaft (HDG), Tobias Mertenskötter und Frank Stephan, am Mittwoch bei einem Pressegespräch bekannt.

Die Öffentlichkeit soll über das Vorhaben mit einer eigenen Kampagne informiert werden und ist zu einem ersten Scoping-Termin am 13.10. in die Stadthalle eingeladen.

Deponie gerät an Grenzen

Fünf Abschnitte sind bereits genehmigt, der letzte davon wird demnächst umgesetzt, erklärte Stephan. Dennoch werden die aktuell verfügbaren Volumen nur noch wenige Jahre reichen – genauer gesagt: 2021 ist erst einmal Schluss mit der Einlagerung von mineralischen Stoffen auf der Deponie in Maulbronn.

Vorübergehend soll die Deponie Burghof in Horrheim (Kreis Ludwigsburg) angefahren werden. Häckselsplatz und Werkstoffhoff sind davon allerdings nicht betroffen, gaben die beiden Geschäftsführer Entwarnung. Sie können von den Bürgern weiter vor Ort genutzt werden. Eine dauerhafte Lösung sei das Ausweichen auf Horrheim ohnehin nicht, betonte Mertenskötter: jeder Landkreis sei verpflichtet, Abfälle selbst zu entsorgen.

Auch deshalb will die HDG die Erweiterung in Angriff nehmen. „Ansonsten müssten wir auf die Suche nach einem neuen Standort gehen“, räumte Stephan ein. Personal, Infrastruktur und Logistik müsste dort aber komplett neu aufgebaut werden, während am Hamberg in Maulbronn bereits alles vorhanden ist.

Momentan verfügt die Deponie über eine Fläche von 15 Hektar, die in fünf Bereiche unterteilt ist. Die ersten vier sind bereits verfüllt, Abschnitt V wird aktuell genutzt. Die Erweiterung um den Abschnitt VI ist im östlichen Bereich vorgesehen, wo sich momentan noch Wald befindet.

Drei Hektar Fläche sind im Gespräch. Das soll Kapazitäten und damit auch eine Versorgungssicherheit für zehn weitere Jahre schaffen, versicherte Mertenskötter im Rahmen des Pressegesprächs. Dabei sei der Standort in Maulbronn mit ausreichend Abständen zur Wohnbebauung und Weinbergen bestens geeignet und eine Erweiterung – im Vergleich zu einem neuen Standort – „der geringste und schonendste Eingriff in die Natur“, sind die beiden Geschäftsführer überzeugt.

Freizeitsportler wie auch Touristen würden durch die Erweiterung ebenfalls nicht gestört und aus dem Rathaus hat man bereits das Signal bekommen, dass auch die Gemeinde selbst an dieser Erweiterung interessiert ist.

Der eine hält Schweine, der andere Kühe

Dass man dem Vorhaben nebenan im Steinbruch in die Quere kommen würde – auch dort ist eine Nutzung als Deponie angedacht – glauben Mertenskötter und Stephan hingegen nicht: dort werde eine andere Deponie-Klasse bedient. Ein bisschen wie bei Landwirten, die Fleisch produzieren, vergleicht Mertenskötter: der eine hält Rinder, der andre Schweine. So ähnlich sei das auch hier.

Bei den Bürgern will die HDG deshalb mit einer Kampagne um Unterstützung werben, die Ende September starten wird. Auf einer eigenen Webseite, sowie über soziale Medien und per Newsletter sollen Fragen beantwortet und Vorhaben transparent gemacht werden. Eigentlich wäre in diesem Jahr schon ein Tag der offenen Tür angedacht gewesen; coronabedingt musste er allerdings ausfallen.

Insgesamt biete die Erweiterung auch für den Bürger eine „wesentliche Verbesserung“, ist Stephan überzeugt. Entsorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit gehen dabei Hand in Hand, trat er dabei Befürchtungen entgegen, die Erweiterung sei ein Zeichen dafür, dass aus finanziellen Interessen zurückliegend bereits zu viele Abfälle der Deponie-Klasse II (wie Bauschutt, Erde oder Gips) angenommen worden sind. Man habe stattdessen immer darauf geachtet, dass alle Interessen bedient werden. „Wenn´s uns nur um die Wirtschaftlichkeit gegangen wäre, dann wäre die Deponie schon lange voll.“

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